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Main-Weser-Bahn: Kommt jetzt der Baustellenverkehr nach Berkersheim?

Von Die Angst geht um in Berkersheim: Die Bewohner fürchten, dass der Schwerlastverkehr durch den alten Ortskern rollt, wenn der Ausbau der Main-Weser-Bahn erst richtig beginnt.
Die S-Bahn-Haltestelle Berkersheim: Eine Baustraße direkt an den Bahngleisen ist bereits angelegt. Im Frühjahr beginnen die Ausbauarbeiten. Foto: Rainer Rüffer Die S-Bahn-Haltestelle Berkersheim: Eine Baustraße direkt an den Bahngleisen ist bereits angelegt. Im Frühjahr beginnen die Ausbauarbeiten.
Berkersheim. 

Einen Vorgeschmack auf den bevorstehenden Ausbau der Main-Weser-Bahn von zwei auf vier Gleise und die damit einhergehenden Beeinträchtigungen haben die Berkersheimer schon bekommen. Die vorbereitenden Maßnahmen laufen nämlich schon. Bis Ende 2017 werden für den Ausbau eigens Baustraßen angelegt, die Rodungen entlang der Eisenbahnstrecke in Richtung Bad Vilbel müssen bis Februar 2018 abgeschlossen sein. Mehr als eine Woche rollten deshalb zuletzt Lastwagen durch die schmale Berkersheimer Obergasse und Bahnstraße zur Bahnunterführung im Wiesengarten.

Beim Gedanken an die Grundschule und die Kita in unmittelbarer Nähe zur Straße wird so manchem Berkersheimer Angst und Bange. Dabei, so die Kritik, habe die Bahn versprochen, den alten Ortskern vom Schwerlastverkehr freizuhalten. Sie fürchten, dass die Bahn ihre Zusage bricht.

Keith Egloff, Sprecher der Bahn-Tochter DB Netz AG für Großprojekte, bestätigt, dass erste Vorarbeiten für den 2018 beginnenden Streckenausbau auf dem Abschnitt zwischen Frankfurt-West und Friedberg laufen. Die Baufirma begann mit dem Erstellen einer Baustraße nördlich des Bahndamms. Am Berkersheimer Bahnübergang wurde ein kleiner Platz geschottert. Nicht weit entfernt gruben Arbeiter einen schmalen, tiefen Graben quer über die Bahnstraße, um nach Kabeln und Leitungen zu suchen.

Im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt Norbert Wolf, Teilprojektleiter für den Ausbau zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel, dass sich der Plan für den Baustellenverkehr nicht geändert habe. Erdaushub und Baumaterial sollen vor allem über eine parallel zum Bahndamm laufende Baustellenstraße transportiert werden oder aber über die Baustelle selbst. Ganz werde die Baufirma nicht darauf verzichten können, Lastwagen auch durch Berkersheim zu schicken.

Behelfsbrücke bauen

Den Berkersheimer Abschnitt der Baustelle erreichen Lastwagen zum einen von der Homburger Landstraße aus, sagt Wolf. Das Problem: Die Brücke über die Gleise dürfen nur Lastwagen bis 18 Tonnen passieren. Ob der Schwerlastverkehr über den Frankfurter Berg, Bonames oder über Eschersheim zur Baustelle fahre, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Inzwischen habe die Bahn aber die Genehmigung, unter der B 3a eine Behelfsbrücke über die Nidda zu bauen und von hier Auf- und Abfahrten von der B 3a zur Baustelle zu führen. Über diese Anschlussstelle sollen dann Lastwagen sowohl zu den Bauabschnitten in Bad Vilbel und Berkersheim rollen.

Wolf bestätigt, dass auch die Niddabrücke zwischen Harheim und Berkersheim verstärkt werden sollen. Dafür liege die Baugenehmigung aber noch nicht vor. So fehle etwa die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde.

Lastwagen nutze die Baufirma vor allem, um Erdaushub abzutransportieren und Material für den Bau des neuen, parallel zum bestehenden Gleis geplanten Bahndamms anzuliefern, sagt Wolf. Gleise und Schwellen würden mit Hilfe eines sogenannten Verlege-Zuges eingebaut. „Die 120 Meter langen Schienen könnte man auch gar nicht mit dem Lastwagen anliefern, sondern nur mit dem Zug“, betont Wolf.

Es gibt ein Info-Telefon

Im Winter würden auch Gebüsch und Bäume gerodet, bevor dann im ersten Quartal kommenden Jahres an der gesamten Ausbaustrecke die Bauarbeiten beginnen. Wo und wann gearbeitet wird, hänge vom Fortschritt der vorbereitenden Arbeiten ab und davon, wann die Bahn Zugriff auf die letzten benötigten Grundstücke bekommt. Während der Bauzeit sei die Baufirma verpflichtet, der Bahn mindestens zwei Wochen vorher die nächsten Bauarbeiten anzukündigen. „Damit wir das rechtzeitig öffentlich machen können“, erklärt Egloff.

Diese Infos seien dann unter www.s6-frankfurt-friedberg.de im Internet abrufbar. Außerdem richte die Bahn ein Info-Telefon ein, über das Anwohner die Bauüberwachung erreichen.

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