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Entlassung 2019: Kinderschänder kommt auf freien Fuß

Elf Jahre lang, von 1998 bis 2009, verging sich ein heute 58 Jahre alter Frankfurter immer wieder an den Kindern seiner damaligen Lebensgefährtin. 2010 endete das Martyrium. Ein Jahr später kam der Mann in Haft.
Symbolfoto Foto: Uwe Zucchi (dpa) Symbolfoto
Frankfurt. 

Elf Jahre lang, von 1998 bis 2009, verging sich ein heute 58 Jahre alter Frankfurter immer wieder an den Kindern seiner damaligen Lebensgefährtin. 2010 endete das Martyrium. Ein Jahr später kam der Mann in Haft. Nach weiteren zwölf Monaten wurde er vom Landgericht zu acht Jahren Haft verurteilt. Die Jugendschutzkammer ging von mindestens 16 Einzelfällen aus und befürwortete die auch für solche Fälle außergewöhnlich harte Strafe. Zusätzlich wurde dem Angeklagten damals noch die anschließende Sicherungsverwahrung in Aussicht gestellt, sollte er nicht mit einer Therapie das Wiederholungs-Risiko ausschließen.

Gestern nun trat die Jugendstrafkammer – noch immer unter Leitung von Richter Uwe Steitz – zusammen, um über die damals vorbehaltene Sicherungsverwahrung zu entscheiden. Der Tag der Haftentlassung des 58-Jährigen rückt näher und soll voraussichtlich im kommenden Jahr erfolgen.

Einen guten Vormittag lang ging es vor allem um die Expertise des psychiatrischen Sachverständigen, der sich eingehend mit dem Angeklagten und seiner Entwicklung beschäftigt hatte. Das Ergebnis seiner Untersuchungen war eindeutig: Die knapp fünf Jahre währende Therapie habe bei dem Mann offenbar zu einem Persönlichkeitswandel geführt. Derzeit jedenfalls sei es nach medizinischen Stand eher unwahrscheinlich, dass sich solche Straftaten noch einmal wiederholten. Es liege deshalb keine „Gefahrenprognose“ vor, die eine nachträgliche Sicherungsverwahrung notwendig machen würde. Das Gericht sah deshalb am Ende der Verhandlung von einer solchen Maßnahme ab. Die Staatsanwaltschaft hatte im Schlussvortrag entsprechend votiert – ihr bleibt noch das Mittel der sogenannten Führungsaufsicht, um den Mann auch nach seiner Haftentlassung beobachten und gegebenenfalls bei Verstößen bestrafen zu können.

(ge)

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