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Urteil: Kokain im Magen: Drogenschmuggler muss in Haft

Ein 32 Jahre alter Mann wäre beim Kokainschmuggel im eigenen Magen fast gestorben. Er konnte gerettet werden, muss nun aber ins Gefängnis.
Symbolbild Symbolbild
Frankfurt. 

Zuweilen sind die Beamten der Zollfahndung am Flughafen auch echte Lebensretter. Als ein nigerianischer Passagier im Oktober vergangenen Jahres in Frankfurt zwischenlandete – er wollte weiter nach Birmingham fliegen – machte er schon ein recht leidendes Gesicht. Die mit gutem Blick ausgestatteten Beamten wussten Bescheid: Hier wankte ein Drogenschmuggler auf sie zu, der bereits gesundheitliche Beschwerden hatte.

Der 32-Jährige kam rasch in die Klinik, wo er am Magen operiert wurde. Es zeigte sich, dass es mit dem medizinischen Eingriff höchste Eisenbahn war, denn eines der insgesamt 80 Behältnisse mit einer Kokainzubereitung hatte sich am Magenausgang verhakt und hätte schon bald zum Tod des Afrikaners geführt. So aber wurde er im Krankenhaus gerettet – und war daher auch fit für den Prozess vor dem Landgericht.

Mildere Strafen

Sogenannte Körperschmuggler werden stets milder bestraft als ihre Kurierkollegen, die den verbotenen „Stoff“ im Koffer oder anderweitig transportieren – dies ist bereits der besonderen gesundheitlichen Gefährdung dieser Täter geschuldet. Darüber hinaus werden im Magen gewöhnlich kleinere Mengen als im Gepäck transportiert und die „Tarife“ der Strafkammern bei der Strafzumessung richten sich im Wesentlichen an dem Gewicht.

Der 32 Jahre alte Nigerianer konnte in seinem Prozess noch seine ausweglose finanzielle Lage nach einem wirtschaftlichen Schiffbruch in der Textilhandelsbranche sowie eine bevorstehende Augenoperation des Vaters als Motive für den Transport nennen. Ein professioneller „Schlucker“ schien er nicht gewesen zu sein – schon ein erster Versuch, die 80 Kapseln im Magen aufzunehmen, war offenbar gescheitert.

Nur wenig auseinander

Die von Richter Christian Reuhl geleitete Strafkammer und die Staatsanwaltschaft lagen bei der Strafzumessung nur wenig auseinander. Während der Anklagevertreter dreieinhalb Jahre Haft beantragt hatte, kamen die Richter mit einer Strafe von drei Jahren und drei Monaten aus dem Beratungszimmer. (ge)

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