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Königin der Diebe vor Gericht

Innerhalb von nur drei Monaten hat eine Schmuckdiebin europaweit mehr als eine Million Euro erbeutet. Für ihre Taten in Frankfurt muss sie nun vor das Landgericht treten.
Die Trickdiebin war europaweit aktiv. Dieses Bild einer Überwachungskamera zeigt sie in Paris. Die Trickdiebin war europaweit aktiv. Dieses Bild einer Überwachungskamera zeigt sie in Paris.
Frankfurt. 

Sie gilt als "beste Trickdiebin" Europas. Jahrelang hat Monique M. Juweliergeschäfte in England, Frankreich und Deutschland unsicher gemacht. Jetzt wird ihr der Prozess gemacht. Am Mittwoch muss sie sich vor dem Landgericht verantworten. Zusammen mit ihrer Nichte hat sie im September 2008 beim Luxusjuwelier Tiffanys in der Goethestraße einen 217 000 Euro teuren Diamantring erbeutet. Auch in Paris hatte sie bereits zugeschlagen und sich bei Cartier einen Brillant-Ring für 635 000 Euro ergaunert. In London und Edinburgh hat sie ebenfalls Juweliere bestohlen. Der Gesamtschaden wird auf mehr als 1,2 Millionen Euro geschätzt.

Raffiniertes Diebesduo

Die Masche war immer dieselbe: In der Tiffany-Filiale verwickelten die beiden Frauen die Verkäuferin in ein Gespräch. So wie immer hatten sie sich als reiche Touristen aus dem Mittleren Osten getarnt. Monique M. vertauschte den wertvollen Ring in einer Schmuckschatulle gegen ein billiges Plagiat. Als die Verkäuferin dies merkte, waren die Diebinnen über alle Berge.

Die Helferin wurde bereits 2010 zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Bei ihrem Prozess belastete die Mittäterin ihre Tante schwer: "Ich musste mich schick anziehen", schilderte die 35-Jährige die Vorbereitung für den Besuch von Tiffany. Mit ihrem Anteil an der Beute habe sie ihrer Familie langersehnte Träume verwirklichen wollen. Sie sei allerdings nur "ein kleines Licht" an der Seite der Haupttäterin gewesen, sagte sie. Diese sei mit ihrem Sohn in luxuriösen Autos quer durch Europa gefahren, um Juweliere zu bestehlen.

Europaweite Diebesbande

Für ihren Diebstahl in Paris wurde Monique bereits verurteilt. In Frankreich muss sie seit 2010 eine vierjährige Haftstrafe absitzen. Auch ihr Sohn ist seit zwei Jahren im Gefängnis. Für den Trickdiebstahl in Frankfurt hatte die deutsche Justiz bei ihren französischen Kollegen Auslieferung beantragt. Ob sie auch für ihre Taten in England geradestehen muss, ist indes noch offen. Bislang hat sich nach FNP-Informationen die dortige Justiz noch nicht gerührt. Auf die Spur der europaweit tätigen Diebesbande ist die Polizei dank eines findigen Sicherheitsberaters gekommen. Martin Winckel vom Internationalen Juwelier-Warndienst hat nach eigenen Angaben ein Täterprofil erstellt, das zu ihrer Festnahme in Paris geführt hat. "Mit ihrer Sippe hat sie bereits eine Vielzahl von Taten begangen. Sie ist mir und meinem Dienst schon seit sehr vielen Jahren bekannt."

Milde hat Monique M. in Frankfurt wohl nicht zu erwarten. Nach der Verurteilung ihrer Komplizin sagte der Vorsitzende Richter, es könne nicht angehen, "dass wir reisende Profidiebe mit Bewährung versehen". Die Tat zeige auch, "wie sinnlos es ist, eine Tankstelle zu überfallen und wegen 6000 Euro Beute zehn Jahre in den Knast zu gehen", meinte der Richter. Es gebe "viel galantere Arten, an große Werte zu kommen, wie beispielsweise so ein Trickdiebstahl nach einem gepflegten Verkaufsgespräch".bvj

(bvj)
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