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Renaturierung: Kein Konzept für den Erlenbach

Von Ein Konzept zur Renaturierung des Erlenbachs in Nieder-Erlenbach ist aus Sicht der Stadtentwässerung nicht nötig. Ein Großteil des Bachs sei Naturschutzgebiet, an anderen Stellen ist es für Maßnahmen zu eng.
Idyllisch schlängelt sich der Erlenbach durch den Wald im Norden von Nieder-Erlenbach. So sieht er aber nicht überall aus. Foto: Boris Roessler (dpa) Idyllisch schlängelt sich der Erlenbach durch den Wald im Norden von Nieder-Erlenbach. So sieht er aber nicht überall aus.
Nieder-Erlenbach. 

Ein Konzept zur Renaturierung des Erlenbachs ist aus Sicht der Stadtentwässerung, die auch für Frankfurts Bäche zuständig ist, nicht nötig. Das erklärt der Magistrat in einer Stellungnahme zu einem Antrag des Ortsbeirats, der ein solches Konzept gefordert hat. Außer in der Ortslage von Nieder-Erlenbach sei das Gewässer „in einem weitgehend naturnahen Zustand“, meint der Magistrat. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärt Stefanie Toth, die sich bei der Stadtentwässerung um den Erlenbach kümmert, dass kleinere Verbesserungsmaßnahmen gleichwohl sinnvoll sein könnten.

Die Stellungnahme des Magistrats verweist auf die „Strukturgütekarte des Wasserrahmenrichtlinienviewers des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie“, die im Internet unter wrrl.hessen.de einzusehen ist. Dort zeigt sich: Der Erlenbach und seine Ufer sind von der Brücke der Gasse Alt-Erlenbach an in Richtung Norden viele Kilometer lang, bis nördlich des Bad Homburger Stadtteils Ober-Erlenbach, ein Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet der Europäischen Union.

Maßnahmen umgesetzt

In der dazu gehörigen Maßnahmenkarte sei eine ökologische Gewässerunterhaltung vorgeschrieben. Die Böschung solle möglichst wenig gepflegt werden. Totholz solle im Bach liegenbleiben, wo es keine Gefahr darstellt. Der Bach solle sich natürlich entwickeln. In ihn könnten „Störelemente“ eingebracht werden. Das könnten große Steine sein, erklärt Toth, oder auch umgefallene Bäume. Unterschiedliche Fische und andere Organismen benötigten unterschiedlich schnell fließendes Wasser, und derartige Hindernisse bildeten Verwirbelungen, die die Fließgeschwindigkeit verändern. „Der Abfluss muss aber gewährleistet sein, damit bei Hochwasser niemand Wasser im Keller hat.“ Die von der beim Regierungspräsidium Darmstadt angesiedelten Oberen Naturschützbehörde angeordneten Umgestaltungen habe die Stadtentwässerung bereits umgesetzt, heißt es in der Stellungnahme.

Zu wenig Platz

Nicht ideal sei der Zustand des Baches im südlichen Teil, dort sei er aber auch eingezwängt, erklärt Toth. „Hier reichen Privatgrundstücke bis an die Oberkante der Böschung heran.“ Für Umgestaltungen benötige die Stadt aber mindestens fünf Meter Platz am Ufer. „Die naturnahe Entwicklung des Erlenbachs in der Ortslage kann daher nur auf lange Sicht erreicht werden. Der Magistrat wird bei sich bietenden Gelegenheiten dieses Ziel zum Beispiel durch Grunderwerb verfolgen“, heißt es dazu in der schriftlichen Stellungnahme.

Entstanden war die Forderung des Ortsbeirats nach einem Renaturierungskonzept auch in der Hoffnung, ein naturnah umgestalteter Bach enthalte weniger gefährliche Keime. Denn bei Untersuchungen des Gesundheitsamts wurden unter anderem im Erlenbach antibiotikaresistente Erreger gefunden.

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