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Leichenschau: Kommentar: Lösung für unzumutbare Zustände

Von
Thomas J. Schmidt Thomas J. Schmidt

Ich habe es erlebt, vor zwei Monaten: Da stirbt ein lieber Mensch. Man ist mit seinem Herzen hier, den Gedanken dort, steht neben sich, ist durch den Wind. Mir vorzustellen, dass damals Polizisten in unserer Wohnung gewesen wären, mir zugeschaut hätten, als ich von meiner Mutter Abschied nahm – gruselig.

Es gibt solche Fälle. Im Zweifel müssen Polizisten verhindern, dass Spuren verwischt werden. Doch es ist weder für sie noch für die Angehörigen zumutbar, vier Stunden auf einen Hausarzt zu warten, der kommt und die Leichenschau vornimmt. Das muss schneller gehen.

Vielleicht ist die jetzt in Frankfurt gefundene Lösung gut. Dauerhaft ist sie nicht, sondern beschränkt auf zunächst ein Jahr. Dass die Stadt finanziell in Vorleistung tritt und die Ärztestelle finanziert, ist lobenswert. Aber: Ist das wirklich so viel? 100 000 Euro? Wo sonst für jedes Pillepalle Geld da ist, Stellen geschaffen werden?

Und was ist eigentlich mit dem Land? Polizei ist Ländersache – müsste nicht der für die Polizei zuständige Innenminister diese Stelle finanzieren? Schließlich steht der Arzt im Institut für Rechtsmedizin auch in Bereitschaft, um der Polizei die Wartezeit zu verkürzen. Und diese Wartezeit – ein Arbeitsjahr allein 2017 – ist ja das Geld des Innenministeriums wert.

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