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Lärm der Flieger wird erfasst

Von Auf dem Dach des 15. Polizeireviers im Wickenweg will das Umwelthaus den Fluglärm am Frankfurter Berg messen. Nur die Erlaubnis des Landes Hessen fehlt noch.
Frankfurter Berg. 

Die von der "Bürgerinitiative Frankfurt-Nord gegen Fluglärm" geforderte Lärmmessstation soll auf der Wache des 15. Polizeireviers im Wickenweg 92 aufgestellt werden. "Das Gebäude ist der beste mögliche Standort", erläutert Günter Lanz, Geschäftsführer des Umwelthauses in Kelsterbach. Die Messanlage liege schon bereit im Umwelthaus. Es fehle nur noch die Genehmigung des Landes Hessen, dem das Gebäude gehört. "Die Stadt Frankfurt hilft uns, die Genehmigung zu erhalten."

Wirklich geeignet sei allerdings kein Gebäude am Frankfurter Berg für das automatische Messsystem, erklärt Lanz. "Der Umgebungslärm der Bahnstrecke, der Autobahn und anderer Straßen ist zu laut", erklärt Lanz. Zwar könne man die Empfindlichkeit des Systems einstellen. Die Erfahrung zeige aber, dass Messungen an Stellen mit viel Umgebungslärm trotz ausgefeilter Technik ungenauer seien als anderswo. "Auf dem Sulzbacher Rathaus etwa erkennt die Technik nur 35 Prozent der Flüge korrekt, am Friedhof in Liederbach sind es 50 Prozent."

In einer Stunde aufgestellt

Von der ursprünglichen Idee, bis zur Montage der Lärmmessstation eine mobile Station aufzustellen, sieht das Umwelthaus ab. "Die Genehmigung dafür zu bekommen würde zu lange dauern, vielleicht würde sie nur wenige Tage vor der Genehmigung für die feste Station eintreffen", begründet den Verzicht. Die endgültige Anlage aufzustellen, gehe schnell. "Nach einer Stunde können die Daten ins Internet gestellt werden." Dann sind die Messwerte auf der Seite www.dfld.de des Deutschen Fluglärmdienstes einsehbar.

Nicht umsetzbar sei eine andere Forderung der Bürgerinitiative, so Lanz: In der letzten Sitzung des Ortsbeirats 10 regten Mitglieder der Initiative an, auch den Schadstoffausstoß der Flieger im Frankfurter Norden zu messen. "Eine solche Messung ist schlicht unmöglich. Die Stoffe sind zu ähnlich, man kann nicht unterscheiden, ob sie von einem Flugzeug, Auto, Heizung, einer Müllverbrennungsanlage oder der Industrie stammen."

Turbulent wurde es am Ende der jüngsten Ortsbeiratssitzung, als über einen Antrag der Linken beraten wurde, indem sie forderte, dass zum Infotermin der Frankfurter Lokalpolitiker am 21. November auch die Bürger geladen werden müssten. "Sie von so einer Veranstaltung auszuschließen, erhöht nur die Politikverdrossenheit", betonte Lothar Kramer (Linke). Nach hitziger Diskussion baten die Grünen, die bis dahin den Antrag ablehnen wollten, um eine kurze Sitzungspause. Danach stimmten sie wie SPD und Linke dem Antrag zu, verhalfen ihm so gegen die Stimmen von CDU und FDP zur Mehrheit.

Saal ist zu klein

"Neben den 93 Stadtverordneten sind alle mehr als 300 Ortsbeiräte geladen. Wenn von denen jeder siebte kommt, ist der Saal voll", argumentierte der Ortsvorsteher und CDU-Stadtverordnete Robert Lange gegen die Einladung der Bürger zu der DSF-Präsentation. "In der Kürze der Zeit kann man kaum auswählen: Wen soll man genau einladen, wie eingrenzen, welcher Bürger kommen darf und welcher nicht?" Die Stadtteilpolitiker wüssten außerdem, welche Fragen die Bürger haben, und könnten diese am 21. November für sie stellen. "Die Betroffenen können uns gerne ihre Fragen zuschicken", so Lange.

Einzelne Mitglieder betroffener Bürgerinitiativen einzuladen, werde den Rahmen sicher nicht sprengen, meint Kramer. Die Bürgerinitiative am Frankfurter Berg hat inzwischen Briefe an die Vorsitzenden von CDU, SPD und Grünen sowie an OB Petra Roth geschrieben. Darin bittet sie darum, auch Bürger zum Infotermin der Deutschen Flugsicherung einzuladen.hau

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