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Künstler knüpfen „Kon-Takt“

Bildende Kunst und Kunsthandwerk treffen in der aktuellen Ausstellung des Frankfurter Künstlerclubs im Nebbienschen Gartenhaus zusammen.
Klaus Gajus Gorsler arbeitet an einem neuen Bild, während Uschy Schleipfer eine ihrer Kette präsentiert.	Foto: Rüffer Klaus Gajus Gorsler arbeitet an einem neuen Bild, während Uschy Schleipfer eine ihrer Kette präsentiert. Foto: Rüffer
Innenstadt. 

Klaus Gajus Gorsler (74) ist ein Zeichner, ein Meister im Umgang mit Tusche und Feder. Er liebt das Kleinteilige, setzt ein Motiv gekonnt mit vertikalen und horizontalen Linien in Szene. Aus Plus und Minuszeichen entstehen Figuren, Gegenstände und Landschaften. Der Künstler versteht es, so das Wesentliche eines Motivs festzuhalten. Seine Skizzenbücher sind eigenständige Kunstwerke und auch Inspiration für seine Gemälde, wie jetzt in der Ausstellung „Kon-Takt“ des Frankfurter Künstlerclubs im Nebbienschen Gartenhaus zu sehen ist.

Bei der Arbeit

Gorsler arbeitet dort während der Öffnungszeiten an einem neuen Werk in Öl, für das eine seiner Skizzen die Basis bildet. Er sitzt an der Staffelei, vor ihm die noch überwiegend leere Leinwand - Umrisse einer Insel und eines Segelschiffes, das auf dem Meer entlang zu gleiten scheint, sind zu erkennen.

„Ich war im Juli in Kroatien, habe dort viele Zeichnungen gemacht“, erzählt der Künstler, der währenddessen Farbe auf die Leinwand aufträgt. „Wenn ich an einem Gemälde arbeite, spielt die Zeit für mich keine Rolle.“ Ein Bild sei erst dann fertig, wenn er es für gut befinde. „Eigentlich sind meine Bilder nie wirklich fertig. Ich variiere sie ständig, oft trage ich mehr als einhundert Schichten Farbe auf.“ Immer wieder nimmt Gorsler Teile der sich überlagernden Farbe ab, so dass die darunterliegenden Schichten hindurchschimmern. Figuren oder Elemente wie Kreise tummeln sich auf der Leinwand, erzählen Geschichten. Der Betrachter ist aufgefordert, nach diesen Details zu suchen.

Gorsler sieht sich selbst als Perfektionist. „Kunst ist Präzision, egal wie man sie gestaltet“, betont er. Seine Bilder setzen sich mit dem Leben, dem Alltag auseinander, aber auch mit dem nicht rational Erklärbaren. Der Künstler hat sein Atelier, das er selbst „Malmuseum“ nennt, in Sachsenhausen.

Gorslers Werken sind die Schmuckkreationen von Goldschmiedin Uschy Schleipfer gegenübergestellt. Schon einmal präsentierten sich die zwei in einer Gemeinschaftsausstellung im Nebbienschen Gartenhaus. „Das war vor sieben Jahren und sehr erfolgreich“, erzählen sie. „Ich zeige dieses Mal alles, was ich in 27 Jahren entworfen und umgesetzt haben“, sagt Schleipfer, die ihre Werkstatt im Gutleutviertel hat. Es sind nicht alltägliche Schmuckstücke, die unter ihrer Hand entstehen. So bringt sie Alltagsgegenstände wie ein sogenanntes Katzenauge, das normalerweise als Reflektor am Fahrrad befestigt ist, oder auch Champagnerdeckel, in einen neuen Zusammenhang: Ob Brosche, Ring, Armband oder Collier - sie kombiniert das Alltägliche etwa mit Silber, mit Echtsteinen wie Achat, mit Perlen oder emailliert. Sie verarbeitet auch Gefundenes oder Materialien wie Filz und Kunststoff. Schleipfer schafft so individuelle Stücke mit einer Aussage. Auch hier liegt das Besondere im Detail. Die Arbeiten von Gorsler und Schleipfer ergänzen sich daher sehr gut.

Kette wiegt 1,6 Kilo

Ihre Schmuckstücke stehen für Ideenreichtum: So leuchtet eine Kette aus japanischen Kunststoffkugeln im Dunkeln, die Kette aus Champagnerdeckeln ist an sich bereits ein Blickfang. Mit einem Gewicht von 1,6 Kilo fordert sie von ihrer Trägerin auch Disziplin in der Körperhaltung. Viele ihrer Schmuckstücke sind emailliert, eine Technik, die sie als Dozentin auch an den Nachwuchs weitergibt.

Die Ausstellung im Nebbienschen Gartenhaus, Bockenheimer Anlage, läuft bis zum 20. Oktober. Sie ist täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

(Alexandra Flieth)
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