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Tödlicher Leichtsinn: Kontrollen: Bahnübergänge im Visier

Ein Toter und vier schwer verletzte Jugendliche an den Bahnübergängen in Bonames und Nieder-Eschbach – das ist die Bilanz der vergangenen zwei Jahre. Schutzmann Andreas Wagner kämpft um Aufklärung, denn Ampel und Schranke ignorieren kann nicht nur teuer werden, sondern das Leben kosten.
Beamte des 15. Reviers ermahnen eine Fußgängerin, die bei rot über die geschlossene Fußgängerschranke lief. Foto: Leonhard Hamerski Beamte des 15. Reviers ermahnen eine Fußgängerin, die bei rot über die geschlossene Fußgängerschranke lief.
Frankfurt. 

„Schwerer Unfall in Bonames – Radfahrer von U-Bahn angefahren“, titelte die FNP vor fast drei Monaten. Ein Fahrradfahrer wurde beim Versuch, den Bahnübergang zu überqueren, von der U 2 angefahren.

Sechs Passanten hatten am Mittwochvormittag etwas mehr „Glück im Unglück“: Auch sie überquerten den Bahnübergang bei roter Ampel und geschlossener Schranke. Auf der anderen Seite erwarteten sie Beamte des Frankfurter Polizeipräsidiums. Die Konsequenz: Ein Bußgeld in Höhe von 350 Euro und – bei Führerscheinbesitz – ein Punkt in Flensburg. Sechs solcher Anzeigen hat das Beamten-Team um Andreas Wagner, Schutzmann vor Ort für das 15. Polizeirevier, am Mittwoch erstattet. Eigentlich ziemlich unnötig, meinen die Beamten kopfschüttelnd: „Die Leute auf der anderen Straßenseite gucken uns uniformierten Beamten noch ins Gesicht und lächeln – und sind sich gar nicht bewusst, dass sie eine Ordnungswidrigkeit begehen.“ Wagner hat kein Verständnis für das sorglose Überschreiten des Bahnübergangs: „Dieses Jahr hatten wir so viele U-Bahn-Unfälle im Frankfurter Norden wie noch nie.“

Und dabei sind es keineswegs Kinder und Jugendliche, die das Signal missachten, sondern vor allen Dingen Erwachsene. Wagner betreibt nämlich gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Frankfurter Verkehrsgesellschaft (VGF) Aufklärung an Schulen. Dazu benutzt er Videoaufnahmen vergangener Unfälle, um den Jugendlichen die Konsequenzen zu veranschaulichen. Wenn zum Ende des Jahres das 14. und 15. Polizeirevier zusammengelegt werden, wird die Außenstelle der Polizei direkt am Bahnübergang in Bonames geschlossen. „Bis dahin“, kündigt Wagner an, „werden wir hier weiter kontrollieren.“

(cmw)
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