Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Kritik an Thomas Jühe hält an

Der Vorsitzende der Fluglärmkommission weist die Kritik an seiner Person zurück und verweist auf das Solidaritätsprinzip bei der Verteilung von Fluglärm auf die Region.
Thomas Jühe Thomas Jühe
Frankfurter Süden. 

Die Frankfurter Bürgerinitiativen (BI) gegen Fluglärm haben sich auf Thomas Jühe (SPD), Raunheimer Bürgermeister und Vorsitzenden der Fluglärmkommission (FLK), eingeschossen. Nachdem bereits etliche BIs Jühes Rücktritt forderten, legt das Bündnis nun unter Federführung der BI Stop-Fluglärm nach.

"Wir sind der Meinung, dass der Vorsitz der Fluglärmkommission durch eine neutrale Person ausgeübt werden sollte, die die Interessen der gesamten Region und nicht konkrete Partikularinteressen vertritt", heißt es in einem Offenen Brief, den die BIs jüngst an Thomas Jühe schickten. Ferner fordern die Ausbaugegner Jühe dazu auf, für die Interessen der Stadt Raunheim künftig ausschließlich als Raunheimer Bürgermeister einzutreten.

Grund der neuerlichen Kritik am FLK-Vorsitzenden ist ein Pressemitteilung der Fluglärmkommission, in der es um die Minderung der Fluglärmbelastung in den Tag- und Nachtrandstunden geht. Darin spricht sich die FLK für eine "geordnete Nutzung der zur Verfügung stehenden Landebahnen" und die "korrekte Einhaltung von Flugrouten" aus. So fordert die FLK, von einer nächtlichen Nutzung der Center-Bahn abzusehen. Dies sei erstens nicht Teil der Planfeststellung und würde zweitens zulasten wenig verlärmter Wohngebiete in Offenbach und Flörsheim gehen.

Nun würde jedoch vor allem der Frankfurter Süden von eine verstärkten Nutzung der Center-Bahn profitieren. "Mit ihren Forderungen widersprechen die Frankfurter BIs der Grundphilosophie, dass nichts am Bahnensystem geändert wird", sagt Thomas Jühe. Zudem dürften laut Beschlusslage maximal vier Prozent aller Flugbewegungen über die Center-Bahn abgewickelt werden. Diesen Beschluss habe seinerzeit auch der Frankfurter FLK-Vertreter unterzeichnet.

Christopher Koch, einer der Verfasser des Offenen Briefs, hält entgegen, dass es das oberste Ziel der FLK sein sollte, zuerst den Lärm in den am stärksten belasteten Gebieten zu reduzieren: "Wir verlangen eine objektive Berechnung. Die uns versprochenen Nachweise von Fraport und FLK wurden uns nie geliefert", klagt Koch und führt an, dass nach der aktuellen Flugroutenverteilung Raunheim, Neu-Isenburg und der Frankfurter Süden in besonderem Maße unter Fluglärm zu leiden hätten. Auch die von Thomas Jühe vorgeschlagene Erhöhung der Rückenwindkomponente von fünf auf sieben Knoten sorgt weiter für Unmut im Frankfurter Süden: "Bis heute wurde überhaupt kein Erweis erbracht, nach dem die Zahl der Betroffenen durch diese Maßnahme reduziert würde", argumentiert Koch.

Thomas Jühe hält entgegen, dass den Fluglärm-Geplagten das Recht zustehe, sich darauf einstellen zu können, wo und in welcher Intensität Fluglärm auftrete. Allein deshalb verbiete es sich, das derzeitige Routen-Gefüge zu verändern. "Das Bündnis müsste vielleicht mal klären, ob sich Einzelne in dieser Form äußern dürfen", empfiehlt Jühe. Schließlich hätten BIs aus der Region nichts davon, wenn sich die Frankfurter Ausbaugegner mit ihren Forderungen durchsetzen.mov

(Mirco Overländer)
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse