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Im Bahnhofsviertel geht die Angst um

Fixerei und Dealerei auf offener Straße, verbale und körperliche Angriffe – die Anwohner des Bahnhofsviertels berichten von unerträglichen Zuständen und rufen um Hilfe.
Die Anwohner des Bahnhofsviertels haben in einem offenen Brief auf die zunehmende Drogenproblematik und ansteigende Kriminalität aufmerksam gemacht. Die Anwohner des Bahnhofsviertels haben in einem offenen Brief auf die zunehmende Drogenproblematik und ansteigende Kriminalität aufmerksam gemacht.
Frankfurt. 

Der Ton, den die Anwohner des Bahnhofsviertels in ihrem offenen Brief anschlagen, spricht Bände: "Wir sind mit einer großen Angst erfüllt. Wir fühlen uns nicht mehr sicher in unserem Zuhause, in unserem Viertel. Es ist uns nicht mehr möglich, hier unbeschwert zu leben."

Als Grund für all das führen die 84 Unterzeichner des Briefes den "unerträglich gewordenen Drogenkonsum" im Bahnhofsviertel an. Dessen Auswüchse hätten "in den letzten Jahren das Maß alles Erträglichen überschritten". Die Anwohner berichten von Menschen, die mit Spritzen in den Venen in Hauseingängen liegen, und von Dealern, die unverhohlen Passanten ansprechen und Drogen verkaufen.

Die persönliche Betroffenheit machen die Unterzeichner mit drei Beispielen deutlich: Ein Anwohner der Taunusstraße habe kürzlich in eine offene Spritzenkanüle gegriffen, die an seiner Haustür angebracht worden war, ein anderer sei von einem Mann, der unter Drogen stand, verfolgt, überfallen und geschlagen worden. Außerdem habe eine drogenabhängige Frau einer Schwangeren mit einem Tritt in den Bauch gedroht.

"Die als Frankfurter Weg bekannte Drogenpolitik als Mischung aus Hilfe und Repression ist nicht ausreichend", betonen die Unterzeichner. Die Drogenszene konzentriere sich auf der Straße, vor allem in der Nähe der Drogenkonsumräume. "Die erhöhte Polizeipräsenz scheint nicht zu helfen."

Von der Stadt und Politik und allen beteiligten Akteuren erwarten die Anwohner, dass sie Lösungswege aufzeigen und die Situation ändern. Eine nachhaltige Politik, so schreiben sie, müsse Drogenabhängigen, aber auch Anwohnern und Bürgern helfen.red

(red)
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