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Krankenhaus-Hygiene: Hygienemängel an der Uni-Klinik?

Von In Krankenhäusern spielt vor allem Hygiene eine große Rolle. Doch jetzt schlägt die Gewerkschaft IG BAU Alarm: Hygiene-Standards an der Uniklinik stehen auf der Kippe, weil die Reinigungskräfte zu wenig Zeit zum Saubermachen haben.
Eine OP-Schwester am Instrumententisch – führt der Sparzwang am Frankfurter Uni-Klinikum zu mangelhafter Hygiene? Foto: dpa Eine OP-Schwester am Instrumententisch – führt der Sparzwang am Frankfurter Uni-Klinikum zu mangelhafter Hygiene? Foto: dpa
Frankfurt.  Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU schlägt Alarm. Sie ruft die „Warnstufe Rot“ für die Hygiene am Frankfurter Universitätsklinikum aus. Notwendige Hygiene-Standards stünden auf der Kippe, klagt Veit Wilhelmy, Gewerkschaftssekretär der IG BAU. Dies sei in allen Bereichen der Fall – vom Patientenzimmer bis zum Operationssaal. „Verantwortlich dafür sind aber nicht die Reinigungskräfte, sondern die Klinik-Leitung“, so Wilhelmy. Sie würde immer weiter an der Sparschraube drehen. „Und das wirkt sich dann natürlich auf die Arbeit der Reiniger aus. Sie haben immer weniger Zeit, bekommen aber immer größere Flächen zum Reinigen zugeteilt.“

Freie Bahn für Viren

Soll heißen: Hatte eine Putzkraft früher noch acht Stunden für eine Station Zeit, muss sie heute zwei Stationen in sechs Stunden saubermachen. Keine guten Voraussetzung für die Hygiene. „Da muss man sich nicht wundern, wenn sich multiple Krankenhauserreger weiterverbreiten“, moniert Wilhelmy. Nicht zu vergessen sei dabei auch eine Übertragungsgefahr von Hepatitis A und B. „Da sehen wir in Zukunft eine massive Gefahr für die Patienten und Reinigungskräfte.“
 
Dem kann Uwe Richtmann, stellvertretender Personalratsvorsitzender der Uniklinik, nur zustimmen. Er sieht das Problem in der Auflösung des Vertrags mit der bisherigen Reinigungsfirma Götz. Die zieht sich Mitte des Jahres aus der Uniklinik zurück. „Den 135 Reinigungskräften, davon sind 79 in Festanstellung, soll gekündigt werden“, so Richtmann. Sie könnten sich dann zwar bei der neuen Dienstleister für die Uniklinik bewerben, haben aber wieder eine Probezeit. „Eine Garantie auf Festanstellung gibt es natürlich auch nicht. Und dass, obwohl sie hier schon teilweise seit mehr als zehn Jahren saubermachen, alle Ecken kennen, wissen, wo im Zeitdruck am gründlichsten gereinigt werden muss“.
 
Die Leitung der Uniklinik weist alle Vorwürfe von sich. „Für uns hat eine kompromisslose Hygiene zentrale Priorität“, sagt Professor Jürgen Schölmerich, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor. Das Klinikum beschäftige einen eigenen Krankenhaushygieniker. Es existierten genaue Verfahrensanweisungen, wie beispielsweise Patientenzimmer desinfizierend zu reinigen seien. „Es sind bis heute keine Hygienemängel zu beanstanden“, so Schölmerich. Der Vertrag mit der Firma Götz sei „entsprechend den europäischen Vergaberichtlinien“ gekündigt worden. Regelmäßig müssten die Reinigungsleistungen neu ausgeschrieben werden. Dennoch wünsche sich der Vorstand, dass das Reinigungspersonal auch durch den zu findenden neuen Anbieter weiterbeschäftigt wird.
 
Nichtsdestotrotz hat die IG BAU die Putzkräfte der Uniklinik heute um 12.45 Uhr zu einer „Wut-Stunde“ vor das DGB-Haus aufgerufen.
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