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Traditionslokal: Im "Hirsch" in Oberrad wird wieder ausgeschenkt

Von Die neue Eigentümerin des „Gasthof Zum Hirsch“ möchte – trotz geplanter baulicher Maßnahmen – den Charakter des mehr als 300 Jahre alten Gebäudes weitgehend erhalten. Wann es losgeht, steht noch nicht fest. Bis dahin läuft der gastronomische Betrieb weiter.
Vor wenigen Tagen startete Pächterin Ingrid Barth (li.) wieder den gastronomischen Betrieb im „Gasthof Zum Hirsch“. Der Oberräder Günter Jung kommt gerne in das Traditionslokal, das aufgrund seiner lange Geschichte identitätsstiftend für den Stadtteil ist. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Vor wenigen Tagen startete Pächterin Ingrid Barth (li.) wieder den gastronomischen Betrieb im „Gasthof Zum Hirsch“. Der Oberräder Günter Jung kommt gerne in das Traditionslokal, das aufgrund seiner lange Geschichte identitätsstiftend für den Stadtteil ist.
Oberrad. 

Eigentlich sollte Ende November 2017 Schluss sein mit dem gastronomischen Betrieb im Traditionslokal, dem „Gasthof Zum Hirsch“ in Oberrad. Zum 300-jährigen Bestehen 2008 hatte Ingrid Barth das Lokal in der Offenbacher Landstraße 289 übernommen. Nach zehn Jahren lief die Pachtzeit aus. Der Voreigentümer verkaufte Gebäude und Grundstück an die Ikarus Property GmbH aus Seligenstadt.

„Zwischen dem früheren Eigentümer und mir war vertraglich vereinbart, dass, sofern keiner der beiden Parteien kündigt, sich der Vertrag stillschweigend um ein Jahr verlängert“, sagt Barth. Der Voreigentümer habe nach Ablauf der vereinbarten Pachtzeit von seinem vertraglichen Recht Gebrauch gemacht und gekündigt, so dass der Pachtvertrag Ende 2017 rechtlich einwandfrei beendet worden sei.

Umzugskisten ausgepackt

Sechs Wochen Zeit hatte Barth, um alles zu verpacken. Es gab viel zu tun. Mittlerweile steht fast alles wieder an seinem gewohnten Platz, frisch gespült und einsatzbereit für die Gäste. Seit ein paar Tagen läuft auch der Betrieb wieder im Lokal. Damit hatte die Pächterin noch vor ein paar Wochen nicht gerechnet.

Die Offenbacher Landstraße ist derzeit eine Großbaustelle. Der Zugang zum Traditionslokal „Gasthof Zum Hirsch“ ist trotzdem gewährleistet. Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Die Offenbacher Landstraße ist derzeit eine Großbaustelle. Der Zugang zum Traditionslokal „Gasthof Zum Hirsch“ ist trotzdem gewährleistet.

In einem Gespräch mit der neuen Eigentümerin habe man ihr vorgeschlagen, weiterzumachen. „So lange, bis alle Baugenehmigungen vorliegen“, bestätigt Leonardo Tenorio Baez von der Ikarus Property GmbH. Wann dies genau sein wird, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Die endgültigen Planungen für Grundstück und Gebäude sollen aber, sobald sie feststünden, vorgestellt werden.

Der „Gasthof Zum Hirsch“ feiert diesen August seinen 310. Geburtstag. „Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz“, sagt Tenorio Baez. Trotz geplanter baulicher Maßnahmen, solle der Charakter des Gebäudes aber weitgehend erhalten bleiben. Wichtig sei in dem ganzen Prozess, den Gasthof in die Gegenwart zu holen und ihn zukunftstauglich zu machen. Vorstellbar sei eine Kombination aus Wohn- und Geschäftshaus. Die Gaststätte würde den Geschäftsteil bilden.

Gewölbekeller nutzen

„In Frankfurt gibt es schöne Beispiele dafür, wie historisches und modernes miteinander verbunden ist“, fügt er hinzu. Damit werde ein Mehrwert geschaffen, der sich an alle Generationen von Jung bis Alt richte. „Im Gebäude haben wir mit dem Gewölbekeller einen riesengroßen Schatz gefunden und finden, dass wir diesen wieder zum Leben erwecken sollten beispielsweise für Veranstaltungen.“

Für Ingrid Barth kam der Vorschlag weiterzumachen zunächst etwas überraschend. „Ich hatte gedanklich schon damit abgeschlossen“, sagt sie. Nach ein paar Tagen Bedenkzeit habe sie das Angebot angenommen. „Also haben wir die Umzugskisten wieder ausgepackt.“ Die Gäste freut das sehr. Einer hiervon ist der Oberräder Günter Jung. Er weiß: „Das Lokal wurde von Generation zu Generation von den Familien und Vereinen belebt.“

Im Gespräch merkt man der Pächterin an, mit wie viel Leidenschaft sie ihrer Arbeit nachgeht. „Der Hirsch“, sagt Barth, sei „ihr Baby“. Sie habe im Februar 2000 angefangen, ein bis zweimal pro Woche im Lokal als Aushilfe zu arbeiten. Als die Vorpächterin aus Altersgründen schließlich nach einem Nachfolger gesucht habe, sei sie von ihr gefragt worden, ob sie das Lokal übernehmen möchte – und sie musste nicht lange überlegen. Barth blickt optimistisch in die Zukunft. Als nächste größere Veranstaltung stehe die Fastnacht an - diese im Lokal zu feiern, auch das habe im Hirsch Tradition.

Geänderte Öffnungszeiten

Wegen der Baustelle auf der Offenbacher Landstraße öffnet das Lokal montags bis freitags von 16.30 bis 23 Uhr, samstags von 15 bis 23 Uhr und sonntags von 11 bis 15.30 Uhr.

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