Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 10°C

Kein Abenteuer ohne Geld

Von Nach ein paar Monaten könnte schon wieder Schluss mit Hämmern und Sägen sein. Die Finanzierung des Abenteuerspielplatzes Oberrad läuft in den nächsten Wochen aus. Die Eltern im Stadtteil kämpfen jetzt für eine Fortsetzung.
Seit der Eröffnung haben die Kinder und Jugendlichen des Stadtteils auf dem Gelände des Abenteuerspielplatzes in Oberrad jede Menge Holz verbaut. 
Fotos: Christes Bilder > Seit der Eröffnung haben die Kinder und Jugendlichen des Stadtteils auf dem Gelände des Abenteuerspielplatzes in Oberrad jede Menge Holz verbaut. Fotos: Christes
Oberrad. 

Es steht nicht gut um den Abenteuerspielplatz Oberrad. Voraussichtlich noch bis Ende der Herbstferien am 1. November ist die Finanzierung des noch jungen Projekts unweit des Waldspielparks Scheerwald gesichert. Wie – und vor allem ob – es danach weitergeht, steht in den Sternen. Bislang zumindest hat sich kein Geldtopf für eine Fortführung des Angebots aufgetan.

Akuter Geldmangel

„Wir führen derzeit viele Gespräche, haben aber eben das Problem des akuten Geldmangels“, sagt Eckhard Gathof. Er ist stellvertretender Elternbeirat der Gruneliusschule und im Kindernetzwerk Oberrad engagiert. Das Angebot des Abenteuerspielplatzes in Oberrad wurde vor wenigen Monaten durch eine einmalige Anschubfinanzierung in Höhe von 20 000 Euro realisiert. Die Organisation hat der Verein Abenteuerspielplatz Riederwald übernommen. Der Verein soll auch, so zumindest die Hoffnung Gathofs, weiterhin Personal und Werkzeug für die Arbeit auf dem vom Grünflächenamt freigeräumten Grundstück am Stadtwald stellen. „Das Angebot läuft gut, die Kinder nehmen es an“, berichtet der Elternvertreter. Schulklassen und Hortgruppen würden die Einrichtung als Ausflugsziel nutzen. „Der Bedarf ist so groß, dass sogar Familien aus Sachsenhausen kommen“, berichtet Gathof. Etwas vergleichbares gebe es derzeit in Oberrad nicht.

Gathofs Ziel ist es, den Abenteuerspielplatz in jedem Fall – notfalls auch auf Sparflamme – am Laufen zu halten. „Wenn da erst einmal Schluss ist, wird es schwer wieder anzufangen“, weiß er. Seine Hoffnung ruht auf Restmitteln der Stadt. Und langfristig auf einer Regelfinanzierung im städtischen Haushalt.

Der jedoch ist angespannt und wird kein neues Geld für das Spielangebot in Oberrad eingestellt, müssten andere Projekte zurückstecken. „Über die Vergabe der Gelder entscheidet der Jugendhilfeausschuss in dem Vertreter von Trägern, der Politik und der Verwaltung sitzen“, erklärt Manuela Skotnik, Referentin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU). Das sei aber eine Abwägungsfrage. „Das Gelände wurde für die Nutzung hergerichtet, das war erst einmal wichtig“, sagt Skotnik.

Standort hat Zukunft

Auch Michael Paris vom Verein Abenteuerspielplatz Riederwald würde sich über eine Fortsetzung des Projektes freuen. „Wir haben angefangen im Wissen, dass es erst einmal nur für einen bestimmten Zeitraum das notwendige Geld gibt“, sagt Paris. Dies sei für seinen Verein keine ungewöhnliche Situation gewesen. „Bei vielen anderen unserer Spielplätze hatten wir anfangs die gleiche Situation, bis es irgendwann eine Regelfinanzierung gab.“ Paris weiß auch um das große Engagement der Oberräder Eltern, die derzeit auf Sponsorensuche für das Projekt sind. „Die setzen sich stark ein. Langfristig wird das Angebot aber nur mit fest angestelltem Personal zu stemmen sein. Ehrenamtlich geht das auf Dauer nicht. Aber der Standort hat eine Zukunft“, sagt Paris.

Das weiß auch Eckhard Gathof. Er rechnet mit Kosten in Höhe von rund 160 000 Euro im Jahr, um das Angebot in seiner derzeitigen Form weiter zu führen. „Derzeit werden von der Stadt in Frankfurt acht Abenteuerspielplätze unterhalten. Da sollte ein neunter auch noch irgendwie möglich sein“, sagt Gathof. Diese Forderung unterstreichen die Eltern des Stadtteils nun auch mit einem Offenen Brief an den Ortsbeirat 5. „Es gibt Eltern, welche schon mit Demonstrationen oder auch Klagen drohen“, heißt es darin.

An Plänen für die Zukunft mangelt es jedenfalls nicht. „Maximalziel wäre ein Ganzjahresbetrieb mit festen Gebäuden. Aber es ist noch nicht klar, ob das möglich ist.“ Ein Sponsor für die Idee könnte jedenfalls gefunden werden, sagt Gathof.

Und auch von anderer Seite kommt Unterstützung. Der Ortsbeirat 5 (Sachsenhausen, Oberrad, Niederrad) hat einen Etatantrag gestellt um zu erreichen, dass für das Jahr 2015 die notwendigen Gelder für den Betrieb des Abenteuerspielplatzes in Oberrad in den Haushalt eingestellt werden.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse