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Gastro-Kolumne: Im „Ursprung“ schmeckt es wie bei Muttern

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Urig-gemütlich: Inhaberin Steffi Kurbasa und Küchenchef Karim Lohr beweisen Geschmack im Restaurant „Ursprung“ in Dreieich. Foto: Heike Lyding Urig-gemütlich: Inhaberin Steffi Kurbasa und Küchenchef Karim Lohr beweisen Geschmack im Restaurant „Ursprung“ in Dreieich.

Manchmal findet zusammen, was zusammengehört – wie im „Restaurant Ursprung“. Das nur wenige Schritte vom Bahnhof Buchschlag entfernte Lokal haben Steffi Kurbasa und Karim Lohr übernommen und wiedereröffnet. Dank der Geschäftspartner verfügt das Restaurant nun über eine herzliche Gastgeberin und einen gut gelaunten Küchenchef.

Kennengelernt haben sich die beiden vor über zehn Jahren, und zwar in „Schubeck’s Check Inn“: „Er hat als Souschef beziehungsweise Chefkoch gearbeitet, während ich im Service tätig war“, erzählt Kurbasa. Doch dann verloren sie sich einige Jahre aus den Augen. In dieser Zeit hat Lohr die Küche gegen das Büro getauscht und als Betriebsleiter einen großen Fruchthändler in Rodgau unterstützt. Kurbasa hingegen war mit André Großfeld, ihrem damaligen Lebensgefährten, nach Friedberg gegangen. Dort eröffneten sie den „Gastraum der Sinne“, über dem schon bald ein Michelin-Stern leuchtete.

Im Jahr 2014 liefen sich die einstigen Kollegen erneut über den Weg – wieder im „Check Inn“. Doch inzwischen hatten sie auf gehobene Küche keine Lust mehr: „Wir wollten Bodenständiges für jedermann, zurück zu den Wurzeln, zurück zum Ursprung.“ Weshalb sie ihr gemeinsames Lokal auch so genannt haben.

Für ihr kulinarisches Konzept bildet eine frühere Remise den richtigen Rahmen. Sie gehört zum einstigen Forsthaus, dem heute ältesten Gebäude in Buchschlag. Das verfallene Hinterhaus des denkmalgeschützten Ensembles wurde 2012 instand gesetzt und saniert. „Wir haben lediglich eine neue Theke einbauen lassen“, sagt Lohr. Der Gastraum drumherum zieht sich über zwei Etagen.

Das Publikum kann sich also zwischen Erd- und Oberschoss entscheiden. Dunkle Dachbalken verleihen den ansonsten hell eingerichteten Räumen leicht rustikalen Charme. Den Gästen, die unten sitzen, bietet sich ein Blick in den Garten, aber auch in die erste Etage; die teilweise verglaste Zwischendecke macht’s möglich.

In diesem Ambiente wissen die Betreiber eine behagliche Atmosphäre zu schaffen: „Reinkommen und wohlfühlen lautet unsere Devise. Doch bei uns können die Gäste nicht nur entspannen. Sie dürfen auch krümeln.“ Darüber freuen sich besonders die Familien mit Kindern, die neben Pärchen und Geschäftsleuten zum bunt gemischten Publikum zählen. Sie alle können aus einer kleinen, wöchentlich wechselnden Karte wählen. „Dadurch kommt bei den Gästen keine Langeweile auf. Und bei mir auch nicht“, sagt der Küchenchef – der übrigens am liebsten „wie bei Muttern“ kocht. Viele der deutschen Gerichte serviert er allerdings mit einem gewissen Pfiff. Das Zanderfilet in Kartoffelkruste ist ein gutes Beispiel dafür. Vorneweg etwas Leichtes und Knackiges? Bitte schön, der bunte Blattsalat, wahlweise mit Almschinken oder hausgeräucherten Garnelen, hat seinen Namen wirklich verdient (9 und 14,90 Euro). Auf der pflückfrischen Mischung bilden verschiedene Kressesorten das geschmackliche i-Tüpfelchen. Beim Odenwälder Ziegenkäse im Speckmantel (ersterer mild und weich, letzterer würzig und knusprig) ist es dagegen das aromatische Feigen-Chutney (9,90 Euro).

Mit kontinuierlicher Qualität überzeugt der Küchenchef auch beim erwähnten Zander: Der zarte und saftige Fisch thront auf sorgsam gegarten Karotten, Pastinaken und Zucchini, dazu gibt es Beurre blanc (21,90 Euro). „Unsere Gäste kommen nicht her, um Kalorien zu zählen“, sagt Lohr schmunzelnd. Und sie schätzen große Portionen – wie das Frankfurter Schäufelchen beweist, das mit sämigem Kartoffel-Meerrettich-Stampf und erfreulich mildem Apfelwein-Sauerkraut auf dem Teller liegt (18,90 Euro). Zum Nachtisch ein paar Pralinen, die Kurbasa selbst herstellt und bereits im „Gastraum der Sinne“ echte Verkaufsschlager waren? Kein Wunder, die Variante mit Dattel, Marzipan und Nougat hat Suchtpotenzial (1,50 Euro).

In den Aufgabenbereich der Inhaberin fällt auch die kleine Weinkollektion. Sie setzt sich aus deutschen Erzeugnissen ebenso zusammen wie aus Weinen, die von Winzern aus europäischen Nachbarländern stammen. Auf der Karte, die auch zehn offene Gewächse umfasst, finden sich vor allem klassische Weine. Zum Fisch empfiehlt Kurbasa einen Weißburgunder von Markus Molitor (0,2 l für 6,90 Euro), „weil dessen cremige Textur gut zur Beurre blanc passt“. Im „Restaurant Ursprung“ findet eben zusammen, was zusammengehört.

 

Restaurant Ursprung

Dreieich, Buchschlager Allee 4, Tel. (06103) 988 64 30, www.restaurant-ursprung.de, Mo–Fr 11.30–22, Sa 15–22, So 11.30–20 Uhr, Sitzplätze: 44 innen / 44 außen, Küche: deutsch

 

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