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Bäderbetriebe lassen sich Neubau rund 500 000 Euro kosten: Kleinkinder können bald planschen

Seit das Kleinkinderbecken im Stadionbad vor zwei Jahren aus baulichen Gründen geschlossen wurde, ist es ein „Wasserspielplatz“. Baden können die jüngsten Gäste nur mit Schwimmflügeln im Nichtschwimmerbecken. Doch die Bäderbetriebe bauen jetzt ein neues Kinderbecken.
Die Sonne knallt, der helle Sand blendet: Die Augen zusammenkneifen müssen Sonja Wollersheim und Sohn Luca. Planschen wäre schöner! Foto: Michael Faust Die Sonne knallt, der helle Sand blendet: Die Augen zusammenkneifen müssen Sonja Wollersheim und Sohn Luca. Planschen wäre schöner!
Sachsenhausen. 

Trotz Wärme und Sonnenschein ist das Stadionbad am Freitagvormittag recht leer, besonders kleinere Kinder fehlen. Zwei Mädchen versuchen sich tapfer mit Schwimmflügeln im Nichtschwimmerbecken fortzubewegen, andere Kinder spielen lieber Fangen auf der Wiese. Ein eigenes Kinderbecken gibt es für sie nämlich nicht mehr.

„Vor rund zwei Jahren haben wir am Kleinkinderbecken erhebliche Schäden festgestellt. Sie waren so schwerwiegend, dass eine Instandsetzung technisch und wirtschaftlich nicht möglich war“, erklärt Frank Müller, Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt. Also musste eine Übergangslösung her, es entstand der jetzige „Wasserspielplatz“. „Dafür wurde das alte Planschbecken mit Sand aufgefüllt und darin Wasserspielgeräte installiert“, so Müller. Neben den „Wasserspielen“ stehen zwei kleine Strandkörbe, in der Mitte ein großer Sandkasten. Doch wie gut kommt der Wasserspielplatz tatsächlich bei jungen Familien an?

„Das ist kein Ersatz für ein richtiges Planschbecken“, beschwert sich die Frankfurterin Sonja Wollersheim (34). Sie besucht schon seit ihrer Kindheit regelmäßig mit ihrer Schwester Lotta Hoffmann das Stadionbad. Heute sitzt sie mit ihrem dreijährigen Sohn Luca, ihrer Schwester und deren zweijähriger Tochter Madita auf einer Picknickdecke im Schatten eines Baumes vor dem „Wasserspielplatz“.

Kaum Schatten

„Bis auf die schlechte Position ist der Spielplatz ja ganz schön für die Kinder, zumal es in Frankfurt kaum welche mit Wasserspielen gibt“, findet Wollersheim. Mittags sei es dort aber viel zu heiß, da es dort kaum Schatten gebe. „Dafür müssen wir eigentlich nicht herkommen, wenn wir daheim auch schöne Spielplätze haben“, so die 34-Jährige.

Noch ist der „Wasserspielplatz“ leer, auch Luca und Madita spielen lieber im Schatten auf der Picknickdecke. Verpflegung haben die beiden Mütter selbst mitgebracht, um die „teuren Preise“ auszugleichen. „Vor drei Jahren hat das Bad angefangen, 2 Euro Windelpauschale und Eintritt für Kleinkinder jeden Alters zu verlangen“, erklärt Lotta Hoffmann, „und jetzt gibt es nicht mal mehr ein eigenes Planschbecken“, ärgert sich die 32-Jährige. „Im letzten Jahr waren wir schon gar nicht mehr hier“, sagt sie.

Sie vermisst das Kinderbecken vor allem, weil die Kleinen dort alleine ohne ständige Aufsicht spielen konnten. „Mittlerweile gehen die Kleinen jetzt auch ins große Becken, aber das geht eben nur unter Beobachtung“, erzählt die Mutter. „Wir versuchen es halt mit Schwimmflügeln, aber dann hängt der Kleine auch nur an mir“, ergänzt ihre Schwester Sonja, „dabei wollen wir ja doch gerade keine Helikopter-Eltern sein.“

Kaum Alternativen

Langsam wird es voller im Schwimmbad, trauen sich ein paar andere Kinder an den „Wasserspielplatz“. Auch Luca und Madita laufen nun zu einem Wasserspiel auf der Sandfläche, bei dem Wasser aus verschiedenen Öffnungen gepumpt werden kann. „Wo ist denn das Wasser?“, fragt Luca neugierig. Der zweijährigen Madita ist der Spielplatz aber nicht geheuer, deshalb geht sie lieber wieder zur Picknickdecke und schaut ihrem Cousin zu. Alternativen zum Stadionbad in der Nähe gebe es leider wenige, bedauern die beiden Mütter. „Das Schwimmbad in Neu-Isenburg hat auch schon einen Teil des Kleinkinderbeckens mit Sand zugeschüttet“, bedauert Hoffmann.

Interaktive Spielelemente

Doch bald werden Familien mit kleinen Kindern nicht mehr ausweichen müssen: „Wir haben bereits im Frühjahr entschieden, ein komplett neues Kinderplanschbecken zu bauen“, erklärt der Geschäftsführer der Bäderbetriebe. Geplant ist ein attraktives Becken mit interaktiven Elementen und wie bisher vorgeheiztem Wasser. „Diese Investition in Höhe von etwa 400 000 bis 500 000 Euro wurde vom Aufsichtsrat der Bäderbetriebe kürzlich beschlossen“, betont Müller. Schon im Sommer 2018 können sich also Familien mit kleinen Kindern im neuen Planschbecken erfrischen. Dazu ist ein kleines Eröffnungsfest geplant.

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