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Liebfrauenschule: Im Rennen um den Schulpreis

Die Liebfrauenschule in der Schäfergasse gehört zu den besten Schulen bundesweit. Die Jury des Deutschen Schulpreises der Robert-Koch-Stiftung hat sie mit 19 weiteren Kandidaten in den erweiterten Favoritenkreis gewählt und wird sie im Februar besuchen und begutachten. Dann winkt das Finale.
Dass man am Computer nicht nur zocken, sondern auch gut lernen kann, sollen die Liebfrauenschüler früh lernen. Bilder > Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Dass man am Computer nicht nur zocken, sondern auch gut lernen kann, sollen die Liebfrauenschüler früh lernen.
Innenstadt. 

Die Liebfrauenschule ist besonders. So besonders, dass sie sich zusammen mit 89 anderen Schulen für den Deutschen Schulpreis beworben hat. Mit Erfolg, denn die ersten beiden Hürden hat die Grundschule bereits genommen. Erst gehörte sie zu den besten 50, jetzt sogar zu den besten 20 Schulen in ganz Deutschland. Damit steigen die Hoffnungen, zu einem der Preisträger des diesjährigen, mit 270 000 Euro dotierten Schulpreises der Robert-Bosch-Stiftung gekürt zu werden. Damit würde die Liebfrauenschule in die Fußstapfen der Römerstadtschule treten, die 2014 mit 25 000 Euro ausgezeichnet wurde.

Es gibt vieles, das die Schule in der Schäfergasse so besonders macht. Sie hat einen musikalischen Schwerpunkt, es gibt bilinguale Klassen, in denen in Deutsch und Spanisch unterrichtet wird. Zudem nimmt die Schule, die derzeit von rund 300 Kindern besucht wird, an Erasmus-Programmen teil, bei denen die Lehrkräfte im europäischen Ausland hospitieren, dort andere Unterrichtsmethoden und anderes Schulmanagement kennenlernen und ihre Erfahrungen in ihre Arbeit an der Liebfrauenschule einfließen lassen.

Eltern mit einbinden

Bei all dieser Vielfalt sei jedoch die spezifische Arbeit mit den Eltern der Grundschüler eine der großen Stärken der Liebfrauenschule, erklärt Schulleiterin Helen Kellermann-Galle. „Wir versuchen, viel zu machen, damit die Eltern die Scheu verlieren, in Kontakt mit der Schule zu kommen“, betont sie. Bis zu eineinhalb Jahre vor der Einschulung ihrer Kinder würden die Eltern deswegen bereits in die Arbeit der Schule einbezogen. So lernen sie bei speziellen Veranstaltungen, welche Kompetenzen der Nachwuchs für einen guten Schulstart braucht, sie können sich bei offenen Treffen über Erziehungsthemen informieren und bei den Proben und Auftritten des Eltern-Lehrer-Chors in zwanglosen Kontakt mit den Pädagogen treten.

Zwei Stiftungen, ein Schulpreis, bislang ein Frankfurter ...

Die Robert-Bosch-Stiftung vergibt den Deutschen Schulpreis seit 2006 gemeinsam mit der Heidehof-Stiftung. Er ist der bekannteste, anspruchsvollste und höchstdotierte Preis für gute Schulen im Land.

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Dieses vertrauensvolle Verhältnis zwischen Lehrern und Eltern zeigt sich auch an anderer Stelle. „Die Eltern können das Schulhaus jederzeit Betreten. Davon halten wir niemanden ab“, so Kellermann-Galle. Auf einen engen Kontakt legt die Schule allerdings nicht nur zu den Eltern wert, auch mit den Kindertagesstätten in der Innenstadt und dem Haus der Volksarbeit pflegt sie eine enge Zusammenarbeit.

Als musikalische Grundschule legt die Liebfrauenschule außerdem viel Wert darauf, den Kindern über Musik die Möglichkeit zu geben, sich zu beweisen. Alle Schüler der zweiten bis vierten Klasse haben wöchentlich eine Stunde Zeit für ein Musikprojekt ihrer Wahl – sei es trommeln, flöten, Geschichten vertonen oder tanzen. „Die Kinder sollen die Möglichkeit haben zu zeigen, dass sie zwar vielleicht in Deutsch oder Mathematik nicht so gut abschneiden, aber im Bereich der Musik große Stärken haben“, erklärt Helen Kellermann-Galle das pädagogische Konzept dahinter.

Zudem sei die Liebfrauenschule die erste Schule in Hessen gewesen, die bilinguale Klassen mit Spanisch anbot. Mittlerweile gebe es eine zweite Schule, sagt Helen Kellermann-Galle. „Das ist gut, denn wir haben für die bilinguale Klasse wahnsinnig viele Anmeldungen“, sagt sie.

Zweiter Anlauf nach 2014

Nach 2014 bewirbt sich die Liebfrauenschule bereits zum zweiten um den Preis. Bis unter die besten 50 haben sie es damals geschafft. „Die Rückmeldung, die wir damals bekommen haben, haben wir als Ansporn genommen, uns neu aufgestellt und wagen jetzt einen neuen Versuch. Denn wir sind überzeugt davon, dass wir gute Arbeit machen“, sagt die Schulleiterin. Dass die Schule in den Augen der Jury zu den besten 20 Bewerbern gehört, zeige zudem, wie gut der schriftliche Antrag gewesen sei.

Aber wie geht es jetzt weiter? Am 20. und 21. Februar besucht die Jury des Schulpreises die Liebfrauenschule. Helen Kellermann-Galle hofft, dass die Vertreter trotz der Stippvisite einen echten Eindruck bekommen. „Die Zusammenarbeit mit den Kitas und der Familienbildung sowie die langfristige Wirkung der Elternarbeit kann man in so kurzer Zeit nur schwer sehen. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Jury merkt, wie die Philosophie der Schule ist“, sagt sie. Wenn das gelingt, könnte die Liebfrauenschule die nächste und letzte Hürde nehmen und zum Finale nach Berlin eingeladen werden – nur die besten 15 Schulen in Deutschland schaffen es bis dorthin. Und vielleicht ist die Grundschule aus der Schäfergasse ja eine davon.

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