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"Ich kann Bürgermeister"

Von Um den Chefsessel im Eschborner Rathaus kämpft nun auch ein SPD-Genosse, der in Frankfurt kein Unbekannter ist - Adolf Kannengießer war Büroleiter verschiedener Dezernenten am Main. Nun fordert er den Amtsinhaber Wilhelm Speckhardt heraus.
Wilhelm Speckhardt Wilhelm Speckhardt
Frankfurt/Eschborn. 

Adolf Kannengießer heißt der Mann, der im Auftrag der SPD-Genossen Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) vom Eschborner Rathaus-Thron stoßen soll. Kannengießer, der von der SPD-Spitze in dem prosperierenden Vorstädtchen in der letzten Woche der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, ist in Frankfurt kein Unbekannter.

Er wurde 1950 in Oberbayern geboren. Kannengießer war 13 Jahre lang, von 1999 bis 2012, Büroleiter und persönlicher Referent im Frankfurter Magistrat für die Stadträte Volker Stein, Franz Zimmermann (beide FDP) und Martin Wentz (SPD). Davor leitete Kannengießer zwölf Jahre lang das Bauamt in Usingen. Von 1976 bis 1987 war er in Diensten der Stadt Eschborn, wo er auch wohnt. Seit 1991 Mitglied der SPD war er Stadtverordneter in Eschborn und ist heute noch Stadtrat. Zudem sitzt er im Kreistag und ist dort Mitglied des Haupt- und Finanzausschusses.

Marathonmann

Kannengießer ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Seine Ausdauerfähigkeit hat er in über 20 Marathonläufen bewiesen, so dass er sich auch der anstrengenden Kandidaten-Tour bis zur Bürgermeisterwahl, die vermutlich am 22. September stattfinden wird, gewachsen fühlt.

Adolf Kannengießer sitzt im Aufsichtsrat der städtebaulichen Entwicklungsgesellschaft Eschborn und der Rhein Main Abfall GmbH.

Das letzte Wort für die Kandidatur hat die Mitgliederversammlung der SPD am 21. März im Sitzungssaal des Rathauses - doch da kann man getrost von einer Bestätigung ausgehen.

Auf der nächsten Seite: Feldmann-Effekt?

Mit Kannengießer hat sich die Zahl der Bewerber für den Chefsessel im Rathaus auf drei erhöht. Neben dem amtierenden Wilhelm Speckhardt hat Bernd Kuhn (Freie Wähler) den Hut in den Ring geworfen.

Angesichts dieses Kandidaten-Spektrums sind sich die Genossen einig, dass Speckhardt "auf keinen Fall im ersten Wahlgang gewinnen wird". Man hofft, dass der fulminante Sieg des Frankfurter SPD-Kandidaten Peter Feldmann eine Art Sogwirkung in Eschborn entwickeln könnte. Auch die Landtagsfraktion in Wiesbaden hat dem Kandidaten ihr Vertrauen ausgesprochen.

Gelassen beantwortet Kannengießer die Frage, inwieweit er erst nach der Absage der ersten Wahl für die Position, Sabine Blum-Geenen, zum Zug kam: "Ich fühle mich nicht als zweite Wahl", sagt Kannengießer.

Der SPD-Mann geißelte zugleich die "Ankündigungspolitik" des Amtsinhabers Speckhardt: Drei Gründe hätten ihn zur Kandidatur bewogen: Der "einzigartige finanzielle Gestaltungsspielraum" in Eschborn, einer Stadt, die jedoch "unter ihren Möglichkeiten regiert" werde. Kannengießer wirft dem jetzigen Rathauschef vor, dass dessen "Umgang mit den ihm anvertrauten Steuermitteln "grob fahrlässig ist". Als "Paradebeispiel inkonsequenter Finanzpolitik" nennt er das geplante 50-Meter-Becken im Wiesenbad. Seit 2009 habe die SPD Gelder für die Planung dieses Vorhabens verlangt- stets vergeblich.

Auf Druck des Schwimmclubs Westerbach seien jetzt zehn Millionen Euro für das Projekt vorgesehen, obwohl die Kosten noch nicht feststünden.

Selbstbewusster Auftritt

Kannengießer monierte auch mit Blick auf die Gereiztheiten zwischen Eschborn und Schwalbach: "Ich werde einen anderen Umgang mit den Nachbarn pflegen."

Und selbstbewusst fügte der sonst die leisen Töne bevorzugende Diplom-Verwaltungswirt hinzu: "Ich kann Bürgermeister."

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