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Sanierung für 24 Millionen Euro: Klingerschule: Büffeln mit Blick auf die Skyline

Von Mit dem Richtfest wurde gestern Halbzeit auf dem Weg zur Sanierung der Klingerschule gefeiert. Das Herzstück der neuen Schule wird eine 800 Quadratmeter große Lernlandschaft direkt unter dem Dach sein.
Eine Holzkonstruktion trägt künftig das Dach der Klingerschule. Im obersten Geschoss entsteht eine 800 Quadratmeter große Lernlandschaft mit Blick auf Frankfurts Hochhäuser. Bilder > Foto: Holger Menzel Eine Holzkonstruktion trägt künftig das Dach der Klingerschule. Im obersten Geschoss entsteht eine 800 Quadratmeter große Lernlandschaft mit Blick auf Frankfurts Hochhäuser.
Nordend. 

Ganz neue Möglichkeiten ergeben sich an der Klingerschule, wenn die neue Lernlandschaft direkt unter dem Dach fertig ist. Der riesengroße, mit Abtrennungen unterteilte Raum, der im aufgesetzten Dachgeschoss eingerichtet wird, misst beeindruckende 800 Quadratmeter und soll das Lernen zu einem Erlebnis machen – deshalb würden Schüler wie Lehrer am besten gleich starten wollen an den neuen und modern ausgestatteten Arbeitsplätzen.

Doch ganz so schnell geht es nicht, etwas Geduld ist noch erforderlich. Die Sanierung der Berufsschule im Hermesweg dauert noch bis Ende August 2018. Mit dem Richtfest gestern ist gerade einmal die Hälfte des Weges geschafft. Der zweite Bauabschnitt steht noch aus.

Eigenständig arbeiten

Durch die Lernlandschaft würden aktuelle pädagogische Anforderungen auch räumlich umgesetzt, es seien Lernzonen für Projekt- und Teamarbeit vorgesehen, erklärte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Sie fügte an: „Hier können Schüler ihren Lernprozess selbst organisieren und entwickeln so Eigenständigkeit und Teamfähigkeit. Denn das brauchen sie für ihre Arbeit im Betrieb.“

Für Schüler wie Lehrer verbessert sich die Lernsituation also enorm – ab August 2018 beginnt eine neue Zeitrechnung. Bislang jedenfalls musste improvisiert werden. Gruppenarbeit hieß wie in vielen anderen Schulen auch, dass die Schüler in Gruppen eingeteilt werden, die sich in meist viel zu beengten Klassenräumen eine mehr oder minder stille Ecke suchen müssen, wie es Clemens Bohrer, Referent im Dezernat für Integration und Bildung, ausdrückte.

Start im September 2015

Doch bis zum Abschluss der Sanierung muss auch an der Klingerschule improvisiert werden. Seit Beginn der Baumaßnahme im September 2015 erfolgt der Unterricht in Containern, die auf dem Hof stehen. Weil aber nicht das komplette Gebäude auf den Kopf gestellt wird, sondern in zwei aufeinanderfolgenden Bauabschnitten, gibt es auch während der Bauphase Kapazitäten im Schulgebäude.

Laut Bohrer war die Sanierung des 1879 fertiggestellten Schulgebäudes, das im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und nur notdürftig wieder aufgebaut worden sei, längst überfällig. Da das Gebäude aber unter Denkmalschutz stehe, müsse sehr behutsam mit der historischen Substanz umgegangen werden. Das Treppenhaus und der Portikus beispielsweise blieben originalgetreu erhalten. Auch die Kuppeldecken und Wandgemälde werden bewahrt.

„Es ist mir wichtig, historische Besonderheiten zu erhalten, sichtbar zu machen und sie mit neuen Bauelementen in Einklang zu bringen“, sagte Baudezernent Jan Schneider (CDU) beim Richtfest. Insofern sei die Klingerschule mit ihrem modernen Dachgeschoss auf dem denkwürdigen Gemäuer ein spannendes Beispiel für eine gelungene Architektur.

Benannt ist die Berufsschule übrigens nach Max Klinger, einem Frankfurter Dichter der Sturm- und Drangperiode. Das Schulgebäude erinnert allerdings auch an weniger aufgeklärte Zeiten der deutschen Geschichte: Im sogenannten „Dritten Reich“ nutzte die SS die Klingerschule als Kaserne und Gefängnis, in dem Widerstandskämpfer gefoltert wurden. Im Jahr 1944 wurde die Schule bei alliierten Bombenangriffen fast völlig zerstört. Erst elf Jahre später konnte das wiederaufgebaute Schulgebäude wieder bezogen werden.

Aktuell 870 Schüler

Heute ist die Klingerschule mit ihren 870 Schülern eine von insgesamt 16 Berufsschulen in Frankfurt am Main. Die Schüler werden dort für die Berufsfelder Wirtschaft, Verwaltung, Gesundheit und Soziales qualifiziert. Die Schule ermöglicht als berufliches Gymnasium außerdem den Erwerb des Abiturs in den Fachrichtungen Wirtschaft und Gesundheit.

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