E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 17°C

Plakataktion in Niederrad: Humoroffensive gegen Hundehaufen

Von Elmar Lixenfelds komische Plakate gegen „deplatzierte Geschäfte“ haben es von Bockenheim nach Niederrad geschafft. Seit gestern hängen zehn Plakate in der Willemineallee.
Eins von zehn verschiedenen Plakaten. Bilder > Foto: Holger Menzel Eins von zehn verschiedenen Plakaten.
Niederrad. 

„In Niederrad gibt es sehr viele Hunde“, weiß Monika von der Brüggen. Sie selbst besitzt einen australischen Hütehund: Velo, acht Jahre alt. Gemeinsam durchstreifen sie gerne das Viertel und kommen dabei auch durch die Willemineallee – einen Ort, der Hunde wegen der langen Grünfläche und der hohen Kastanienbäume förmlich dazu einlädt, ihr Geschäft dort zu verrichten. Und je nachdem, wie es Hundebesitzer dann mit der Pflicht halten, die Hinterlassenschaften verschwinden zu lassen, verstecken sich zwischen Veilchen, Gänseblümchen und braunen Blättern dann einige organische Tretminen mehr oder weniger. „Es gibt zwei Abfalleimer hier, trotzdem werden die Haufen immer wieder liegen gelassen“, ärgert sich von der Brüggen entsprechend.

Damit es künftig eher weniger als mehr werden, half sie gestern ein wenig nach – nicht mit Schimpftiraden oder bösen Wünschen allerdings, sondern mit Humor: Mit den Freundinnen Monika Weiß-Hauf und Sylvia Hauf klebte sie zehn Plakate des Bockenheimer Grafikers Elmar Lixenfeld an die Kastanien. Hinter Klarsichtfolie heißt es da nun etwa: „Wer’s liegen lässt, fällt Hundefreunden in den Rücken“. Oder: „Mancher Hund wurschtelt sich halt so durchs Leben“.

 

Eifrige Nachahmer

 

Lixenfeld hatte sich die Sprüche gegen „deplatzierte Geschäfte“ ausgedacht, weil sich auf dem Trottoir vor seinem Büro eine Zeit lang die Haufen eines anonymen Hundes häuften. Um keine Aggressionen zu schüren, das nervige Problem aber dennoch zu lösen, hängte Lixenfeld eines seiner 20 Plakate ans Hoftor in der Werrastraße – und die Haufen verschwanden von selbst (wir berichteten). „Ich glaube an die Kraft des Humors“, sagte Lixenfeld und stellte die Plakate auf die Website duodez.de zum kostenlosen Download. In Niederrad fand er nun eifrige Nachahmer.

„Humor ist besser als der erhobene Zeigefinger. Er kommt besser an“, meint auch Monika von der Brüggen. Und Monika Weiß-Hauf ergänzte gestern: „Es werden doch sonst nur Verbotsschilder aufgehängt. Wir wollen die Menschen aber dazu bringen, verantwortungsbewusst mit dem Problem umzugehen“ – dass die „deplatzierten Geschäfte“ also in die Plastiktüte und den Mülleimer gehören. Nicht umsonst bestraft die Stadt solche „Gassi-Sünder“ mit 75 Euro, sofern diese in flagranti erwischt werden. Dies allerdings komme nicht allzu oft vor, teilt das Ordnungsamt mit.

 

Weitere Aktionen

 

Umso wichtiger erscheint es daher, dass Hundebesitzer selbst in die Offensive gehen. Bei zahlreichen Passanten, die während des Plakatierens ihre vierbeinigen Gefährten durch die Willemineallee führten, kamen Lixenfelds Sprüche nämlich gut an. Werner Buthe, der mit seinem Bobtail vorbeikam, war sichtlich begeistert: „Als verantwortungsbewusste Hundebesitzer sind wir klar für die Aktion“, sagte er: „Ich hasse es, wenn wenige Leute ein schlechtes Beispiel für eine ganze Zunft abgeben.“ Umgekehrt gebe es auch einige Menschen, die Hunde hassten, weshalb es gut für die mitunter „dramatisch geführte Diskussion“ sei, wenn sie durch lockere Sprüche wieder versachlicht werde. „Eine unaufgeregte Debatte führt in der Regel zu höherer Produktivität“, sagte Buthe.

Für Monika von der Brüggen soll die Plakataktion deswegen nicht zwangsläufig die letzte gewesen sein. „Wir machen hier den Anfang, dann können wir weiterschauen“, erklärte sie. Noch bis Juli gelte die Sondergenehmigung des Grünflächenamts, die Plakate an den Bäumen zu präsentieren. Wie Sylvia Hauf berichtete, zeugten aber auch weitere Gassen von Humorbedarf: „Ganz schlimm“ sei es in der Waldstraße und in der Goldsteinstraße, „da tritt man alle paar Meter in einen Haufen“.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen