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Abenteuerspielplatz ist in schlechtem Zustand: Kein Spielspaß in Oberrad

Von Der Abenteuerspielplatz in Oberrad gibt derzeit ein trostloses Bild ab – und das liegt nicht nur an der dunklen Jahreszeit. Der Kinderbeauftragte Roland Limberg bemängelt ein fehlendes Konzept. Das städtische Grünflächenamt jedoch hält an dem Spielgelände fest. Gespräche mit der Caritas und der Gruneliusschule laufen.
Setzt sich seit jeher für den Abenteuerspielplatz ein: Oberrads Kinderbeauftragter Roland Limberg. Vom Zustand ist er nicht begeistert. Bilder > Foto: Holger Menzel Setzt sich seit jeher für den Abenteuerspielplatz ein: Oberrads Kinderbeauftragter Roland Limberg. Vom Zustand ist er nicht begeistert.
Oberrad. 

„Hier sieht es aus, als ob jemand fluchtartig das Gelände verlassen hätte und sich nun niemand mehr darum kümmert. Alles ist einfach liegen gelassen worden“, sagt Roland Limberg. Der Kinderbeauftragte steht auf dem Abenteuerspielplatz, auch Bauspielplatz genannt, in Oberrad nahe des Scheerwald-Parkplatzes. Da liegen mit Farbe vollgekleckste Maleranzüge auf einem Haufen zusammengeknäult auf dem Boden. Offene Farbeimer stehen in einer Ecke, angebrochene Getränkeflaschen auf einem Tisch. Eine angefaulte Mandarine lugt zwischen den von den Bäumen herabgefallenen Blättern hervor.

Hart umkämpft

„Für den Zweck, für den der Abenteuerspielplatz damals geschaffen wurde, ist die derzeitige Situation völlig unbefriedigend“, sagt Roland Limberg. Die Kinder und Jugendlichen des Stadtteils sollten dort ihre Freizeit verbringen können. „Ich sehe hier kein Konzept, kein Engagement“, so der Oberräder. „Das ist wirklich schade. Wir haben damals hart dafür gekämpft, überhaupt einen Abenteuerspielplatz zu bekommen.“

Das Spielgelände wurde im Sommer 2014 eröffnet. Das passende Grundstück, knapp 500 Quadratmeter groß, hatte das Grünflächenamt gefunden. Damals fungierte noch der Verein Abenteuerspielplatz Riederwald als Betreiber. Das Sozialrathaus Sachsenhausen gewährte eine Anschubfinanzierung mit 20 000 Euro. Die wie ein Fort anmutende Anlage wurde von den Kindern und Jugendlichen des Stadtteils aufgebaut. Sie besteht aus zahlreichen Holzhütten, mal großen, mal kleinen, die mittlerweile mit Farbe bunt gestaltet wurden. Doch schon im Frühjahr 2015 zog sich der Verein Abenteuerspielplatz aus dem Projekt zurück, die Caritas übernahm, machte den jungen Oberrädern in den Ferien sowie freitags und samstags ein Angebot.

„Das gibt es aber nicht mehr“, sagt Limberg. Nur noch Montag nachmittags würde die Caritas den Kindern und Jugendlichen ein Programm bieten. „Ein offenes Angebot, das sie täglich besuchen können, gibt es gar nicht mehr“, so der Kinderbeauftragte des Stadtteils. „Die Jungen und Mädchen, die hier die Hütten mit aufgebaut haben, sind sehr enttäuscht.“ Er sieht nur eine Chance für den Platz, wenn er „vernünftig betrieben“ wird.

Neben der Caritas nutzen noch die Pfadfinder „Drei Lilien“, die Gruneliusschule sowie Kindergärten den Abenteuerspielplatz. Doch schnell wird klar: Niemand fühlt sich so recht verantwortlich für das Grundstück.

„Wir sind nur ein Akteur, der dort ein Angebot bietet, zuständig sind wir aber nicht“, sagt etwa Beate Lang von der Caritas. Von Anfang an sei klar gewesen, dass der Verband nicht jeden Tag das Areal bespielen könne. So würden sie den Kindern montags ein offenes Angebot mit Sport, Spiel und Basteln bieten. Zusätzlich gebe es Aktivitäten in den Ferien und Aktionstage wie an Halloween oder Sankt Martin. „Aber letztlich kann sich auf dem Bauspielplatz jede Initiative engagieren.“

Zu viele Hütten

Und wie geht es nun weiter? „Zunächst müssen einige der Hütten zurückgebaut werden“, sagt Stephan Heldmann, Leiter des städtischen Grünflächenamts. „Die Untere Naturschutzbehörde hat sich eingeschaltet. Wir müssen im Sinne des Landschaftschutzes handeln. Es ist ziemlich viel auf dem Gelände gebaut worden.“ Nichtsdestotrotz wolle die Stadt das Grundstück auch weiterhin als Abenteuerspielplatz nutzen. „Wir brauchen das Spielgelände für die Kinder und Jugendlichen in Oberrad“, so Heldmann. Viel Arbeit und Zeit sei in das Projekt, auch vonseiten seines Amtes, investiert worden. Auch jetzt sei noch einer seiner Mitarbeiter mit dem Abenteuerspielplatz beschäftigt. Derzeit werden nämlich Gespräche mit der Caritas geführt. „Sie haben noch keinen Vertrag unterschrieben, aber daran arbeiten wir gerade“, sagt Stephan Heldmann.

„Die Rahmenbedingungen müssen vertraglich festgehalten werden. Zudem werde mit der Gruneliusschule gesprochen. „Ich bin mir aber sicher, dass wir zu einem guten Ergebnis für alle Beteiligten kommen werden.“

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