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Kinder präsentieren literarische Leckerbissen

Beim ersten Kinderlesefrühstück des Fördervereins CoLibris stellten schon die Jüngsten ihre Lieblingsbücher vor.
Leon ist mit acht Jahren der jüngste Vorleser. Sein Publikum passt sich seiner Geschichte vom faulen Kater an.	Foto: Rüffer Leon ist mit acht Jahren der jüngste Vorleser. Sein Publikum passt sich seiner Geschichte vom faulen Kater an. Foto: Rüffer
Niederrad. 

Noch bis kurz vor seinem Auftritt hat Leon (8) geübt. „Ich musste mit dem iPad extra stoppen, dass die Lesung ja nicht länger als zehn Minuten dauert“, sagt seine Mutter Sanja Sippus. Doch kaum einer schaut auf die Uhr, als Leon langsam und gemächlich vorliest. Aus gutem Grund: Er hat sich „Der faule Kater Josef“ von Franziska Biermann ausgesucht.

„Wir haben ja schon ein Lesefrühstück für Erwachsene im Programm und wollen es nun auch für Kinder anbieten, die für Buchempfehlungen ihrer Altersgenossen viel offener sind“, erklärt Petra Flick vom Förderkreis Stadtteilbibliothek und Kultur in Niederrad CoLibris. Mit Leon lesen Malte(12) und Lucas (9) aus Gregs Tagebuch „Von Idioten umzingelt“ von Jeff Kinney und aus „Yoda ich bin! Alles ich weiß!“ von Tom Angelberger vor. Dann stellt Merlin Salzburg (14) seinen ersten vor zwei Jahren verfassten Jugendkrimi „Tivaro in Gefahr“ aus, bevor Niklas Fiedler die Zeichenentwürfe zu seinem Comicbuch „Yanma“ präsentiert.

Mit einer Kombination aus Comic und Kinderroman weckt auch Malte die Neugierde seiner Zuhörer. „Die kurzen Einträge verraten viel von Gregs Streichen und seinen verrückten Freunden“, erklärt er seine Vorliebe. „Gerade deshalb eignet sich das Buch auch als Einstieg für Kinder, die sonst eher weniger lesen“, betont Birgit Lenz von CoLibris. Als Geheimtipp erweist sich auch Tom Angelbergers Buch über den Schüler Dwight, der ein Außenseiter in seiner Klasse ist und Tipps von der sprechenden Oregami-Puppe Yoda aus Star Wars erhält. „Cool sind vor allem die Bastelanleitungen“, findet Malte und zeigt seine selbstgefalteten Yodas.

Während sich Malte und Lucas als Kinder der Bibliothekarinnen leicht rekrutieren ließen, wurde Leon beim Besuch in der Buchhandlung Erhard & Kotitschke angesprochen – zwar etwas überraschend, doch Mutter und Sohn zögerten keinen Moment, auch nicht bei der Wahl des Buches. „Das ist schon mein Lieblingsbuch. Und eine Katze hätte ich auch gerne“, sagt Leon. Doch in der derzeitigen Wohnung sei das ohne Garten schwer möglich. Denn nicht jede Katze ist wie Kater Josef, der kaum Bewegung braucht, weil sein Tagesablauf fast nur aus Schlafen , Fressen und Fernsehen besteht. Jedenfalls, bis ihn ein Hund nervt und ihn etwas im Fell zwickt.

Über die Widrigkeiten des Alltags stolpert auch ein Ganovenduo in Merlin T. Salzburgs Krimi „Tivaro in Gefahr“. Zwar wird die Situation für Tivaros Freund Otto brenzlig. Da die Räuber aber dümmer sind als die Polizei erlaubt, kommt ihnen der Jungdetektiv mit seinen Kollegen recht bald auf die Schliche. Immerhin sieben Bücher kann Merlin verkaufen und signieren.

Nach der Frühstückspause mit Croissants und frischem Obst fordert Niklas Fiedler nochmal die Aufmerksamkeit: Frei erzählt er die Geschichte des Denkers Zarathroxa, der über den geheimnisvollen Yanma auf spielende Kinder trifft, die sich wegen unterschiedlicher Farben ausgrenzen und radikalisieren. „Ich denke, die Kinder haben es mir ihrer Sichtweise verstanden“, ist Petra Flick zuversichtlich.

Verstanden hat sicher auch jeder, warum es Kater Josef plötzlich zwickt. Und warum der faule Einzelgänger unter die Leute muss, sich sogar als Schmusekater bei Katzendamen und Hundetrainer versucht, um den Floh, den man ihm da ins Fell gesetzt hat, wieder loszuwerden.

(got)
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