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Möglicher Investor: Höchster Porzellan-Manufaktur soll in der neuen Altstadt verkaufen

Von Die Höchster Porzellan-Manufaktur kann mit einem besonderen Bonbon um mögliche Investoren werben: Das ihr zugesagte Ladengeschäft in der neuen Altstadt bleibt trotz der Insolvenz für sie reserviert.
Jörg Köster, Geschäftsführer der Höchster Porzellan-Manufaktur (l.), im Gespräch mit Bernadette Weyland und dem vorläufigen Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Frank Schmitt (r.). Foto: Maik Reuß Jörg Köster, Geschäftsführer der Höchster Porzellan-Manufaktur (l.), im Gespräch mit Bernadette Weyland und dem vorläufigen Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Frank Schmitt (r.).
Höchst. 

Die Zukunft der Höchster Porzellan-Manufaktur beschäftigt nicht nur die Politik, sondern auch die Menschen im Frankfurter Westen: Die Marke mit dem blauen Rad ist ein Identifikationssymbol. Als die Manufaktur im Januar Insolvenz anmelden musste, war die Bestürzung groß. Dabei war klar, dass die Manufaktur seit Jahren nicht kostendeckend gearbeitet hat. Nun waren die Bilanzen allerdings so schlecht, dass Jörg Köster, Geschäftsführer der Manufaktur, die Reißleine ziehen musste. Seitdem ist Frank Schmitt vorläufiger Insolvenzverwalter der Manufaktur.

Ein Wahlkampfthema

Frank Schmitt ist Fachanwalt für Insolvenzrecht, und auch Bernadette Weyland, OB-Kandidatin der CDU, ist Juristin. Dass das Drama um die Manufaktur nicht nur ein juristisches Thema ist, sondern weiter reicht, wissen beide – vor allem Weyland, deren politische Laufbahn im Frankfurter Westen im Ortsbeirat 6 begonnen hat. Die OB-Kandidatin der CDU will sich nun in ihren Stammlanden gegen Amtsinhaber Peter Feldmann positionieren, der schon beim Ortsbeirats-Neujahrsempfang bekannt gegeben hatte, dass die Manufaktur gerettet werden soll (wir berichteten) – ohne dazu Näheres zu sagen.

Weyland fordert nun, dass die Stadt mehr Anstrengungen unternehmen müsse, die Manufaktur zu retten. Auf der Suche nach einem Investor geht es darum, die Braut hübsch zu machen: Der Geschäftsführer der Dom-Römer-GmbH, Michael Guntersdorf, hat zugesagt, den in der neuen Altstadt-Bebauung für die Manufaktur vorgesehenen Laden trotz der Insolvenz vorerst zu reservieren. Solange die konstruktiven Gespräche für die Manufaktur weiterliefen, so Guntersdorf gegenüber unserer Zeitung, werde die Ladenfläche nicht anderweitig vermietet. „Das ist Potenzial, und das würde uns sofort helfen“, sagt Schmitt – die 1 A-Lage am Römerberg ist ein überzeugendes Argument für Investoren.

Nur noch 14 Tage Zeit

Noch bis 28. Februar befindet sich die Manufaktur im vorläufigen Insolvenzverfahren. Ziel ist es, einen neuen Investor zu finden. Mit „mehreren Interessenten“ sei man im Gespräch, so Schmitt. Man achte darauf, einen Bewerber zu finden, der nicht nur an den Markenrechten interessiert sei, sondern auch die Produktionsstätte in der Palleskestraße weiterführen wolle. Derzeit arbeiten die 13 Beschäftigen trotz ausstehender Löhne weiter; auch der Eigentümer des Produktionsgebäudes, die städtische Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG), der die Manufaktur die Miete für mehrere Monate schuldig ist, ist bereit, bei der Suche behilflich zu sein. Deshalb hat die KEG für Samstag, 17. Februar, zu einer Veranstaltung unter dem Motto „Damit das Rad sich weiterdreht“ eingeladen: Von 11 bis 14 Uhr sind die Türen geöffnet, die Manufaktur macht Werbung in eigener Sache und stellt ihr Angebot vor. Dazu hat auch Oberbürgermeister Peter Feldmann sein Kommen angekündigt.

Der Weiterbestand der Manufaktur sei „ein regionales und ein lokales Anliegen“, sagt Geschäftsführer Köster, der seit dem Ausstieg des Landes Hessen im Jahr 2011 alleiniger Verantwortlicher war. Zuvor waren zeitweise auch die Hoechst AG und die Dresdner Bank Anteilseigner gewesen. Für das Land gehört Höchster Porzellan zu den bevorzugten Gastgeschenken. Allein die Großankäufe aus Wiesbaden haben die Bilanzen jedoch nicht retten können.

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