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Erneuerung des Stadtteils: Jetzt werden die Ärmel hochgekrempelt

Die Erneuerung Griesheims wird konkret: Beim Stadtteilspaziergang haben die Griesheimer ihre Sorgen und Wünsche Stadtrat Mike Josef und seinem Team erzählt. Es wurde klar: Aufdiktieren will die Politik nichts – es liegt an den Bürgern, die Erneuerung ihres Stadtteils selbst zu lenken.
Bürger, die für ihren Heimat-Stadtteil kämpfen – mittendrin mit Mikrofon: Stadtrat Mike Josef. Foto: Maik Reuß Bürger, die für ihren Heimat-Stadtteil kämpfen – mittendrin mit Mikrofon: Stadtrat Mike Josef.

Es ist ein emotionales Thema, da muss die Ratio manchmal zurückstecken: Noch bevor die Bürger los spazierten, hagelte es – noch etwas unkoordiniert – Verbesserungswünsche, manchmal in harschem Ton.

Das zeugt von Pathos und Leidenschaft für die eigene Heimat. Einiges liegt im Argen in Griesheim, deshalb gibt’s 14 Millionen von Bund, Ländern und der Stadt Frankfurt aus dem Fördertopf „Stadtumbau in Hessen“. Das weiß man seit ungefähr einem Jahr. Das Geld fließt über einen Zeitraum von zehn Jahren verteilt.

Noch ganz am Anfang

Im Zeitstrahl befindet sich Griesheim gerade noch am ganz linken Rand der Erneuerung. Stadtrat Josef gab einen Überblick über die Planungen: Gerade wird per Ausschreibung eine Agentur gesucht, die das Programm umsetzt und koordiniert. Anfang 2018, so die Hoffnung von Josef, soll es eine Auftaktveranstaltung geben. In der Folge wird ein Beirat bestehend aus Bürgern gegründet, der sich kollektiv in einem demokratischen Prozess auf die Projekte verständigt, die Schritt für Schritt umgesetzt werden sollen. Wie groß der Beirat werden soll, das will Josef nicht vorgeben, das ergebe sich aus dem Prozess.

Was Josef und sein Team vermitteln wollen: Aufbruchsstimmung. Dass die bitter nötig ist, zeigt die emotionale Debatte eingangs. „Wie sollen wir bei diesem Spaziergang denn überhaupt über die Schienen kommen?“, fragt ein Bürger und spielt auf den Bahnübergang an, der seit Jahren nicht barrierefrei gestaltet wurde. Nicht nur Menschen mit Gehschwierigkeiten ärgert das, sondern auch Familien mit Kinderwagen. Josefs Team nimmt alles auf: Ursula Brünner, Abteilungsleiterin für Stadterneuerung, und Isabell Richter und Karsten Krüger von der Leerstandsagentur, die sich um den Umbau leerstehender Räume kümmert. „Die bringe ich alle mit, damit die Bürger sehen, wer eigentlich hinter den Ämtern steckt; damit sie Ansprechpartner und Gesichter haben“, erklärt Josef. Auf dem Weg vom Bahnhof zur nächsten Station des Spaziergangs, der Lärchenstraße, schlug der Pathos wieder zu: „Sie umgehen die hässlichen Seiten dieses Stadtteils“, lautete der Vorwurf an den Stadtrat. Dieser schlichtete ganz elegant und merkte an, er habe einige Freunde in Griesheim und sei, auch in privater Mission, des Öfteren im Stadtteil unterwegs.

Die Schwierigkeiten und Herausforderungen Griesheims wurden während des Spaziergangs deutlich: Die Kinderspielplätze sollen größer und moderner gestaltet, der Bolzplatz neu gemacht und die Wege von Bäumen und Sträuchern befreit werden. Auch die Berthold-Otto-Schule in der Kiefernstraße hat ihre besten Zeiten hinter sich und bedarf dringend einer Renovierung. Radfahrende Bürger wünschten sich mehr eigene Fahrradstreifen und Parkplätze für ihre Räder.

Vorbild Fechenheim

Andere Stadtentwicklungsprojekte seien gute Vorbilder für das Vorhaben in Griesheim. Beispiel: Fechenheim. Dort wurden dank des städtebaulichen Förderprogramms „Aktive Kernbereiche in Hessen“ wichtige Projekte des Stadtteils finanziert und umgesetzt werden, berichtet Josef. Im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ wurde auch das Gallusviertel in den vergangenen Jahren massiv aufgewertet. Zeitgleich mit der Stadtentwicklung in Griesheim gehen ähnliche Projekte in Nied und dem Ben-Gurion-Ring in Nieder-Eschbach an den Start.

Die Bürger Griesheims, das wurde am Dienstagabend mehr als deutlich, erhoffen sich für ihren zerrissenen und stellenweise zerfallenen Stadtteil Besserung. Und trotz oder gerade wegen ihrer Emotion sind sie froh und dankbar, dass sie bereits in einem so frühen Stadium der Planung eingebunden werden. Die Vorfreude auf die Auftaktveranstaltung ist ungebrochen.

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