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Ein Vorbild für Frankfurt? Köln setzt auf große Inszenierung an Silvester: Konzept für die Silvesternacht: Mit Licht gegen die Angst

Von Nach den Übergriffen am vergangenen Jahreswechsel werden in mehreren Städten die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. In Köln wird zudem versucht, mit einer Lichtinszenierung für eine besondere Atmosphäre zu sorgen. Derartige Ideen sieht man in Frankfurt skeptisch.
Bei einer Lichtinszenierung am Campus Bockenheim projizierte der Künstler Philipp Geist anlässlich der Luminale 2012 Begriffe auf den Boden. So ähnlich muss man sich das Projekt vorstellen, das er für die Silvesternacht in Köln plant. Foto: Arne Dedert (dpa) Bei einer Lichtinszenierung am Campus Bockenheim projizierte der Künstler Philipp Geist anlässlich der Luminale 2012 Begriffe auf den Boden. So ähnlich muss man sich das Projekt vorstellen, das er für die Silvesternacht in Köln plant.
Frankfurt. 

Sexuelle Übergriffe wie in der Nacht des Jahreswechsels 2015/16 soll es künftig nicht mehr geben – in Köln ebenso wenig wie in Frankfurt. Beide Städte erhöhen die Sicherheitsvorkehrungen, haben Zonen ausgewiesen, in denen Feuerwerkskörper nicht erlaubt sind. Die Stadt am Rhein geht aber noch einen Schritt weiter, setzt nicht nur auf Polizeipräsenz und Kontrollen, sondern will auch eine andere Atmosphäre erzeugen. Eine Multimedia-Inszenierung am Dom soll positive Bilder in die Welt senden. Organisiert wird die Lichtschau des Berliner Lichtkünstlers Philipp Geist von Helmut Bien. Der ist in Frankfurt kein Unbekannter, er war acht Mal als Kurator für das Lichtfestival „Luminale“ verantwortlich (siehe auch Text unten).

Die Stimmung drehen

„Wir versuchen, mit Licht die Stimmung ins Positive zu drehen“, sagte er über das Konzept, das er für Köln entwickelt hat. Die Umgebung des Doms soll mit Einbruch der Dunkelheit in einen „Licht-Traum-Raum“ verwandelt werden. Unter anderem werden auf den Boden Wünsche fürs nächste Jahr projiziert, die Kölner zuvor eingereicht haben. Besucher, die eine Sicherheitsschleuse passieren müssen, werden selbst Teil der Inszenierung. Auch eine eigene Musik wird für das Spektakel komponiert. Einen „niedrigen sechsstelligen Betrag“ gebe man dafür aus, sagte eine Sprecherin der Stadt Köln. „Wir setzen damit ein klares Signal.“ Die Inszenierung sei in das allgemeine Sicherheitskonzept für den Jahreswechsel integriert worden.

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Kommentar: Ideen für die dunkle Seite des Mains

Die Luminale ist Tradition. Sie ist unverzichtbar für diese Stadt. Wenn nun ihr geistiger Nukleus und der Förderer der ersten Stunde, Helmut Bien, von der Messe als inspirierender Oberlichtkünstler

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„Mit Licht kann man mit relativ einfachen Mitteln eine neue Atmosphäre erzeugen“, sagte Bien. „Das haben wir bei der Luminale mehrfach praktiziert.“ Er rechnet damit, dass die diesjährige Inszenierung der Auftakt für eine neue Art von Silvesterfeiern in Köln wird und auch Vorbildcharakter für andere Städte haben wird.

Tatsächlich haben organisierte Freiluft-Veranstaltungen zum Jahreswechsel vielerorts Tradition. In Wien zum Beispiel gibt es bereits seit einem Vierteljahrhundert den „Silvesterpfad“ mit Unterhaltungsprogramm auf mehreren Bühnen und professionellem Feuerwerk. Auch in Frankfurt gab es vor einigen Jahren Überlegungen für eine städtische Silvesterveranstaltung. Zum Beispiel gab es die Idee, ein Riesenrad aufzustellen. Daraus ist allerdings nichts geworden, weil die Sicherheitsauflagen so erhöht wurden, dass mit Kosten von mehr als einer Million Euro zu rechnen wäre.

Begegnungszone in der City

Helmut Bien kann sich dennoch eine Veranstaltung nach Kölner Vorbild auch für die Frankfurter Hauptwache oder das Mainufer vorstellen. Es müsse wieder möglich werden, ohne Angst in der Öffentlichkeit zu feiern. „Die Innenstadt könnte zur Begegnungszone werden.“ Denkbar sei auch, dass sich kulturelle Institutionen mit einer Vorschau auf das neue Jahr beteiligen.

 

Doch Andrea Brandl, Büroleiterin von Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU), winkt ab. Die Situation in Frankfurt sei mit der in Köln nicht zu vergleichen. Dort sei die Domplatte relativ leicht abzuriegeln, in Frankfurt gebe es einen vergleichbaren Ort nicht. Die meisten Städte verzichteten auf eigene Veranstaltungen. „Außerdem hat es Charme, ans Mainufer zu gehen, ohne dass es dort Remmidemmi gibt.“ Damit das auch wieder für Familien möglich ist, würden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Wie berichtet, sind am nördlichen Mainufer und auf den Brücken keine Feuerwerkskörper erlaubt. Polizei und Stadt bemühen sich derzeit, genügend Personal für die Kontrollen aufzutreiben.

Nach Ansicht Biens reicht das nicht: „Über die Art des Programms, das man anbietet, entscheidet man auch, für welches Publikum der öffentliche Raum interessant wird.“

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