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Keine Aussicht auf Reduzierung des Fluglärms

Gut zwei Stunden hat die Deutsche Flugsicherung (DFS) am Montagabend im Römer über die neuen Flugrouten informiert. Zugelassen waren auf Betreiben der DFS nur Mandatsträger, nicht aber die betroffenen Bürger.
Eine Maschine startet am Frankfurter Flughafen. Der Fluglärm wird weiter diskutiert.	Foto: dpa Eine Maschine startet am Frankfurter Flughafen. Der Fluglärm wird weiter diskutiert. Foto: dpa
Frankfurt. 

Rund 80 Stadtverordnete und Ortsbeiräte waren der Einladung gefolgt. Enttäuschte Bürger, die nicht eingelassen wurden, protestierten auf dem Römerberg. Sie hatten nur die Möglichkeit, ihre Fragen den Mandatsträgern mitzugeben, die sie dann den Vertretern der DFS stellten.

Bei den Fraktionen stieß der Ausschluss der Öffentlichkeit auf heftige Kritik. Aber auch der Inhalt der Veranstaltung enttäuschte viele Stadtverordnete. "Ich hatte gehofft, dass die DFS wenigstens einige Vorschläge zur Lärmminderung mitbringen würde", sagte Martina Feldmayer (Grüne) der FNP. Ihre Hoffnung habe sich aber nicht erfüllt. Vielmehr hätten die DFS-Vertreter die meisten Vorschläge zurückgewiesen. "Ich bin ziemlich ratlos", sagte die Vize-Chefin der Grünen-Fraktion. "Die Menschen sind doch keine Versuchskaninchen, an denen man ausprobiert, wie sich der Fluglärm auswirkt und dann im Nachhinein vage und nur minimale Verbesserungen in Aussicht stellt."

Rainer Rahn (FDP) bezeichnete die Veranstaltung als "aufschlussreich". In einigen Punkten sei die Argumentation der DFS "entlarvt" worden. So habe sich herausgestellt, dass die Maschinen im derzeit stark kritisierten Gegenanflug über dem Frankfurter Norden deutlich höher als derzeit üblich fliegen könnten. Die von der DFS angeführten Konflikte mit Flugzeugen, welche die Flughäfen Düsseldorf, Köln, Brüssel oder Amsterdam ansteuern, gebe es erst in einer Höhe über 11 000 Fuß. Es seien in jüngster Zeit aber viele Maschinen auf langen Strecken nur 5000 Fuß hoch geflogen. "Völlig inakzeptabel", so Rahn, sei die Begründung der DFS, wonach es bei Maschinen, die niedriger als nötig unterwegs waren, zu "Kommunikationsproblemen" zwischen Tower und Pilot gekommen sei. "So etwas darf es eigentlich nicht geben."

"Landebahn wieder schließen"

Keine neuen Erkenntnisse hat die Veranstaltung nach Ansicht des Stadtverordneten Peter Gärtner (Linke) gebracht. "Die DFS musste zugeben, dass die Lärmbelastung durch die neue Landebahn unzumutbar ist, aber dass sie daran nichts ändern kann." Mit dem Beschluss zum Bau der Nordwest-Landebahn hätten die politisch Verantwortlichen den "Lärmterror" für die Bewohner Frankfurts gewollt. "Nur eine Schließung der neuen Landebahn kann dieses Problem lösen", meint Gärtner.

Ralf Heider, Mitglied des für den Frankfurter Süden zuständigen Ortsbeirats 5, hat die DFS so verstanden, dass die Flugrouten bereits optimiert seien und geringe Erleichterungen allenfalls dann zu erreichen wären, wenn die Kapazität des Flughafens eingeschränkt wird. "Aber dann hätte man ja gar nicht ausbauen müssen", sagte der SPD-Politiker. Überrascht hätten ihn die Aussagen der Flugsicherung allerdings nicht, denn schließlich habe die DFS seit Jahren nichts anderes gesagt.

Kritik an verschlossenen Türen

Der Ausschluss der Öffentlichkeit stieß bei den Stadtverordneten auf scharfe Kritik. Der FDP-Stadtverordnete Gert Trinklein zum Beispiel sprach von "arrogantem Obrigkeitsverhalten". Und auch die Grünen übten Kritik: "Transparenz und Vertrauensbildung sehen anders aus." Das Stadtparlament hat die DFS aufgefordert, eine öffentliche Veranstaltung abzuhalten. Ob es dazu kommt, steht noch nicht fest. mu

(Günter Murr)
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