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Kirche setzt Zeichen

Die 22 obdachlosen Afrikaner, die seit vergangen Sonntag Unterkunft in der evangelischen Cantate- Domino-Gemeinde (Nordweststadt) gefunden haben, können auf die evangelische Kirche in Frankfurt zählen.
Frankfurt. 

Es geht aufwärts für die Flüchtlinge aus Afrika: In der kommenden Woche ziehen die 22 Männer in die seit Dezember leerstehende Gutleutkirche um. Das verkündete die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt am Main, Pfarrerin Esther Gebhardt, am Freitag nach der Sitzung eines runden Tisches. Sie sagte: „Kirche setzt damit ein Zeichen.“ Der Verband werde dafür Geld in die Hand nehmen, auch die Diakonie-Stiftung habe Mittel in Aussicht gestellt.

Esther Gebhardt geht jedoch davon aus, dass es sich bei den 22 Afrikanern „um die Spitze eines Eisbergs“ handelt. Die Flüchtlingsfrage werde immer drängender - die Stadt müsse hier Zeichen setzen, die Bundesregierung sei gefragt, und auch auf europäischer Ebene müsse das Thema besprochen werden.

Gegenüber der bisherigen Bleibe ist es in der entwidmeten Gutleutkirche möglich, die Menschen besser zu versorgen. Im nahe gelegenen Diakoniezentrum Weser  5 können die Männer duschen und ihre Wäsche waschen, die Kaffeestube der Hoffnungsgemeinde, zu der die Gutleutkirche gehört, bietet Mittagessen. In den kommenden Tagen wird der Evangelische Regionalverband den 22 Männern überdies eine verfahrensrechtliche und psychosoziale Beratung anbieten.

„Wunderbare Aktion“

Gebhardt dankte den fünf beteiligten Gemeinden im Frankfurter Norden für die „wunderbare Aktion“. Auch die Beteiligten des Runden Tisches hätten Gutes getan: Vertreter der beteiligten Kirchengemeinden und der Hilfeeinrichtungen des Evangelischen Regionalverbandes sowie Edward Abiodun. Er hatte den Kontakt zu den Afrikanern, die über Wochen unter der Untermainbrücke übernachteten, hergestellt.

In den vergangenen Tagen war intensiv nach einer passenden Immobilie gesucht worden, da der Kirchsaal der evangelischen Gemeinde Cantate Domino für die Flüchtlinge schlecht geeignet ist. Ein Wohngefühl sei dort kaum herstellbar, wie im Glaskasten sei es da manchmal, berichtete Pfarrerin Sabine Fröhlich. Begeistert äußerte sie sich über die Unterstützung, die aus den insgesamt fünf Gemeinden im Planungsbezirk gekommen sei. „Es gab eine unglaubliche Unterstützungswelle von überall her.“ Dieses Engagement soll mit in den neuen Standort der Flüchtlinge getragen werden.

Der Umzug der Afrikaner wird ebenfalls gemeinsam vorbereitet: Mit dabei sind Pfarrer Lars Kessner von der evangelischen Hoffnungsgemeinde, der Leiter der Diakonie Frankfurt, Pfarrer Dr. Michael Frase sowie Pfarrerin Sabine Fröhlich und ihr Kollege Pfarrer Ulrich Schaffert von der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde. Sie vertreten die fünf Gemeinden, die sich in den vergangenen Tagen um die jungen Westafrikaner gekümmert haben. Beteiligt an der Arbeitsgruppe ist auch der Fachbereich I des Evangelischen Regionalverbandes, zu dem die Sozialberatung für Flüchtlinge gehört.

Eigene Internetseite

Sicher sei der Gemeindesaal nicht optimal, aber besser als die B-Ebene oder ein Leben unter der Brücke, meinte Frase. Einig waren sich die Beteiligten des Runden Tisches, dass nach längerfristigen Perspektiven für die 22 jungen Westafrikaner geschaut werden muss. Sich dafür zu engagieren, war Konsens des Runden Tisches. Eine Möglichkeit, sich über die aktuellen Entwicklungen und Möglichkeiten der Unterstützung zu informieren, bietet die neue Internetseite www.wir-fuer-22.de.

Für die Versorgung der Flüchtlinge wurde ein Spendenkonto eingerichtet: Rentamt im ERV, Kontonummer: 406899, BLZ: 50050201.

(red)
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