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Bouffier lobt Integrationsleistung: Jeder achte Azubi ist ein Geflüchteter

Von 754 junge Zugewanderte beginnen in diesen Wochen ihre Ausbildung. Die gezielte Sprachförderung mache sich bezahlt.
Kubrom Weldu demonstriert Ministerpräsident Volker Bouffier, was er bereits erlernt hat. Foto: Leonhard Hamerski Kubrom Weldu demonstriert Ministerpräsident Volker Bouffier, was er bereits erlernt hat.
Frankfurt. 

Die nächste Woche bringt für Kubrom Weldu Gewissheit. Dann wird der 22-Jährige erfahren, ob er eine Lehrstelle bekommt. „Ich wünsche es mir sehr“, sagt der junge Mann, der vor zwei Jahren vor Terror und Unterdrückung aus Eritrea nach Deutschland geflüchtet ist. Im Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main an der Schönstraße lernt er am Schweißsimulator, worauf es im Beruf ankommt.

Er gehört zu einer Gruppe junger Männer und Frauen, die das Projekt „Integration durch Duale Bildung“ durchlaufen. Es ist eines von vielen, mit dem Ziel, Geflüchteten eine berufliche Perspektive zu bieten.

Der hessische Weg greift

Die Anstrengungen machen sich bezahlt – davon sind Kammerpräsident Bernd Ehinger und Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) überzeugt. Sie gaben gestern Zahlen bekannt, die sie so nicht erwartet hatten: In Hessen haben bis Ende August 754 Geflüchtete im Handwerk ihre Ausbildung begonnen. Weitere 209 haben an einer Einstiegsqualifizierung teilgenommen, mit der Betriebe junge Leute an eine Ausbildung heranführen. Ehinger ist sicher, dass bis Ende September noch mehr Ausbildungsverträge geschlossen werden. Vielleicht gehört Kubrom Weldu dann zu den Glücklichen. Insgesamt beginnen in diesen Wochen in Hessen rund 10 000 junge Leute ihre Ausbildung im Handwerk.

Bouffier sieht sich durch diese Entwicklung bestätigt. Anders als andere Bundesländer lege Hessen ein besonders großes Augenmerk auf die Sprachförderung. Auch in handwerklichen Berufen sei es wichtig, Deutsch zu verstehen und zu sprechen. „Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration“, sagte er. Dies setze natürlich voraus, dass die Geflüchteten bereit sind zu lernen und ihre Zukunft in die eigene Hand zu nehmen.

Geradezu paradiesisch

Das Handwerk sende ein „Signal der Zuversicht“ an die Bevölkerung aus, betonte Ministerpräsident Bouffier: „Reden wir nicht drumherum. Viele Menschen haben Sorge, ob es uns gelingen kann mit der Integration.“ Er mahnte allerdings zur Geduld. Immer wieder ärgere er sich über „absurde Aussagen“, wie schnell das gehen könne.

Vor den 754 Geflüchteten aus Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Iran liegt nun eine Ausbildung von bis zu dreieinhalb Jahren. Im Vergleich zum beschwerlichen und oft gefährlichen Weg, den sie auf ihrer Flucht nach Deutschland auf sich genommen haben, kommt ihnen diese Strecke als das Paradies vor. „Einen Weg zurück gibt es für mich nicht“, bekräftigt Kubrom Weldu.

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