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Im Hafenpark verdrängen Kinder die älteren Skateboarder: Kampf ums Skaterparadies

Weil zunehmend Kinder mit Rollern und Bobbycars die Skate-Anlage im Hafenpark nutzen, kommen Eltern und Skater sich dort häufig ins Gehege. Ältere Skateboarder fordern nun Regelschilder. Die Stadt hatte diese bereits vor einem Jahr versprochen.
Daniel Beck ist wie viele andere ältere Skateboarder frustriert über den Zustand im Hafenpark. Das Ganze sei anders geplant gewesen. Bilder > Daniel Beck ist wie viele andere ältere Skateboarder frustriert über den Zustand im Hafenpark. Das Ganze sei anders geplant gewesen.
Ostend. 

Es kommt selten vor, dass sich Menschen an sonnigen Tagen eher einen bewölkten Himmel wünschen. Daniel (33), Christian (27) und Marlon (25) böte sich dann aber mehr Platz auf der Skate-Anlage im Hafenpark nahe der Europäischen Zentralbank. So jedoch sitzen die drei Frankfurter Alt-Skater leicht frustriert am Rand der Anlage und beobachten, wie zahlreiche Kinder, viele von ihnen im Grundschulalter, mit kleinen Rollern über die Hindernisse wie Curbs, Rails und Wobbels flitzen.

Die erfahrenen Skater könnten sich die Anlage mit den Kindern zwar teilen. „Wir müssen dann aber immer mehr aufpassen, dass die Kinder und wir selbst nicht zu Schaden kommen. Viel Spaß macht uns das Skaten deshalb hier nicht mehr“, klagt Daniel.

Er erklärt, dass er und andere Skateboarder Eltern immer wieder auf die Gefahren hinweisen würden, denen ihre Kinder ausgesetzt seien, wenn sie die sogenannte Bowl nutzen, die eigentlich für professionelle Skater-Ansprüche gebaut wurde. „Unsere Hinweise enden jedoch häufig in Streitigkeiten oder sogar Handgreiflichkeiten mit Eltern, weil diese keine Einsicht zeigen. Viele Mütter und Väter behandeln Skateboarder, die älter als 17 sind, wie Asoziale. Wir werden hier mehr oder weniger systematisch vertrieben“, kritisiert Daniel. Einige ältere Frankfurter Skater würden sich im Hafenpark deshalb gar nicht mehr blicken lassen.

Tatsächlich ist das Szenario wie beschrieben: Die Temperaturen sind gestiegen, rund um die Anlage haben Eltern Campingtische und -stühle aufgebaut. Eine Gruppe feiert einen Kindergeburtstag auf der Anlage, eine andere hat ein Picknick auf einer Fläche organisiert, die die Skater eigentlich zum Ausrollen nutzen.

 

Eltern sind einsichtig

 

Auf die Streitigkeiten angesprochen geben sich einige Eltern einsichtig. „Ich finde auch, dass auf der Skate-Anlage immer mehr Kinder mit Rollern fahren. Aber der Trend wird bald vorbei sein. Dann haben die Skater auch wieder mehr Platz“, glaubt eine Mutter.

Alexandra (45) aus dem Main-Taunus-Kreis ist ebenfalls mit ihren Kindern in den Hafenpark gekommen. „Das ist kein Campingplatz. Die Jugendlichen wollen und sollten unter sich sein“, findet sie.

Eine andere Mutter zeigt ebenfalls Verständnis für die Skater, denkt aber, dass auch kleine Kinder ein Anrecht auf die Skate-Anlage haben. Ihre vierjährige Tochter fährt mit einem kleinen Fahrrad über die Anlage und kommt dabei prompt mehrmals älteren Skatern ins Gehege. Auf einen Spielplatz ausweichen möchte ihre Mutter aber nicht. „Die Anlage hier ist für jedermann gedacht. Vielleicht kann die Stadt auf den freien Grünflächen hier eine Bahn für kleine Kinder einrichten“, sagt sie.

Aus Sicht von Ortsvorsteher Bodo Pfaff-Greiffenhagen sollten die Rollen im Hafenpark jedoch klar verteilt sein: „Die Nutzer der Skaterbahn, die dies sehr gewissenhaft und verantwortungsbewusst tun, fühlen sich verdrängt und unverstanden, da die Eltern gleiche Rechte einfordern, was aber an der Beherrschbarkeit der Anlage durch ihre Kinder scheitert. Die Anlage sollte denen dienen, die sie nutzen können.“ Der Ortsvorsteher erinnert daran, dass die Skate-Anlage geplant worden war, um den Skatern eine professionelle Heimstätte zu schaffen. Grund: Sie hatten ihren Sport jahrzehntelang an Orten wie der Hauptwache ausgeübt und waren dort nicht gerne gesehen. „Eine Verdrängung aus dem Hafenpark würde dazu führen, dass die richtigen Skater wieder dort im öffentlichen Raum fahren, wo wir sie nicht haben wollen“, warnt er.

 

Amt für Schilder

 

Daniel Beck organisiert regelmäßig Skate-Kurse für Kinder und Erwachsene im Hafenpark. Wie er berichtet, hätten er und andere ältere Frankfurter Skater bereits vor einem Jahr mit der Stadt vereinbart, dass dort Schilder aufgestellt werden, die Gebote und Verbote auf der Skate-Anlage nennen. „Darauf warten wir immer noch!“

Stephan Heldmann, Leiter des Frankfurter Grünflächenamtes, erklärt, die Schilder seien in Arbeit. Und betont ebenfalls, dass erfahrene Skater Vorrechte auf der Anlage genießen. „Das ist die Philosophie: Jüngere Skater lernen auf anderen Anlagen und wagen sich nach und nach an die Bahnen im Hafenpark.“ Er möchte mit dem Ortsbeirat überlegen, wie kommuniziert werden kann, wer welchen Anspruch hat.

Derweil geben die Skateboarder Christian (26) und Nico (21), die eigens aus Bad Soden-Salmünster angereist sind, entnervt auf. Angesichts der vielen Kleinkinder, die auf Rollern durch die Skateanlage sausen, packen sie ihre Ausrüstung zusammen. Und seufzen: „Wenn wir das hier sehen, haben wir gar keinen Bock mehr!“

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