E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 17°C
1 Kommentar

Unruhe auf dem Schulhof: Kursierende Handyfotos lösen Angst unter Grundschuleltern aus

Von Unter Frankfurter Eltern kursieren derzeit Fotos von zwei Männern, die vor einer Grundschule in Rödelheim Kinder angesprochen haben sollen. Polizei und Schulleitung sagen, die Warnungen seien übertrieben und bitten darum, keine falschen Gerüchte zu verbreiten.
Vor dem Schulhof der Michael-Ende-Grundschule fotografierte eine Mutter zwei Männer, die ihr verdächtig vorkamen. Die Bilder machten schnell die Runde. Foto: Martin Weis Vor dem Schulhof der Michael-Ende-Grundschule fotografierte eine Mutter zwei Männer, die ihr verdächtig vorkamen. Die Bilder machten schnell die Runde.
Frankfurt. 

Über den Handy-Nachrichtendienst Whatsapp machten die Bilder schnell die Runde. „Diese zwei Kerle locken vor der Grundschule in Rödelheim unsere Kinder mit Playstation und fordern sie auf ins Auto einzusteigen“, hatte eine Frau dazu geschrieben. „Die Bilder wurden unserer Klassenlehrerin von der Polizei gegeben. Bitte sprecht mit euren Kindern.“

Auf den Fotos sind zwei ernst dreinblickende Männer zu sehen, beide etwa Mitte 30. Sie stehen auf der Assenheimer Straße vor der Michael-Ende-Grundschule. Eltern in ganz Frankfurt haben die Warnnachricht seit vergangener Woche erhalten und weitergeschickt. Teilweise werden neue Gerüchte hinzugefügt. Es ist wie ein digitaler Kettenbrief, der Angst auf den Schulhöfen sät.

Keine Fotofahndung

Doch ob an den geschilderten Vorfällen überhaupt etwas dran ist, weiß bislang niemand. Die Polizei warnt ausdrücklich davor, die Fotos weiter zu verbreiten. „Die Bilder stammen nicht von uns. Für eine Öffentlichkeitsfahndung bräuchten wir eine richterliche Genehmigung, die haben wir in diesem Fall gar nicht beantragt“, sagte eine Sprecherin.

Der „Fall“ besteht laut Polizei und Schulleitung bislang darin: Am Dienstag vergangener Woche soll eine Mutter zwei unbekannte Männer beobachtet haben, die am Schulhof standen und über den Zaun hinweg Kinder fotografierten. Die Frau zückte daraufhin ihre Handykamera und fotografierte selbst. So sollen die beiden Bilder entstanden sein, die später über verschiedene Whatsapp- und Facebook-Gruppen verbreitet wurden. Auch die Polizei wurde von der Mutter informiert.

Polizeistreife verstärkt

„Wir prüfen den Sachverhalt. Aber es gibt bisher keinen Anhaltspunkt dafür, dass die Männer Kinder angesprochen oder sogar in ein Auto gelockt hätten“, sagt die Polizeisprecherin. Wer die beiden Männer sind, wisse man auch noch nicht sicher. Die Polizei würde vor der Schule in Rödelheim verstärkt Streife fahren, aber es gebe keinen Grund zur Besorgnis.

Schulleiter Stefan Franz beklagt die „Eigendynamik“, die der angebliche Vorfall entwickelt habe. „In den sogenannten sozialen Medien wurde immer mehr hinzugedichtet. Auf einmal hieß es, dass die Männer Kinder entführen und ins Ausland verschleppen wollten.“ Das sei gefährlich, sagt der Pädagoge. „Ich will mir nicht ausmalen, was passieren würde, wenn jemand die Männer auf der Straße erkennt.“

Die Sorgen der Eltern könne er zwar verstehen, meint Franz. „Aber es ist Sache der Polizei nach Verdächtigen zu fahnden. Außerdem hätten sich die Eltern auch bei der Schulleitung erkundigen können. Das hat nur eine Mutter getan.“

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen