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Freiwillige Feuerwehren Ginnheim und Rödelheim: Jugendwehren proben Ernstfall: 24 Stunden im Einsatz!

Von Die Jugendfeuerwehren der Freiwilligen Feuerwehren Ginnheim und Rödelheim waren bei einer 24-Stunden-Übung gefordert. Sechs Mal mussten die Teenager an diesem Wochenende raus und sich verschiedenen Szenarien wie Verkehrsunfall, Rauchentwicklung oder Brand stellen.
Theaterschminke macht’s möglich: Die Verletzungen von Marco, Pablo und Jacqueline (v.l.) mussten versorgt werden. Bilder > Foto: Leonhard Hamerski Theaterschminke macht’s möglich: Die Verletzungen von Marco, Pablo und Jacqueline (v.l.) mussten versorgt werden.
Eschersheim. 

Dichter Rauch dringt aus dem Keller der Ziehenschule in der Josephskirchstraße. Verletzte sind eingeschlossen, müssen gerettet werden. Gleichzeitig ist ein offenes Feuer im Hof des Gymnasiums entbrannt. Als die drei Löschfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren (FFW) Ginnheim und Rödelheim im Stadtteil eintreffen, hat sich der Rauch im Keller bereits so verdichtet, dass die Sicht ganz schlecht ist. Jetzt ist schnelles Handeln erforderlich.

17 Teilnehmer

Es ist ein komplexes Szenario, dem sich die Mitglieder der Jugendwehren der FFW Ginnheim und Rödelheim dort stellen müssen. Doch sie sind gut vorbereitet. Insgesamt 17 Jungen und Mädchen im Alter von zwölf bis 17 Jahren machen mit bei einer 24-Stunden-Übung. Der Einsatz an der Ziehenschule ist der vierte an diesem Nachmittag, der für die Jugendlichen um 9 Uhr morgens startete.

Bilderstrecke 24-Stundenübung der Jugendfeuerwehren Ginnheim und Rödelheim
Die Jugendfeuerwehren Ginnheim und Rödelheim haben am 15.10.2016 eine 24-Stundenübung in der Ziehenschule gehabt. Der Nachwuchs gab alles um die gemimten Opfer des vermeintlichen Feuers zu retten.Die Jugendfeuerwehren Ginnheim und Rödelheim haben am 15.10.2016 eine 24-Stundenübung in der Ziehenschule gehabt. Der Nachwuchs gab alles um die gemimten Opfer des vermeintlichen Feuers zu retten.Die Jugendfeuerwehren Ginnheim und Rödelheim haben am 15.10.2016 eine 24-Stundenübung in der Ziehenschule gehabt. Der Nachwuchs gab alles um die gemimten Opfer des vermeintlichen Feuers zu retten.

Um 10 Uhr ging es mit der ersten Übung los: „.Ein Spielgerüst auf dem Abenteuerspielplatz Colorado-Park ist eingestürzt, Verletzte mussten gerettet, die Unfallstelle abgesichert werden“, erklärt Clemens Ruck, Beauftragter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der FFW Ginnheim. Es folgte eine weitere Übung, eine Brandmeldeanlage einer Schule im Ostend hat Alarm geschlagen. Um 14.30 Uhr ging es für die Jugendlichen in den Ben-Gurion-Ring, wo ein Wasserrohr geplatzt und „kontaminiertes“ Wasser ausgetreten ist.

Der Alarm für den Einsatz um 17.30 Uhr an der Ziehenschule ging 15 Minuten zuvor in der Wache im Ginnheimer Stadtweg 114 ein. Als die Teams in ihren Löschfahrzeugen am Einsatzort eintreffen, dauert es nur einen kurzen Moment, bis sie loslegen. Die Türen gehen auf, die Jugendlichen springen raus, teilen sich in Teams auf, rollen Wasserschläuche aus und schließen sie an. Unterstützt werden sie dabei von Mitgliedern der Einsatzabteilung der FFW, die die Fahrzeuge fahren oder beim korrekten Anschluss der Wasserschläuche helfen.

„Mit einer 24-Stunden-Übung bekommen die Jugendlichen einen Einblick in die Arbeit der Einsatzabteilung der Feuerwehr“, sagt Ruck. Das bedeutet für die teilnehmenden Teenager auch, dass sie zwischen den Einsätzen ihre Zeit auf der Wache verbringen. „Die Aktion muss gut vorbereitet werden. Rund sechs Monate dauert es, da wir auch Genehmigungen hierfür einholen müssen“, erklärt Ruck. Nur alle zwei Jahre sei solch eine Aktion daher möglich. „Die Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr Rödelheim ist seit langem gewachsen“, fügt er hinzu.

Bela (16) von der Ginnheimer Gruppe und Leonard (13) von der Rödelheimer Jugendfeuerwehr wagen sich in den Keller des Gymnasiums. Weitere Teams versuchen von einer anderen Seite aus dorthin zu gelangen. Der Nebel ist so dicht, dass man kaum die Hand vor Augen sieht. Erzeugt wurde er übrigens etwa eine halbe Stunde zuvor mit Theaternebel, mittlerweile hat dieser sich im Gang und in den Räumen des Kellergeschosses verteilt. Die Simulation ist täuschend echt und erschwert natürlich die Suche nach den Verletzten.

Schminke aufgetragen

Um die Situation so realistisch wie möglich nachzustellen, wurden Marco (6), sein Bruder Pablo (4) und Lukas (6) mit Theaterschminke präpariert. Marco und Lukas sind in der Mini-Feuerwehr Ginnheim. Jacqueline (25), Betreuerin bei der Mini-Feuerwehr, begleitet die drei Knirpse bei ihrem Auftritt als Statisten beim Übungseinsatz.

Im Hof des Gymnasiums ist der offene Brand bereits gelöscht worden. Mitglieder der Jugendfeuerwehren haben dort eine sogenannte Sammelstelle eingerichtet, an der die „Verletzten“ erstversorgt werden können. Nach und nach werden die „Verletzten“ aus dem Keller dorthin gebracht. Jan (15) von der Rödelheimer Jugendfeuerwehr legt Lukas einen Verband an. „Ich bin bei der Jugendfeuerwehr, seitdem ich zehn bin“, erzählt Jan. „Man lernt auch Erste-Hilfe. Alles Dinge, die man im Alltag anwenden kann. Wenn ich 18 bin, möchte gerne zur Einsatzabteilung gehen.“

Bela will sogar zur Berufsfeuerwehr. „Die Arbeit bei der Jugendfeuerwehr macht Spaß. Wir lernen das ganz Jahr über die Theorie, die wir bei solchen Übungen praktisch umsetzen können. Diese Übungen sind wichtig für die Teamarbeit, denn im Ernstfall muss man zusammenarbeiten können“, erklärt er. Viel Schlaf bekommen die Jugendlichen nicht. Zwei weitere Übungen stehen an: ein Verkehrsunfall und eine Vermisstensuche.

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