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Kunstwerke aus feinem Zuckerguss: Konditoren-Lehrlinge backen für Tortenwettbewerb

Von Rund 40 Torten haben Auszubildende im Konditoren-Handwerk für den Wettbewerb der Konditoren-Innung Rhein-Main zum Thema „Frankreich“ gebacken. Die Frankfurter können die schönsten Torten küren.
Täuschend echt sieht die Chanel-Handtasche als Torte aus, die Patricia Wendland hergestellt hat. Zum Ausgehen ist sie aber nicht geeignet, sondern nur zum Essen. Bilder > Foto: Michael Faust Täuschend echt sieht die Chanel-Handtasche als Torte aus, die Patricia Wendland hergestellt hat. Zum Ausgehen ist sie aber nicht geeignet, sondern nur zum Essen.
Innenstadt. 

„Ich bereue nichts in meinem Leben – außer dem, was ich nicht getan habe.“ Die französische Modedesignerin Coco Chanel hat das einmal gesagt. Das Zitat soll der Torte von Patricia Wendland (23) den letzten Schliff geben. Um Buchstabe für Buchstabe schreiben zu können, hat die Auszubildende im Konditorenhandwerk braune Kuvertüre erhitzt und die flüssige Masse in eine Spritztüte aus Papier gefüllt, die sie selbst hergestellt hat. Das essbare Kunstwerk stellt sie für den Tortenwettbewerb der Konditoren-Innung Rhein-Main zum Thema „Frankreich“ her.

Seit dem Vormittag stehen Wendland und ihre Mitauszubildenden in der Lehrküche der Bergiusschule. Sie haben aus Mehl, Eier, Butter und Zucker Tortenböden gebacken, diese auseinandergeschnitten, die Einzelteile jeweils mit einer selbst hergestellten Crème-Schicht beschmiert und wieder zusammengefügt. Jetzt verzieren die Auszubildenden im dritten Lehrjahr ihre Torten mit Marzipan oder Fondant, einer weichen und leicht formbaren Zuckermasse.

Chanel-Tasche

Auf den ersten Blick ist das süße Teilchen vor Wendland nicht als Torte zu identifizieren. Es hat die Form einer schwarzen Lederhandtasche mit einer auffälligen, goldenen Kette als Trageriemen. „Chanel steht für Frankreich, deswegen habe ich mir diese Torte im Handtaschenform überlegt“, sagt die 23-Jährige. Auch das Label der Modefirma – ein spiegelverkehrter und ein normaler Buchstabe C, die sich überschneiden – hat sie aus Zuckermasse modelliert.

Dieses Handwerk ist fest in Frauenhand

Stefanie Haller von der Konditoren-Innung Rhein-Main mit Sitz in Darmstadt bestätigt, dass das Konditorenhandwerk fest in Frauenhand ist.

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Das Verzieren ist der aufwendigste Teil. Das Anrühren des Teiges und das Backen haben 30 Minuten gedauert. „Aber jetzt bin ich schon zwei Stunden mit Verzieren beschäftigt“, sagt Wendland, die im Hotel Intercontinental in Frankfurt ihre Ausbildung macht, während sie aus Fondant weiße Rosen formt.

„Mit Blick auf die Abschlussprüfung ist das eine gute Übung für die Auszubildenden“, sagt Stefan Rückert, der Fachlehrer an der Bergiusschule ist. Wie jetzt für den Wettbewerb müssen die angehenden Gesellen auch bei der Prüfung eine Torte herstellen. Und für die Innung sei der Wettbewerb eine gute Gelegenheit, das Konditor-Handwerk öffentlich zu präsentieren.

Denn die Torten werden noch heute und morgen während der Öffnungszeiten in der Frankfurter Volksbank, Berger Straße 207–209, ausgestellt. Bank-Kunden und natürlich alle, die vorbeikommen, können abstimmen, welches der rund 40 Exemplare ihnen am besten gefällt. Beurteilt wird nur das Aussehen – probieren kann man die süßen Kalorienbomben erst später: Die Torten werden verlost.

„Jeder glaubt, dass er gewinnt“, erklärt Pia Büdenbender (20). Sie absolviert ihre Ausbildung im Hotel Wessinger in Neu-Isenburg. Ihren Sachertorte-Boden hat sie mit Canache, hergestellt aus Sahne und weißer Kuvertüre, überzogen. Jetzt malt sie darauf mit Lebensmittelfarbe einen Parfüm-Flacon, wie ihn Frauen in den 1950er Jahren verwendet haben. Garniert wird das Ganze mit bunten Blumen. „Ich habe den Film ,Das Parfüm’ gesehen und bin so auf die Idee gekommen. Außerdem denke ich bei Frankreich an Blumen“, erzählt sie. Schon bei einem Praktikum während der Schulzeit habe sie festgestellt, dass ihr der Beruf liege, erinnert sich die 20-Jährige.

Erst während der Ausbildung hat Rosario Tomasello (20) hingegen das Handwerk lieben gelernt. „Ich finde es einfach toll, aus Zucker etwas Außergewöhnliches formen zu können“, sagt er. Seine Torte ist in den französischen Nationalfarben und mit Goldperlen garniert. „Das gibt dem Ganzen eine edle Note.“

Große Konkurrenz

Tomasello, der seine Ausbildung bei „Ferdinands Backgenuss“ in Offenbach macht, will sich später eventuell selbstständig machen. Es gebe so viele Hobby-Konditoren, die das sehr gut machten und ein Café eröffneten, wiegelt Wendland wegen der großen Konkurrenz dankend ab. Sie hat bereits eine Ausbildung zur Köchin gemacht, wollte aber unbedingt in die Pâtisserie. Seit die heute 23-Jährige dort beschäftigt ist, ist ihr aber der Appetit auf Süßes vergangen. Am liebsten mag sie einfachen Obstkuchen.

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