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Verkehr: Keine Entlastung für die volle Hanauer Landstraße

Mit der Verlängerung der Ferdinand-Happ-Straße bis Höhe Dieselstraße in Fechenheim wird es wohl nichts. Sowohl Regierungspräsidium als auch Eisenbahnbundesamt lehnen einen dann nötig werdenden ebenerdigen Bahnübergang an dieser Stelle ab. Die Stadt will sich damit nicht zufrieden geben.
Staus auf der Hanauer Landstraße: Vor allem zu den Stoßzeiten geht’s nur schleppend voran. Bilder > Foto: Salome Roessler Staus auf der Hanauer Landstraße: Vor allem zu den Stoßzeiten geht’s nur schleppend voran.
Frankfurt. 

Tag für Tag rollt die Blechlawine über die Hanauer Landstraße. Wenn sie denn rollt, denn oft genug stehen Autofahrer hier im Stau. Seit 2005 bereits diskutieren die Politiker im Römer, ob die parallel verlaufende Ferdinand-Happ-Straße nicht Entlastung bringen könnte, entsprechende Anträge hat vor vielen Jahren schon der zuständige Ortsbeirat gestellt. Der Vorschlag: Die Ferdinand-Happ-Straße müsste bis zur Höhe Dieselstraße in Fechenheim verlängert werden - entlang der Gütergleise.

Der Containerverkehr müsste dann nicht mehr durch das Nadelöhr Ratswegkreisel, um den Terminal der Bahn zu erreichen und zu verlassen, erläutert Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD).

Doch dieses Ziel ist zunächst einmal in weite Ferne gerückt. Wie nun bekannt wurde, haben sowohl das Eisenbahnbundesamt als auch das Regierungspräsidium einen ebenerdigen Bahnübergang am Ende der gewünschten Verlängerung abgelehnt. Dieser wäre aber nötig, damit Autos die Trasse der Hafenbahn überqueren können.

Der Magistrat will sich mit dieser Entscheidung nicht zufrieden geben und den „Fall“ noch einmal in der „Koordinierungsgruppe Verkehr“ diskutieren. Dabei will sie auch die Hafenmanagement GmbH einbeziehen, um dann möglicherweise erneut einen zweiten Antrag für einen Bahnübergang beim Regierungspräsidium in Darmstadt einzureichen. Denn eines ist klar: Eine Brücke über die Hafenbahngleise würde das Projekt um einen zweistelligen Millionenbetrag verteuern.

Kloster steht im Weg

Doch damit nicht genug: Auch für das buddhistische Kloster Pat Hue, das genau dort steht, wo die Ferdinand-Happ-Straße in Fechenheim zurück auf die Hanauer Landstraße geführt werden müsste, gibt es noch keinen Ausweichstandort, wie eine Sprecherin mitteilte. Dem Kloster fühlen sich 6000 Vietnamesen und 1000 Deutsche aus der ganzen Bundesrepublik zugehörig.

Derzeit endet die im Jahr 2000 nach dem Ingenieur und Frankfurter Mundartdichter Ferdinand-Happ benannte Straße an der Leibbrandstraße im Ostend – also kurz vor dem Ratswegkreisel. Bereits 2007 wurden dort für die geplante Verlängerung bis zur Dieselstraße zwei Bäume gefällt. Zwei Jahre später, 2009, legte der Magistrat den Stadtverordneten eine Vorplanung vor – mit 400 000 Euro für die Jahre 2009 und 2010.

Keine Ausnahme möglich

Als Begründung für diese Investition führte der Magistrat an, dass Verkehrsuntersuchungen zur Hanauer Landstraße ergeben hätten, dass eine Verlängerung der Ferdinand-Happ-Straße bis zur Dieselstraße „sinnvoll sei,“ da sie nicht nur für die Hanauer Landstraße, sondern auch für den Ratswegkreisel mit seinen langen Rückstaus eine Entlastung bringe. Deshalb sei sie auch im Gesamtverkehrsplan für das Jahr 2015 enthalten.

Schon damals sahen die Pläne einen ebenerdigen Bahnübergang vor. Ein entsprechender Antrag der Stadt für dessen Planung wurde bereits 2012 abgelehnt. Die Stadt hatte das Eisenbahnbundesamt um „die Zulassung einer Ausnahme“ gebeten. Solche Ausnahmen sind laut einer älteren Stellungsnahme des Regierungspräsidums „nur in Einzelfällen, insbesondere bei schwachem Verkehr“ möglich, also bei maximal zwei Zugfahrten pro Tag. In ihrem Antrag war die Stadt damals für die Hafenbahn von 24 bis 28 Zügen pro Woche ausgegangen und von 4500 Kraftfahrzeugen pro Tag. Mit diesen Zahlen, so die Behörde, würden die zulässigen Verkehrszahlen für eine Ausnahme „in außerordentlichem Maße überschritten“.

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