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Kampf ums Ehrenmal geht weiter

Wollen die Eckenheimer das verfallene Ehrenmal auf dem alten Eckenheimer Friedhof erhalten, müssen sie das selbst machen, sagt der Magistrat. Denn die Stadt habe dafür weder die Expertise, das Geld noch das nötige Personal.
So sieht das Ehrenmal heute aus: Mit Graffiti beschmiert, die Namen der Gefallenen kaum lesbar, oben wächst eine kleine Birke.	Foto: S. Roessler So sieht das Ehrenmal heute aus: Mit Graffiti beschmiert, die Namen der Gefallenen kaum lesbar, oben wächst eine kleine Birke. Foto: S. Roessler
Eckenheim. 

Das Urteil der Stadtverwaltung ist eindeutig: Das Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege auf dem alten Eckenheimer Friedhof - der heutigen Georg-Esser-Anlage - ist nicht zu sanieren, die verblichenen Namen nicht wiederherzustellen. Außerdem habe die Verwaltung „weder die personellen noch die finanziell nötigen Mittel“, um Verfahren für eine Wiederherstellung zu suchen. Wolle der Ortsbeirat 10 es wiederherstellen, müsse er das selbst machen und auch bezahlen.

Doch aufgeben wollen einige Ortbeiratsmitglieder dennoch nicht. „Es gibt sicher bessere Möglichkeiten, als das Ehrenmal abzureißen“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende, Marina Hofmann. Und CDU-Fraktionschef Gero Gabriel möchte zunächst das noch ausstehende, vom Kulturamt beauftragte Gutachten abwarten.

Das Denkmal bestehe aus einem Kunststein, „der nach nahezu 100 Jahren nicht mehr haltbar ist und nicht saniert werden kann“, schreibt die Stadt auf Anfrage des Ortsbeirats. Durch Risse eindringendes Wasser beschädige das Ehrenmal. „Der Zustand ist als marode zu bezeichnen.“

Ernüchternd ist auch die Antwort auf die Frage nach technischen Möglichkeiten zur Wiederherstellung der teils unleserlichen Namen der Gefallenen beider Weltkriege. Technische Verfahren, so der Magistrat, seien unbekannt. Sei eine Sanierung gewünscht, „sollte die Recherche und Prüfung vom Ortsbeirat oder Heimatverein oder anderen örtlichen Institutionen vorgenommen werden“. Finanzieren müsse der Ortsbeirat das selbst.

Die Antwort sei enttäuschend, er habe aber damit gerechnet, sagt Gero Gabriel. Sei ein Abriss - so wie es nun scheine - unvermeidbar, müsse man schauen, welche Möglichkeiten eines Ersatzes es gebe. Wichtig sei, sich an ein zweistufiges Vorgehen zu halten, wie es ein Grünen-Antrag vom August vorsehe, über den der Ortsbeirat bislang noch nicht abstimmte.

Platz des Gedenkens

In diesem Antrag steht, vorrangig sei der Erhalt des Ehrenmals. Sei der nicht möglich, müsse mit Ämtern, Ortsbeirat, ortsansässigen Vereinen wie dem Heimatverein Eckenheim und Schulen ein Konzept entstehen, „wie die Georg-Esser-Anlage zu einem Platz der Begegnung und des Gedenkens“ werden könne. Einzubeziehen sei das Konzept der Münzenbergerschule „Augen auf! - Bewegung in der Georg-Esser-Anlage“.

Mittelweg finden

Die SPD geht noch weiter. „Ich denke, eine Sanierung ist machbar. Zwischen einer kompletten Instandsetzung samt Namen und dem Abriss gibt es sicherlich einen vernünftigen Mittelweg“, sagt Hofmann. Selbst 10 000 Euro für eine Sanierung seien „keine schlechte Investition“ in die Geschichte eines Stadtteils. Es sei ja nicht das erste Mal, dass die Stadt vor Rekonstruktionsproblemen stehe. Solche Ehrenmale gehörten zur Geschichte und Identität der Stadtteile. „Ich habe das Gefühl, die Stadt will nicht. Daher wird das Thema gezogen wie Kaugummi.“

Der Ortsbeirat10 tagt am Dienstag, 29. Oktober, ab 19.30 Uhr in der Altentagesstätte am Frankfurter Berg, Fliederweg 9-11.

(Andreas Haupt)
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