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Kickern mit dem Weltmeister

Von Kreative brauchen immer wieder Pausen. Und so stehen in vielen Architekturbüros Tischkicker. Nun trafen sich die Tischfußball spielenden Architekten Frankfurts mit dem amtierenden Weltmeister Chris Marks zu ihrem ersten Turnier.
Michael Landes und sein Mitarbeiter Farid Schroeter treten gemeinsam gegen Weltmeister Chris Marks (von links) an. Foto: Leonhard Hamerski Michael Landes und sein Mitarbeiter Farid Schroeter treten gemeinsam gegen Weltmeister Chris Marks (von links) an.
Preungesheim. 

Lachend kommen Michael Landes, einer von Frankfurts Star-Architekten, und Chris Marks, amtierender Tischfußball-Weltmeister und Trainer der deutschen Nationalmannschaft, nach dem Spiel ins Plaudern. „Die Spanier und Portugiesen sind richtig gut“, findet Landes. „Ich war vor kurzem in Spanien, es war klasse. Die spielen mit Figuren, die zwei Beine mit Füßen haben, nicht so wie bei uns“, erzählt Marks. Man steht zusammen, plaudert ein bisschen über das „Kickern“, begrüßt Freunde und alte Bekannte. Und dann beginnt das Turnier. Es ist das erste Mal, dass Frankfurts Architekten – und einige aus Darmstadt – ihren Meister küren: im Tischfußball.

Dass er für Architekten ein Turnier organisiert, sei kein Zufall, sagt Veranstalter Heiko Sültemeier von Interface Deutschland. „In vielen Architekturbüros stehen Fußball-Tische.“ So auch beim Planungsbüro ttsp hwp seidel, die den Innenausbau für Frankfurts jüngstes Hochhaus, den Tower 185, planten. „Wir spielen fast jeden Tag ein bisschen“, erzählt Ralia Angelova. Und die siebenköpfige Truppe, die vor allem aus Frauen besteht, hat Ehrgeiz: „Ohne den Tischkicker, den es hier als ersten Preis gibt, gehen wir nicht weg“, sagt Susanne Weidmann. In der ersten Runde sieht es auch gar nicht so schlecht aus: Eines ihrer drei Teams, „Total Tolle Super Profis“, gewinnt mit 6:2 gegen die Jungs vom Team Hüftsteif.

 

Mittendrin statt nur dabei

 

Immer mitten im Getümmel in den Räumen der Firma August Karp in der August-Schanz-Straße 27 ist Chris Marks – als Moderator, Tippgeber oder Schiedsrichter. Seit seiner Jugend spielt er Tischfußball. Sein Vater habe ihn angesteckt, habe ihn in die Kneipe mitgenommen, wo er immer spielte. Schon mit 13 gewann Marks im Jugendzentrum Nidderau seinen ersten Pokal. Deutscher Meister wurde er erstmals 2001, Weltmeister erstmals 2004 im Doppel.

Marks hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Unter dem markigen Spruch „Beat the Champ“ organisiert er Tischfußball-Veranstaltungen für Firmen und Feiern, managt sich selbst und drei weitere Profi-Tischfußballer, vermietet Kicker-Tische. Und so ganz nebenbei hat der Versicherungs-Kaufmann ein eigenes Versicherungsbüro in Frankfurt.

„Sicher braucht man auch Talent, aber man muss viel trainieren, um gut zu sein“, erklärt Marks. Wie bei Fußball-Profis mache sich eine mehrwöchige Pause auch beim Tischfußball bemerkbar. „Vor wichtigen Turnieren trainiere ich deshalb auch mal vier Tage pro Woche.“ Sein Sport hat ihn schon um die halbe Welt geführt: in die USA, nach Moskau, Japan und Lateinamerika, „nur in Australien war ich noch nicht“.

Überall in Europa, aber auch in Amerika werde Tischfußball gespielt – aber die besten seien die Deutschen, sagt Marks. Mit der besten ersten Liga mit zahlreichen Stars aus ganz Europa. Bei Hannover 96, für die Marks in der Bundesliga spielt, sei fast die gesamte Nationalmannschaft zuhause.

 

Spielen entspannt

 

Ein begeisterter Tischfußballer ist auch Michael Landes. „Als Student in Darmstadt habe ich einen alten Kickertisch gekauft. Der steht heute bei uns im Büro.“ Immer wieder spielen die rund 30 Mitarbeiter, in der Mittagspause oder abends. „Das ist toll, das entspannt. Es ist schön lustig und macht den Kopf frei für neue Ideen.“ Aber auch „richtigen Fußball“ spielen sie, beim Frankfurter Architekten-Turnier. „Das haben wir schon damals in Berlin gemacht, am Wannsee, als es das in Frankfurt noch gar nicht gab.“

Am Kicker-Tisch ist Landes hochkonzentriert, tänzelt leicht mit den Füßen. Zusammen mit seinem Freund, dem Architekten Wolfgang Söder, gewinnt er so sein Erstrundenspiel mit 17:3. Den Turniersieg unter den 14 Mannschaften verpassen sie am Ende knapp: Sie werden Dritte. Der Sieg – und damit ein Bundesliga-Kickertisch – geht an diesem Abend nach Darmstadt: An Tsz-Kin Tang und Jörg Waldinger vom Büro SHP. Seit 15 Jahren kickern sie zusammen, meist einmal im Monat, erzählt Tang. „Es war eine tolle Stimmung, super organisiert, nette Leute. Im nächsten Jahr kommen wir wieder.“ Für den neuen Kicker-Tisch hätten allerdings beide keinen Platz daheim. „Deshalb wird er ein Geburtstagsgeschenk für einen guten Freund.“

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