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LED-Straßenbeleuchtung besteht ersten Test

In Heddernheim und im Nordend haben die ersten Straßenlaternen mit LED-Beleuchtung die alte Gasbeleuchtung abgelöst. Kritiker und Befürworter der Modernisierung halten sich die Waage.
Jan Münnich in Heddernheim ist ein Befürworter der LED-Lampen. Bilder > Jan Münnich in Heddernheim ist ein Befürworter der LED-Lampen.
Heddernheim. 

Wer nicht weiß, dass die Straßenlaternen in der Nistergasse in Heddernheim und in der Justinianstraße im Nordend kürzlich von Gas- auf Strombetrieb umgestellt wurden, merkt kaum einen Unterschied. Auf der Straße bekommt man nicht selten nur ein Schulterzucken als Antwort auf die Frage, was die Anwohner von der neuen Straßenbeleuchtung halten. Die Hauptsache sei, dass sie zuverlässig funktionieren.

Nur genaue Beobachter haben festgestellt, dass die neuen Lampen gleichmäßiger brennen und ein wenig heller sind. Die wirtschaftliche Überlegung spräche für die Umrüstung von Gas auf die moderne LED-Technik, meint Jan Wildberger im Nordend. "Aber gerade im Winter, wenn es geschneit hat und dann das etwas schwächere, leicht flackernde Licht der Gaslaternen leuchtete – das hatte schon was." So denken einige. Und manche sind nicht so tolerant.

Rücksichtslose Bresche

Die Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen spricht als Mitglied der Initiative "Progaslicht" von einer "rücksichtslosen Bresche der Elektrifizierung", die durch die Pilotstrecke in der Justinianstraße in das Holzhausenviertel geschlagen wurde. Auch sei nicht klar, warum die Stadtplaner des Verkehrsdezernats vor nicht einmal einem Jahr behaupteten, dass die Gaslaternen erhalten bleiben sollen, obwohl die Pläne für die Umstellung bereits in der Schublade lagen.

Aber trotz aller Nostalgie: Tatsache ist, dass die Gaslaternen wesentlich teurer in der Unterhaltung sind. Die Gaslampen verbrauchen das zwanzigfache an Energie. Das kostet pro Jahr 500 Euro mehr. Zudem sorgen die energieeffizienten LEDs für eine bessere CO2-Bilanz. "Es ist stromsparender und das Ambiente ist gewahrt worden, weil der Stil der Lampen gut in die Umgebung passt. Ich bin absolut einverstanden damit, dass das so gemacht worden ist", sagt Ulrich Normann aus der Nistergasse. Auch der Heddernheimer Jan Münnich meint, dass die Befürworter der LEDs die überzeugenderen Argumente haben: "Aus Energiespar-Sicht sind LED-Lampen sehr sinnvoll und im Gegensatz zu Gaslampen halten sie ewig."

Schädliche Stoffe

Eines der Hauptprobleme mit den Gaslampen sei die Wartung, sagt Thomas Bartelt, Sprecher des Verkehrsdezernats. So müsse der Glühstrumpf einmal pro Jahr ausgewechselt werden. Außerdem enthalte dieser schädliche Stoffe und sei immer schwieriger zu beziehen und zu entsorgen.

In der Justinianstraße wurden die Lampen in erster Linie deshalb ausgetauscht, weil hier die Peitschenmasten der Gasbeleuchtung durchhingen. Es bestand dringender Handlungsbedarf", betont Bartelt. Auch von den weiteren rund 5500 Straßenlaternen, die in Frankfurt noch mit Gas betrieben werden, müsse ein Großteil in nächster Zeit erneuert werden, sagt Thomas Erfert von der SRM (Straßenbeleuchtung Rhein-Main). "Viele der Lampenmasten sind schon über 40 Jahre alt und irgendwann ist jeder Stahl durchgerostet."

Georg Zdrahal, der in der Nistergasse seinen Laden hat und in Heddernheim als Lotto Schorsch bekannt ist, ärgert sich über etwas ganz anderes: "Die Lampen selbst sind schön und machen ein schönes Licht, aber das Problem ist jetzt, dass sie auf den Parkplätzen stehen." Da ist die Nistergasse aber eine Ausnahme. In der Regel sollen die Lampen nur ausgetauscht und nicht versetzt werden. med

(med)
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