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Landgericht Frankfurt: Lange Haft für Schläger

Von Schläge, Tritte, Pfefferspray - für Handys und ein bisschen Geld kannte ein 21-Jähriger keine Gnade. Der junge Mann beging zwei schwere Raubüberfälle in einer halben Stunde und bekam daür jetzt eine satte Haftstrafe.
Die Statue Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv Die Statue Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv
Frankfurt. 

Zwei schwere Überfälle innerhalb von nur einer knappen halben Stunde – das ist rekordverdächtig und brachte dem 21 Jahre alten Täter jetzt eine saftige Haftstrafe von sieben Jahren und neun Monaten Dauer ein. Das Landgericht wertete besonders die schweren psychischen Folgen für das zweite der beiden Opfer strafverschärfend.

Gemeinsam mit zwei getrennt verurteilten Komplizen begab sich der Angeklagte in der Nacht zum 4. September vergangenen Jahres auf Beutezug durch die Stadt. In der Düsseldorfer Straße (Bahnhofsviertel) traf es einen jungen Mann, der zu Fuß unterwegs war, weil die letzte Tram bereits abgefahren war. Die Räuber fackelten nicht lang. Sie setzten Pfefferspray ein und schlugen und traten das Opfer zu Boden. Dessen Mobiltelefon war die gesamte Beute. Das brutale Trio besprühte den wehrlosen Mann auch dann noch mit Pfefferspray, als es sein Telefon schon hatte. Der Mann zeigte den Überfall an und konnte alle drei Angeklagte dabei einwandfrei identifizieren.

Weiter zum Ufer

Im Anschluss gingen die Täter offenbar schnellen Schrittes durch die Stadt. Denn nur 25 Minuten später tauchten sie an der Flößerbrücke (Ostend) auf, wo gerade ein Student auf dem Heimweg von einem Rockkonzert war. Der junge Mann war extra aus Österreich an den Main gereist. Er behielt Frankfurt in schlimmster Erinnerung. Die Tritte und Schläge der Räuber trafen ihn hart im Gesicht und ließen ihn verletzt zu Boden gehen. Die Täter nahmen seine Geldbörse mit 30 Euro Bargeld sowie sein Mobiltelefon.

Der junge Österreicher ist seither massiv psychisch beeinträchtigt und deshalb auch in Therapie. Er konnte nur mit Mühe dazu gebracht werden, nach Frankfurt zu kommen, um seine Aussage im Zeugenstand zu machen und schlotterte dabei am ganzen Körper. Die Augenverletzung aber bekamen die Ärzte wieder in den Griff – physisch ist der Mann wieder hergestellt.

Vor Gericht bestritt der Angeklagte die beiden Vorwürfe. Er saß ziemlich unbeteiligt auf der Anklagebank und grinste recht deplatziert. Die von Richter Urs Böcher geleitete Große Strafkammer nahm die Angelegenheit ernster und sah ihn beider Taten für überführt an. Beim Vorfall am Bahnhof gab es Zeugenaussagen, bei der zweiten Tat wurden DNA-Spuren des 21-Jährigen an der Jacke des Opfers sichergestellt.

Keine Auskunft

Im Mittelpunkt der Beweisaufnahme stand dabei die Frage, ob die Täter denn innerhalb von nur 25 Minuten vom ersten zum 2,6 Kilometer entfernten zweiten Tatort kommen konnten. Richter Böcher prüfte alle Möglichkeiten durch, wobei RMV und VGF ihn im Stich ließen. Rückwirkend könne man den Fahrplan der Nachtbusse nicht mehr prüfen, hieß es.

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