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Helikopterrundflüge: Kommt die Obergrenze für Hubschrauber über Frankfurt?

Von Im Frankfurter Süden regt sich neuer Widerstand gegen Fluglärm. Diesmal geht es jedoch nicht um Flugzeuge, sondern um Hubschrauber. Weil private Stadt-Rundflüge angeblich stark zugenommen haben, fordern die örtliche CDU und FDP eine Begrenzung. Doch rechtlich gibt es dafür kaum eine Chance.
100 Helikopter-Touren über Frankfurt zählte die Deutsche Flugsicherung in den vergangenen drei Monaten. 100 Helikopter-Touren über Frankfurt zählte die Deutsche Flugsicherung in den vergangenen drei Monaten.
Frankfurt. 

Die Skyline aus der Luft zu sehen, ist bei Touristen wie bei Frankfurtern ein begehrtes Erlebnis. Einige Firmen bieten Stadt-Rundflüge mit dem Helikopter an, gerne als Geschenkgutschein. Bei einigen Bewohnern der südlichen Stadtteile kommen die Hubschrauberflüge allerdings nicht so gut an. In den letzten Monaten habe er zahlreiche Beschwerden von Bürgern erhalten, sagt Christian Becker (CDU), Ortsvorsteher von Sachsenhausen, Nieder- und Oberrad. Denn die Zahl der Helikopterrundflüge über seinem Ortsbezirk habe stark zugenommen. Seine Fraktion im Ortsbeirat fordert, dass sie begrenzt wird. Unterstützung kommt von der FDP.

Die Diskussion ist nicht neu. In den vergangen Jahren gab es mehrmals solche Vorstöße. Doch aus dem Magistrat hieß es stets, ihm seien die Hände gebunden: Hubschrauberpiloten, die sich an die geltenden Höhen- und Abstandsregelungen halten, könnten fliegen, wann und wo sie wollten.

Bei der Deutschen Flugsicherung sieht man die Rechtslage genauso. Die Lotsen im Frankfurter Tower haben genau im Blick, wer über der Stadt fliegt. Denn große Teile des Stadtgebiets liegen in der Kontrollzone des Flughafens. Einzelnen Helikopterflügen könne zwar die Freigabe verweigert werden, erklärt Ute Otterbein, Pressesprecherin der Deutschen Flugsicherung. „Aber nicht, weil sich Anwohner gestört fühlen, sondern nur, um die Sicherheit innerhalb der Kontrollzone zu gewährleisten.“

In den vergangenen drei Monaten zählte die Flugsicherung rund 100 private Hubschrauberrundflüge über dem Stadtgebiet. Eine Steigerung sei gegenüber 2016 nicht zu erkennen. Denn im entsprechenden Vorjahreszeitraum seien es genauso viele gewesen, sagt Otterbein. „Leider reichen die Aufzeichnungen nicht weiter in die Vergangenheit.“

Auf Augenhöhe mit Bankern

Ein Anbieter der Skyline-Hubschrauber-Touren ist die Firma Heli Transair aus Egelsbach. Auf dem dortigen Flugplatz starten und landen die Helikopter. 30 Minuten „auf Augenhöhe mit Frankfurts Bankern und Brokern“, so heißt es in der Werbung, kosten 199 Euro pro Person.

„Als regional verwurzeltes Unternehmen achten wir darauf, dass unsere Flugrouten nicht über Wohngebiete führen“, sagt Geschäftsführer Dirk Herr. „Wir fliegen entlang der Autobahn 661 und bieten einen Blick auf die Skyline, aber wir fliegen nicht über der Stadt.“ Große und bundesweit tätige Anbieter hätten die Hubschrauber-Touren inzwischen ebenfalls im Programm. „Welche Routen die fliegen, weiß ich nicht. Vielleicht nehmen sie weniger Rücksicht auf die Anwohner.“

2010, als das Thema schon einmal hochkochte, versprach der damalige Magistrat zwar, dass „Hubschrauberrundflüge für private Veranstaltungen“ zumindest an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich abgelehnt werden. Doch er räumte ein, dass dies nur bei genehmigungspflichtigen Flügen möglich sei, etwa wenn der Hubschrauberpilot niedriger als 300 Meter fliegen will. Die meisten privaten Helikopterflüge halten sich allerdings an diese Mindestflughöhe und sind daher genehmigungsfrei.

Freizeitflüge begrenzen

CDU und FDP im Frankfurter Süden wagen dennoch einen neuen Vorstoß. „Natürlich kann man eine solche Attraktion in einer Stadt wie Frankfurt nicht generell verbieten und das ist auch nicht unsere Intention“, betont Ortsvorsteher Christian Becker. „Aber es ist uns wichtig, dass eine Möglichkeit geschaffen wird, um die Anzahl der Helikopterflüge, die nur der Freizeitgestaltung dienen, zum Wohle der Bürger zu beschränken.“

Ein entsprechender Antrag soll heute im Ortsbeirat verabschiedet werden. Der Magistrat soll gebeten werden, „sich bei den zuständigen Stellen für eine solche Regelung einzusetzen“.

Eine Obergrenze für Hubschrauber? Darüber müsste mindestens das Bundesverkehrsministerium entscheiden. Falls eine Gesetzesänderung notwendig ist: der deutsche Bundestag.

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