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Internes CDU-Duell um Bundestagskandidatur: Kandidaten um Steinbach-Nachfolge präsentieren sich der Basis

Von Die Landtagsabgeordnete Bettina Wiesmann (CDU) und der CDU-Fraktionschef im Römer, Michael zu Löwenstein, befinden sich im parteiinternen Wettstreit um die Kandidatur im Bundestagswahlkreis 183. Wie haben sich die beiden vor dem Stadtbezirksverband Frankfurt-Sachsenhausen geschlagen?
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Frankfurt. 

Im CDU-Fraktionssaal im Römer sammeln sich 22 Interessenten an der Debatte – genauso viele zählt die CDU-Fraktion im Römer. Es ist ein Duell arrivierter Politiker. Die Landtagsabgeordnete Bettina Wiesmann und CDU-Fraktionschef Michael zu Löwenstein bewerben sich um die Nachfolge von Erika Steinbach.

Die Ausgangslage für die Abstimmung der CDU-Delegierten beim Parteitag am 14. November ist klar. Sowohl der CDU-Kreisvorsitzende Uwe Becker, der zum sozialen Flügel gehört, als auch der Chef der Frankfurter CDU-Mittelstandsvereinigung, der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein, haben sich für Löwenstein ausgesprochen. Die CDU ist eine obrigkeitsgläubige Partei, die gewohnt ist zu folgen. Insofern ist Wiesmann nur Außenseiterin. Gleichwohl sieht sie eine Berliner Laufbahn als Fortsetzung ihrer bisherigen Arbeit. Gerade die familienpolitischen Themen würden eben vorrangig in Berlin verhandelt, sagt sie. Die 49-Jährige betont, dass sie sehr gerne inhaltlich arbeite, sie habe mit ihrem Team im Landtagswahlkreis 38 einige Positionspapiere erarbeitet.

Sowohl der Chef der CDU-Fraktion im Römer, Michael Prinz zu Löwenstein als auch die Landtagsabgeordnete Bettina Wiesmann bewerben sich um die Nachfolge von Erika Steinbach.
Umfrage zur Steinbach-Nachfolge Jetzt abstimmen: Wiesmann oder Löwenstein?

Am 14. November entscheiden die Delegierten über die CDU-Direktkandidatur im Bundestagswahlkreis 183. Sowohl die Landtagsabgeordnete Bettina Wiesmann als auch der Chef der CDU-Fraktion im Römer, Michael Prinz zu Löwenstein, bewerben sich um die Nachfolge von Erika Steinbach. Nehmen Sie jetzt an unserer Umfrage teil!

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Löwenstein verweist auf seine Verdienste als Fraktionschef. In dieser Funktion sei er in vielen Themen zu Hause und könne Frankfurter Interessen in Berlin vertreten. Auf Nachfrage des Moderators Jochem Heumann, des Vorsitzenden der CDU-Sachsenhausen, bestätigt Löwenstein, dass ihn Boris Rhein zu der Kandidatur aufgefordert habe. Beide versprechen deutlich mehr im Wahlkreis präsent zu sein als Erika Steinbach. Wiesmann betont, dass sie schon wegen der Familie jenseits der 22 Sitzungswochen in Berlin viel Zeit in Frankfurt verbringen werde. Wiesmann hat vier Kinder im Alter von neun bis 18 Jahren. Konservative könnten da die Meinung vertreten, dass eine Mutter zu ihrer Familie gehört und nicht nach Berlin. Dieser Frage muss sich Löwenstein als Mann nicht stellen. Zweifel indes könnte sein Alter erwecken. Mit 66 Jahren soll zwar das Leben anfangen. Aber als Neuling im Bundestag? Doch diese persönlichen Befindlichkeiten schneidet keiner der 22-köpfigen Runde an, werden aber bei der Stimmabgabe eine Rolle spielen.

Stattdessen fragt der ehemalige Kulturdezernent Felix Semmelroth, wie die Kandidaten die CDU wieder mit der zur AfD und FDP abgewanderten Mitte versöhnen wollen? „Wir dürfen nicht nur barmherzig sein bei der Zuwanderung“, antwortet Wiesmann. „Wir müssen auch selektieren, auch wenn das hart klingt, damit wir weiter helfen können.“ Sie rät: „Asyl umsetzen, Flüchtlinge aufnehmen, aber auch qualifizierte Zuwanderung zulassen.“

Jochem
„Eine Mitgliederbefragung wäre gut“

Jochem Heumann ist Vorsitzender der CDU-Sachsenhausen und moderierte das Streitgespräch zwischen den beiden CDU-Bewerbern Bettina Wiesmann und Michael Prinz zu Löwenstein um die Direktkandidatur

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Löwenstein dagegen findet, dass die Flüchtlingspolitik bereits Früchte trage: „Die Zahlen gehen zurück.“ Nun gelte es, das Vertrauen der Menschen wiederzugewinnen. Wiesmann ist glänzend vorbereitet, spricht sehr schnell und kann viele Fakten unterbringen. Löwenstein punktet mit Anekdoten aus seinem vielfältigen Erfahrungsschatz. Inhaltlich gibt es zwischen beiden keine allzu großen Unterschiede. Höchstens in der Steuerpolitik: Löwenstein schließt sich dem Vorschlag von Finanzminister Wolfgang Schäuble für Steuerentlastungen an. Wiesmann will das Geld lieber zur Schuldentilgung einsetzen.

Ein älterer Teilnehmer der Runde wirft in der engagierten Diskussion ein: „Die entscheidende Frage ist, wer wird den Wahlkreis gewinnen können?“ Dazu können Sie, liebe Leser, im Internet abstimmen.

Die Landtagsabgeordnete Bettina Wiesmann mag sich nicht an die Parteiräson halten und will für die CDU in den Bundestag einziehen – obwohl auch ihr Parteifreund Michael zu Löwenstein Ansprüche auf das Mandat erhoben hat.
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