Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 12°C

Heinrich-Lübke-Siedlung: Hohe Heizkosten erhitzen die Gemüter der Mieter

Von Ein Fernwärme hat für Mieter einen entscheidenden Nachteil: Ist ihnen ihr Anbieter zu teuer, gibt es kaum eine Alternative. So geht es auch den Bewohnern der Heinrich-Lübke-Siedlung. Für sie gibt es jedoch nun eine gute Nachricht.
Der Ärger über die Nachzahlungen ist groß. Foto: Heike Lyding Der Ärger über die Nachzahlungen ist groß.
Praunheim. 

Die Mieter in der Heinrich-Lübke-Siedlung werden mit jeder Heizkostenabrechnung wütender. Seit vielen Jahren steigen für viele von ihnen die Nachzahlungsforderungen. Die Heinrich-Lübke-Siedlung in direkter Nachbarschaft zur Heerstraße ist Ende der 70er Jahre als Sozialer Wohnungsbau entstanden. Besitzer der mehreren hundert Wohneinheiten ist die ABG Frankfurt Holding.

Diese hat die zahlreichen Gebäude in den vergangenen Jahren fleißig modernisiert, neue Lüftungsanlagen, Fenster und Dämmungen eingebaut, so dass der Stromverbrauch und damit auch die Kosten eigentlich hätten sinken müssen. „Um über ein Viertel sollten die Heizkosten zurückgehen“, erinnert sich Emmanouil Kiriakakis, der bereits 1982 als einer der ersten Mieter in die Siedlung gezogen war. Von der Kostensenkung ist bei ihm bislang aber nichts zu spüren. Seine letzte Nachzahlungsforderung betrug über 300 Euro.

 

900 Euro Nachzahlung

 

Im Vergleich zu den Nachzahlungsforderungen, die andere Mieter der Siedlung im Briefkasten hatten, war das aber noch wenig. Gurbachan Chander, die in den 90er Jahren in die Siedlung gezogen ist zahlte zuletzt immerhin fast 900 Euro nach. „Bis 2008 bekam ich regelmäßig Gutschriften, danach hieß es nachzahlen. Die Summen auf der Abrechnung haben sich im Vergleich zum Vorjahr sogar noch vergrößert“, erzählt sie.

Das Problem, betont ABG-Geschäftsführer Frank Junker, sei der Wohnungsbaugesellschaft bereits bekannt und Grund dafür gewesen, dass die ABG ihren Mietern mit einer Gutschrift von zehn Prozent entgegengekommen sei: „Dadurch dass in den letzten Jahren immer wieder Arbeiten stattgefunden haben, Bauarbeiter ein- und ausgegangen sind und Türen und Fenster für die Sanierung offen gestanden haben, ist der Verbrauch noch nicht da, wo wir ihn haben wollen“, erklärt er. Doch der Verbrauch ist für die Mieter nicht das Hauptproblem.

„Die Preise pro Kilowattstunde in der Siedlung sind über die letzten Jahre immens angestiegen“. Das ist Jürgen Lutz aufgefallen, der die Mieterinitiative, zu der Chander und Kiriakakis gehören vom Verein „Mieter für Mieter“ unterstützt. „Lag der Preis pro Kilowattstunde 2010 noch bei 1,06 Euro, ist er inzwischen auf 1,41 Euro angestiegen“, sagt Lutz und betont: „Damit sind die zehn Prozent Gutschrift bereits berücksichtigt. Ohne die wären es rund 1,58 Euro pro Kilowattstunde. Der Bundesdurchschnitt liegt laut Heizspiegel bei 1,15 für Fernwärme“

 

Heizkraftwerk wird saniert

 

Und genau das ist es, was die Mieter nicht verstehen. Die Energie für die Fernwärme wird in einem Blockheizkraftwerk auf dem Gelände der Siedlung produziert, das einst gemeinsam mit der Siedlung gebaut wurde und seit rund zehn Jahren von der Mainova betrieben wird. Mainova-Sprecher Thomas Breuer liefert auf Nachfrage dieser Zeitung für den Ärger der Mieter eine einfache Erklärung: Auch das Kraftwerk wurde in den letzten Jahren modernisiert. Die Investitionskosten dafür mussten auch auf die Mieter umgelegt werden, was sich auch in den Heizkosten zeigte.

Doch der Ärger der Mieter soll bald schon Geschichte sein, sagt Breuer: „Schon in der Abrechnung fürs Jahr 2014, die gegen Jahresende verschickt werden soll, werden die Mieter feststellen, dass die Kilowattstundenpreise wieder drastisch reduziert worden sind. Um rund ein Drittel würde auch hier der Wärmearbeitspreis nach der Sanierung sinken. Eine Tatsache, die die Gemüter erstmal beruhigen sollte.

Denn gegen die letzte Heizkostenabrechnug haben inzwischen über 200 Mietparteien Einspruch eingelegt. Die Hoffnung, tatsächlich Geld zurückzubekommen, sind jedoch nicht sonderlich groß. Nun hoffen sie, dass die Versprechen der ABG wenigstens in Erfüllung gehen. Denn mit den Einsparungen durch die Sanierung wäre ihnen mächtig geholfen.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse