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Extreme Trockenheit: Höchste Brandgefahr im Frankfurter Stadtwald

Von 27 Tage lang war es in der Mainmetropole zuletzt trocken geblieben – der Regen am Dienstag hat da kaum geholfen. Die Förster mahnen zur Vorsicht: Besonders rund um den Flughafen könnte ein weggeworfener Zigarettenstummel eine Katastrophe auslösen.
Foto: dpa Symbolbild

Nach den Regenschauern unter der Woche hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Frankfurt erneut die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe ausgerufen. An der Messstation im Westend zeigt der offizielle DWD-Index morgen sogar eine lila Fünf an – mehr geht nicht. „Der Regen war sprichwörtlich ein Tropfen auf den heißen Stein“, erklärt Tina Baumann, die Leiterin des Stadtforsts. Zum einen habe es nur lokal geregnet, zum anderen seien die Tropfen im Blätterdach hängen geblieben und hätten den Boden nie erreicht. „Wenn es jetzt heiß wird, ist die Waldbrandgefahr wieder hoch“, sagt deshalb auch sie. 

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Bereits in der vergangenen Woche hatte die anhaltende Trockenheit Förster und Feuerwehrleute in Alarmbereitschaft versetzt. Die ausgetrockneten Waldböden sind teils noch übersät mit verdorrtem Herbstlaub, die Bäume sind schwach und ausgelaugt. Ein Funke könne nun ausreichen, um das trockene Holz zu entzünden, sagt der Oberräder Förster Lars Eckert. Ein Feuer im Stadtwald könne schnell große Schäden anrichten. 


Am Wochenende wollen Eckert und seine Kollegen vermehrt in ihren Revieren patrouillieren, um sicherzustellen, dass im Wald nicht gegrillt oder geraucht wird. Beides ist verboten und hochgefährlich. „Jede weggeworfene Zigarette kann ein Feuer auslösen“, sagt Eckert. „Die Hauptursache für Waldbrände ist Fahrlässigkeit.“ Auch die Feuerwehr appelliert an die Achtsamkeit der Bürger. 

Drei Feuer im Jahr

Im Schnitt drei bis vier Mal brennt es nach Angaben des Stadtforsts pro Jahr in den Frankfurter Wäldern – unabhängig von der Witterung. Bislang seien es nur kleinere Bodenfeuer gewesen, die Flammen erreichten die Bäume nie. Nach Eckerts Erfahrung kokelt es so oder so oft am Waldrand, beispielsweise an Bushaltestellen oder Parkplätzen: Dort, wo Autofahrer glimmende Kippen einfach aus dem Fenster schnickten. 

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Schreckensszenarien wie in Spanien oder Portugal, wo bei Waldbränden 2017 Dutzende Menschen starben, sind in Frankfurt weiterhin unwahrscheinlich. „Die großen Brände gibt es in Deutschland eher im Nord und Osten, in der Heide“, sagt Eckert. „Denkbar ist das aber auch hier. Die grundsätzlichen Voraussetzungen gibt es.“ 

Baumarten sind das Problem

Gemeint sind damit vor allem vier Faktoren: Trockene Böden, trockene Witterung, leichter Wind – und die im hiesigen Baumbestand dominierenden Nadelhölzer. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vor allem im westlichen Frankfurt Fichten als Monokulturen angepflanzt. Heute ist das nicht nur unüblich – sondern ein Problem: „Nadelbäume brennen schneller“, erklärt Eckert. Die trockenen Nadel und das Baumharz seien ideales Brennmaterial. 


Dieses Risiko ist einer der Gründe, warum das Grünflächenamt seit Jahren Laubmischwälder nachpflanzt. Ein langwieriger Prozess: Insbesondere rund um den Flughafen, bei Goldstein oder Schwanheim, sei die Waldbrandgefahr immer noch höher als andernorts, so Eckert. Die sandigen Böden seien dort besonders trocken, das dort gewachsene Gras sei mittlerweile ausgedörrt. Nun ist es auch noch von leicht entzündlichem toten Geäst und Laubresten bedeckt.

Gefährliche Situation

„Anders als in der Heide sind unsere Wälder aber alle in Stadtnähe“, beruhigt der Förster. Wenn wirklich ein Feuer ausbrechen sollte, würde es sofort bemerkt und die Feuerwehr könnte rechtzeitig vor Ort sein, so die Hoffnung. „Es ist trotzdem eine gefährliche Ausnahmesituation. Vor allem wenn weiter kein Regen in Sicht ist.“ 
Nach Angaben des DWD wird sich an der trockenen Witterung „mittelfristig wenig ändern“. Allenfalls die Schauer- und Gewitterneigung könnten demnach zu nehmen. Der nächste Regen ist für Mittwoch angesagt.

Eine vergleichbare Dürreperiode hatte es in den vergangen Jahren laut Wetterstatistik nicht gegeben – höchstens im Sommer 2015. Fast einen Monat blieben die Niederschläge zuletzt aus. „Wir brauchen mindestens drei oder vier Tage lang leichten, kontinuierlichen Regen“, sagt Eckert. Nur so könne genug Wasser fallen, damit nicht sofort alles wieder austrocknet, wenn die Sonne zurück sei. „Was wir nicht gebrauchen können, ist ein Starkregen“, so der Förster weiter. „Der Boden ist so ausgetrocknet, dass er das Wasser nicht aufnehmen kann.“ Dadurch würde das Risiko eines anderes Unglücks steigen: Überschwemmungen. 

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Bis zum erlösenden Regenschauer sorgt das Sonnenwetter vielerorts für Probleme: Die Bauern bangen um ihre Felder, auf den nicht nur die Ernte verdorrt, sondern genauso Brandgefahr besteht. Die Stadt bangt um ihre Begrünung: Die Initiative „Frankfurt Green City“ vom Umweltdezernat bittet Bürger inzwischen den Bäumen etwas Wasser zu spenden – obwohl zeitweise bis zu 25 Leute im Einsatz sind, die nur stadtweit Pflanzen bewässern, kommen sie kaum nach. 5000 Bäume werden einmal in der Woche mit je 150 Litern Wasser versorgt. 

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