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Gastro-Kolumne: Knusprige Pizza in der Paradiesgasse

Alt-Sachsenhausen ist ein Ausgehrevier, das über eine beachtliche Kneipendichte verfügt. Wer sich hier längere Zeit behaupten will, muss seinen Gästen also Einiges bieten.
Die Inhaber des Gioia in Alt-Sachsenhausen Yaniv Ferster und Nir Rosenfeld beim Pizzamachen. 	Foto: ChristesWellenwerk Die Inhaber des Gioia in Alt-Sachsenhausen Yaniv Ferster und Nir Rosenfeld beim Pizzamachen. Foto: ChristesWellenwerk

Alt-Sachsenhausen ist ein Ausgehrevier, das über eine beachtliche Kneipendichte verfügt. Wer sich hier längere Zeit behaupten will, muss seinen Gästen also Einiges bieten. Yaniv Ferster und Nir Rosenfeld, die Betreiber des Gioia (Freude), holten sich deswegen zwei echte Profis ins Restaurant: „Um den Räumen der früheren Pizza & Pasta Factory nicht nur einen neuen Anstrich zu verleihen, engagierten wir Thommy Tritsch. Er gehört zu den Gründern und Machern von „Morgen“, einer Möbelmanufaktur im Ostend.“ Für das jüngste Projekt der Gastronomen kreierte der Einrichtungsexperte ein rustikales Ambiente im Retrostil und lieferte außerdem das passende Inventar. Zu den Wänden in fröhlich-frischem Blau kombinierte er Holztische und -stühle in schnörkellosem Design sowie Sitzbänke mit rotem Bezug. Hinter die mit bunten Fliesen verkleidete Theke stellte er das Herzstück des Gioia: den holzbefeuerten Ofen, den die Inhaber aus Italien importierten. „Dieses Modell ist der Ferrari unter den Holzöfen“, sagt Ferster. „Er hat eine Garplatte, die sich in verschiedenen Geschwindigkeiten dreht und während des Backens hoch in die Kuppel fährt.“ Die Pizza sei deshalb besonders knusprig. Und nicht nur das - sämtliche Gerichte, die hier über dem Feuer brutzelten, bekämen obendrein ein schönes kräftiges Aroma, das an Barbecue erinnere.

Herr über das Prachtstück, das laut den Betreibern in wenigen deutschen Restaurants zur Ausstattung zählt, ist Boaz Kwintner. Der gebürtige Israeli ging wegen seiner Vorliebe für mediterrane Spezialitäten nach Italien und besuchte dort eine Niederlassung der renommierten Kochakademie „Cordon Bleu“. Er lebte und arbeitete lange im Süden, bevor es ihn zurück in die Heimat zog. Wieder in Tel Aviv eröffnete er eine Reihe von Restaurants hauptsächlich mit Pizza und Pasta. Für seine Landsleute in Frankfurt entwickelte er die Speisekarte des Gioia, die einen ähnlichen Schwerpunkt hat. Der versierte Fachmann ist nicht ständig vor Ort, sieht dem Küchenteam aber jeden Monat für mehrere Tage auf die Finger. „Außerdem ergänzt er unser permanentes Angebot um jahreszeitliche Gerichte, momentan unter anderem mit Spargel“, so Rosenfeld. Da die Pizza Funghi (6,50 Euro) nicht zu den saisonalen Spezialitäten gehört, kann man den Klassiker mit Tomatensauce, Mozzarella, Kirschtomaten, Champignons und Kräutern immer wieder bestellen - und genießen: Der Teig ist dünn und knusprig, der Belag frisch und würzig. Nudelfans finden unter den Standards sowohl Bekanntes wie Spaghetti und Rigatoni als auch Sorten, die seltener auf die Tische kommen, beispielsweise Casarecce und Mafaldine. Hausgemacht sollen jedoch alle sein, selbst die vielerorts unbeliebten, weil flummiartigen Gnocchi. Im Gioia brodeln die überbackenen Kartoffelklößchen (9 Euro) nicht zu weich und nicht zu fest in einer Auflaufform munter vor sich hin. Die Aromen der in Scheiben geschnittenen Champignons und des klein gehackten Schnittlauchs steigen bei jedem Bissen in die Nase. Ebenso wie der Duft der verwendeten Trüffelcreme, die inzwischen ziemlich polarisiert. Sei’s drum, wer das nicht mag, kann auf andere Gerichte ausweichen. Am Dessert dürfte allerdings niemand etwas auszusetzen haben: Intensiv schokoladiges Soufflé mit schmelzendem Kern und einer Kugel Vanilleeis (4,50 Euro). Das schmeckt lecker und macht Freude. Demnach trägt das Gioia seinen Namen zu Recht.

Durch das gemütliche Ambiente und die sachkundig umgesetzte Speisekarte hinterlässt das Restaurant insgesamt einen positiven Eindruck. Damit sich daran nichts ändert, sind Ferster und Rosenfeld engagiert bei der Sache. Über langjährige Erfahrung verfügen die Gastronomen ohnehin: „Neben dem Gioia betreiben wir die Café-Bar im Eschenheimer Turm.“ Rosenfeld ist außerdem am Spice Kitchen auf der Zeil und am Birmingham Pub in der Battonnstraße beteiligt. In die Bundesrepublik kamen er und sein Kompagnon aus beruflichen wie aus privaten Gründen. Beide sind mit deutschen Frauen verheiratet.

Gioia: Sachsenhausen, Paradiesgasse 67, Tel. 61995004, www.gioia-frankfurt.de, Mo-Mi 11-24, Do 11-1, Fr/Sa 11-4, So 12-24 Uhr, Sitzplätze: 65 innen/150 außen, Küche: italienisch

(Andrea Möller)
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