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Die Woche im Römer: Immer Ärger mit den Viechern

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Foto: Frank Rumpenhorst (dpa)
Frankfurt. 

Wie kommen eigentlich Politiker auf ihre Ideen? Die Frau oder der Mann berufen sich ja auf einen Wählerauftrag. So hört man es beständig an Wahlabenden. Der Auftrag ist selten präzise, sondern bleibt wie die Wahlprogramme oft schwammig. Doch gemäß dem Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel ist die Wahrheit immer konkret. Auf der Suche danach ist dann der rührige Kommunalpolitiker als Kümmerer vor Ort auf sich alleine gestellt. Der Blick ins Parteiprogramm hilft ihm nicht weiter.

Wie könnte er das Leben der Bürger in Frankfurt noch angenehmer gestalten? Da er ein Mann des Volkes ist, spaziert er häufig durch seinen Beritt. Wie beispielsweise die Stadtverordneten der Bürger für Frankfurt (BFF). Einer der drei Stadtverordneten verließ die S-Bahn-Station Galluswarte. Oben, in der Tragekonstruktion der S-Bahnbrücke nisten Tauben. Unten mitten unterm Wahlvolk läuft der BFF-Politiker.

Thomas Remlein Bild-Zoom Foto: Salome Roessler
Thomas Remlein

Plumps! Da fallen 50 Gramm ohne Knochen auf das Haupthaar des Mannes. Plötzlich fällt es ihm wie Schuppen vor die Augen: Hier müsste dringend etwas getan werden. Denn auf diese Art und Weise dürfen unbescholtene Bürger nicht besch. . .en werden. Und schon ist der Antrag NR 348 formuliert, welcher den Magistrat beauftragt, „die ekelerregenden und gesundheitsgefährdenden Zustände im Bereich der S-Bahnunterführung an der Galluswarte zu beseitigen.“ Ein guter Politiker erfüllt viele Bedürfnisse. Deshalb muss er auch an die Tierschützer denken, die nicht mitsamt der Tauben vergrault werden dürfen. Deshalb forderten die BFF-ler, die Taubenpopulation „tierschutzkonform“ zu reduzieren.

Inzwischen hat der Magistrat reagiert. Es wurden Drahtgitter angebracht, so dass die Tauben über dem Bürgersteig nicht mehr brüten können. Allerdings sind die Vögel nun auf die Stahlträger über der Mainzer Landstraße umgezogen. Von dort bombardieren sie unter ihnen fahrende Autos. Deren Fahrer können sich aber wenigsten durch Einschalten der Scheibenwischer wehren.

Gewaltfreie Lösungen, um die Reviere von Tier und Mensch zu trennen, sind im dichten Gewusel der Großstadt schwierig. Vor allem wenn ein Viech wie die Nilgans so aggressiv ist wie Kim Jong-un, Trump, Putin und Assad zusammen.

Ein von Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) ausgeheckter Schutzzaun am Ostparkweiher sollte das Federvieh vom Wasser abhalten. Das großspurig Nilgans-Management genannte Modellprojekt war ein Schlag ins Wasser. Gut gemeint ist eben das Gegenteil von gut gemacht.

Erstaunt mussten Heilig und ihre Mitarbeiter feststellen, dass Gänse fliegen können. Und das geht so: Anlauf nehmen, Flügel schlagen, auffliegen und sich dann elegant ins Wasser gleiten lassen. Jetzt noch etwas Geschnatter, um die Artgenossen aufzufordern, es den Zaun-Überwindern gleichzutun. Erfolgreicher war ein Jagdeinsatz im Brentanobad, wo ein Jäger bis Ende der Jagdsaison sechs Nilgänse erlegte. Das verschreckte die anderen. Offenbar ist die Sprache der Donnerbüchse die einzige Sprache, welche die Nilgänse verstehen.

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