Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Forderung der SPD-Fraktion: Leipzigerstraße soll für Verkehr gesperrt werden

Von Die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 2 will die Leipziger Straße aufwerten, indem ein kleiner Abschnitt der Straße autofrei wird. Zunächst nur auf Probe. Das kommt nicht überall an.
Wenn es nach der SPD geht, soll hier für Autos künftig Schluss sein. Sie wollen die Leipziger sperren und den Verkehr umleiten. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Wenn es nach der SPD geht, soll hier für Autos künftig Schluss sein. Sie wollen die Leipziger sperren und den Verkehr umleiten.
Bockenheim. 

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) steht immer noch zu einhundert Prozent hinter dem Vorschlag seiner Bockenheimer Genossen, die Leipziger Straße zwischen der Straße Am Weingarten und Markgrafenstraße für den Verkehr zu sperren und dort einen zentralen Platz als Treffpunkt anzulegen. „Ich würde das sehr begrüßen“, sagt er, weil die Möblierung der Einkaufsstraße seit mehr als 30 Jahren nahezu unverändert sei. „Wer einen 30 Jahre alten Schrank im Wohnzimmer stehen hat, überlegt auch, ob er sich vielleicht mal einen neuen anschafft“, sagt Oesterling.

Ein Versuch auf Zeit

Anfang des Jahres hatten die Sozialdemokraten bereits im Kommunalwahlkampf das Thema angesprochen. Schon damals hatte Oesterling – zu der Zeit noch Fraktionsvorsitzender der SPD im Römer – den Vorschlag unterstützt. Jetzt legt die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) in der heutigen Sitzung ein Papier zur Abstimmung vor – allerdings in etwas abgewandelter Form und in moderaterem Ton. Der Magistrat soll demzufolge prüfen, ob der Straßenabschnitt zunächst probeweise gesperrt werden könne. Sollte dies möglich sein und der Test zudem erfolgreich verlaufen, soll ein Konzept für die Neugestaltung des Platzes folgen.

Der Verkehr soll durch die Straße Am Weingarten auf die Sophienstraße aus dem Quartier abfließen. Zu diesem Zweck müsste die Einbahnstraßenregelung in der Wurmbachstraße aber gedreht werden.

Ob das Papier eine Mehrheit findet, ist allerdings fraglich. „Ich halte gar nichts davon, das gibt Chaos in den Seitenstraßen“, urteilt FDP-Fraktionsvorsitzender Günter Pehlke. Er befürchtet zudem, dass der Lieferverkehr mehrfach in den engen Gassen steckenbleibe. Auch die CDU will den SPD-Antrag laut Ortsvorsteher Axel Kaufmann nicht mittragen. „Ich halte es nicht für zielführend, wenn der Verkehr an der Sophienschule vorbeifließt“, sagt er. Außerdem meint er, dass ein zentraler Platz für die Bockenheimer nicht zwangsläufig in der Leipziger angelegt werden müsse. Grünensprecher Thomas Gutmann wiederum erinnert daran, dass seine Fraktion schon einmal einen ganz ähnlichen Vorschlag eingebracht habe, der vom Magistrat aber mit dem Argument, dass es Chaos in den Seitenstraße geben würde, abgelehnt worden sei. „Das Anliegen mit dem Mobiliar sehen wir aber genauso wie die SPD“, sagt Gutmann.

Als eine „wunderbare Idee“ bezeichnet der Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt in Bockenheim, Wolfgang Rüth, das Konzept der SPD, „Ich finde einen Quartiersplatz überzeugend. Gerade für Senioren sowie Familien mit Kindern böten eine Aufwertung der Leipziger und ein Platz in der Mitte eine hohe Aufenthaltsqualität, weniger Gefahren und weniger Barrieren“, sagt Rüth und ergänzt: „Das sollte man nicht gleich kaputt reden“.

Das Argument, dass durch die Straßensperrung viele Parkplätze wegfallen würden, lässt der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Völker nicht gelten. „Ich glaube, für die Leipziger wäre das eine Chance“, ist er überzeugt. Er betont aber, dass er es natürlich respektieren werde, wenn das eine Mehrheit im Ortsbeirat anders sehe. In etwa genauso argumentiert Oesterling. „In erster Linie ist ein Beschluss des Ortsbeirates nötig. Dann würde ich mich im Stadtparlament für den Vorschlag stark machen“, sagt der Verkehrsdezernent.

Weite Wege

Keine Freunde würde er sich damit bei den Bewohnern der Wurmbachstraße und den Geschäftsleuten machen. Die Bewohner der Seitenstraße befürchten, dass Verkehr und Lärm deutlich zunehmen würde. Geschäftsleute wie Claus Mala wiederum meinen, dass Lieferanten weite Wege bis zu den Läden zurücklegen müssten und ältere Menschen nicht mehr vor den Läden aussteigen könnten.

 

Der Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) tagt heute um 19 Uhr in der Katharinengemeinde in der Leerbachstraße 19.

 

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse