Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 28°C

Koalition bleibt hart: Innovationsquartier: Bürger nicht glücklich über den Kompromiss

Die schwarz-rot-grüne Koalition im Römer hält am umstrittenen Innovationsquartier im Nordend fest. Auch die mehr als 9000 Unterschriften gegen das Projekt, die am Montagabend im Planungsausschuss übergeben wurden, änderten daran nichts.
Frankfurt.  Gegen 19.30 Uhr zeigte sich Planungsdezernent Mike Josef (SPD) verärgert. Zwei Stunden lang hatten empörte Bürger ihre Argumente gegen das „Innovationsquartier“ an der Friedberger Landstraße vorgetragen. Der Sitzungssaal war überfüllt, rund 50 Gegner des Projekts waren gekommen. Doch als die Politiker auf deren Argumente antworteten und die Pläne mehrheitlich verteidigten, leerte sich der Raum. „So kann man keinen Dialog führen“, empörte sich Josef.

Doch mit einem Dialog hatten die meisten Bürger ohnehin nicht gerechnet. Sie fühlen sich von der Politik nicht ausreichend gewürdigt. Nils Kößler (CDU) sieht das anders: „Wir haben die Anregungen der Bürger aufgegriffen“, sagte er. Und deshalb sah er auch keinen Grund, die Abstimmung über die Aufstellung des Bebauungsplans zu vertagen, wie es der Ausschuss seit vielen Monaten getan hat und wie es die Linke erneut beantragt hatte.

Wie berichtet, hat die Koalition die Pläne etwas modifiziert. Unter anderem werden die Gebäude höher, um einen breiteren Grünstreifen zu ermöglichen. „Wir schaffen mehr öffentliches Grün als heute dort vorhanden ist“, sagte Josef. Sieben Hektar würden entfallen, 7,3 Hektar kämen neu hinzu – neben den rund 1500 Wohnungen.

500 Sozialwohnungen

Dieses neue Konzept des Stadtplanungsamts für das Innovationsquartier tragen die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen mit. Bild-Zoom
Dieses neue Konzept des Stadtplanungsamts für das Innovationsquartier tragen die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen mit.
Den Bürgern ist das zu viel. Denn das Nordend sei ohnehin schon der am dichtesten bebaute Stadtteil, wie eine Frau anmerkte. Für Josef ist das eher ein Argument für die Bebauung: „Das Nordend ist einer der beliebtesten Stadtteile.“ Doch Bürger sehen die Gefahr, dass das nicht so bleibt. Denn durch die zusätzlichen Wohnungen steige die Lärm- und Schadstoffbelastung.

Die Ankündigung von Josef, dass in dem Quartier mindestens 500 öffentlich geförderte Wohnungen entstehen, stieß auf wenig Glauben. Skeptisch stimmen die Bürger die potenziellen Investoren, die sich bereits Grundstücke gesichert haben: Neben dem Projektentwickler Formart soll das auch das Bad Homburger Unternehmen „Wildenrock & Hoeny“ sein, dessen Geschäftsführer Carl-Philipp Graf zu Solms-Wildenfels ist, bekannt als Vorstand des Renn-Clubs und ehrenamtliches Magistratsmitglied der „Bürger für Frankfurt“ (BFF).

Für lange Einhausung

Ein anderer Kritikpunkt war die Einhausung der A 661. Jürgen Schmittel von der Bürgervereinigung Nordend plädierte für einen Tunnel in voller Länge. Die Mehrkosten in Höhe von 120 Millionen Euro wären „gut anlegtes Geld“, argumentierte er. Während hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, will sich die Koalition in Sachen Baugebiet nicht mehr bewegen. „Wir bleiben bei unserer Linie“, betonte Sieghard Pawlik (SPD).

(mu)
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse