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Gegen mögliches Baugebiet: Kein Stadtteil auf der grünen Wiese

Von Neben dem Pfingstberg und dem vor einer Woche vorgestellten neuen Stadtteil bei Praunheim prüfte die Stadt ein drittes Neubaugebiet auf der grünen Wiese: Zwischen Nieder-Erlenbach und Bad Vilbel. Dort schreckt die Nachricht Politiker auf, Frankfurts Planungsdezernat aber winkt ab: Ein Baugebiet entstehe hier „in absehbarer Zeit“ nicht.
Hier könnte irgendwann ein neuer Stadtteil von Frankfurt entstehen: Das Feld zwischen Bad Vilbel und Nieder-Erlenbach mit Blick auf die Kloppenheimer Windräder. Geprüft hat die Stadt das Gelände bereits. Hier könnte irgendwann ein neuer Stadtteil von Frankfurt entstehen: Das Feld zwischen Bad Vilbel und Nieder-Erlenbach mit Blick auf die Kloppenheimer Windräder. Geprüft hat die Stadt das Gelände bereits.
Nieder-Erlenbach. 

Jenseits des Erlenbachs, hinter dem Sportplatz der TSG Nieder-Erlenbach und dem Riedhof, führt die Straße den Hang hinauf. Dann wird es flacher, fällt die Landschaft sanft ab in Richtung Bad Vilbel. Felder erstrecken sich hier, im Nordosten drehen sich die Kloppenheimer Windräder. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) propagiert einen neuen Stadtteil zwischen Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach, präsentierte vor einer Woche einen neuen Stadtteil zwischen Praunheim und der Nachbargemeinde Steinbach (wir berichteten). Nur am Rande kam dabei zur Sprache, dass die Stadt ein drittes Gelände auf der grünen Wiese prüfte: Eben hier, zwischen Nieder-Erlenbach und Bad Vilbel.

Der Weg von Praunheim in Richtung Nordweststadt.
Neuer Stadtteil in Frankfurt Angst vor neuer "Schlafstadt"

Die Kritik am neuen geplanten Stadtteil im Nordwesten zwischen Praunheim, Niederursel und Riedberg sowie den Nachbarstädten Steinbach und Oberursel reißt nicht ab. Naturschutzverbände reagieren unwillig, die Grünen pragmatisch.

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Alarmiert hat diese Nachricht der Nieder-Erlenbacher Ortsvorsteher, Yannick Schwander (CDU), und den für die Liegenschaftsverwaltung zuständigen Bad Vilbeler Stadtrat, Klaus Minkel (CDU). Beide sprechen sich deutlich gegen das Baugebiet aus. „Dieses schmale, rund zweieinhalb Kilometer lange Baugebiet hätte alle Merkmale einer isolierten Splittersiedlung, die städtebaulich unerwünscht ist und gegen alle Regeln einer geordneten städtebaulichen Entwicklung verstoßen würde“, sagt Minkel.

Eine reine Schlafstadt

Aus Schwanders Sicht entstünde „eine reine Schlafstadt, die keine gewachsenen Strukturen hätte“. Die aber seien nötig für ein reges Stadtteilleben. „Frankfurt betreibt hier eine altbackene Planung statt echte Entwicklungspolitik.“ Auch die Notwendigkeit für eine solche „Trabantenstadt“ zweifelt er an. „Es gibt Studien, die sagen, durch Nachverdichtung können wir einen großen Teil des Frankfurter Wachstums auffangen.“

Der Sprecher des Frankfurter Planungsdezernats, Mark Gellert, gibt indes Entwarnung. „Ja, wir haben im Zuge des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts 2030 rund 200 mögliche Baugebiete geprüft. Unter anderem jenes zwischen Nieder-Erlenbach und Bad Vilbel.“ Gleichzeitig macht er klar: „In absehbarer Zeit wird hier kein Baugebiet vorbereitet.“

Unliebsame Erinnerungen

Auch Schwander gesteht zu, dass sich die „politischen Mehrheiten in Frankfurt drastisch verändern müssten“, selbst den Pfingstberg wolle bislang nur die SPD bebauen. Also warum protestieren? „Wir sind zwar nicht gegen Wachstum, in Nieder-Erlenbach gibt es mehrere Neubaugebiete, etwa Westrand Nieder-Erlenbach und Südlich Am Riedsteg. Aber wir wehren uns gegen einen Stadtteil vom Reißbrett.“

Dabei würden unliebsame Erinnerungen wach. Etwa weil ein solcher Stadtteil für bis zu 50 000 Menschen Anfang der 1990er-Jahre schon einmal im Gespräch war, ebenso der Bau einer Mülldeponie auf Vilbeler Gemarkung und der Umzug der Henninger-Brauerei.

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