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Alt-Frankfurter Geschichten: Lisbeth entführt in die Historie

Von Nach der Keltereiführung mit dem „Äbbel-Ännchen“ bietet die Apfelwein-Kelterei Possmann ab kommendem Freitag eine zweite historische Veranstaltung mit der Schauspielerin Katharina Schaaf an. Dabei lädt sie als „Lisbeth aus Alt-Frankfurt“ in den Kaminkeller von Possmann und entführt die Besucher ins 19. Jahrhundert.
Als „Lisbeth aus Alt-Frankfurt“ lädt die Historikerin Katharina Schaaf zu einer Zeitreise in den Kaminkeller der Kelterei Possmann ein. Foto: Heike Lyding Als „Lisbeth aus Alt-Frankfurt“ lädt die Historikerin Katharina Schaaf zu einer Zeitreise in den Kaminkeller der Kelterei Possmann ein.
Rödelheim. 

Die Geschichte der Heimatstadt zu erkunden, gehört für viele Frankfurter dazu. Wie haben unsere Vorfahren gelebt? Wie sah es früher aus? Was prägte die berühmten Kinder der Stadt? Und was machte Frankfurt zu dem, was es heute ist? Diese Neugier nutzen die Historikerin und Schauspielerin Katharina Schaaf und die Apfelweinkelterei Possmann ab kommendem Freitag, um Geschichtsbegeisterte zu einer neuen Veranstaltung zu locken.

Bereits seit Anfang 2014 führt Schaaf als „Äbbel-Ännchen“ durch die Produktion der großen Kelterei, die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. „Dabei geht es vor allem über die Geschichte des Apfelweins und die alten Zeiten in Rödelheim, wo die Kelterei seit Ende des 19. Jahrhunderts ansässig ist“, erklärt Schaaf. „Mit meiner neuen Rolle ,Lisbeth aus Alt-Frankfurt’ konzentriere ich mich mehr auf die Geschichte im alten Stadtkern, erzähle Anekdoten rund um den Alltag im Frankfurt des 19. Jahrhunderts“. So berichtet sie etwa über die letzte Hochzeit dort, die – im damals noch kuppelförmigen Domturm – wegen eines Fasses Wein und einem großen Löscheinsatz die Frankfurter wach hielt. Diese Anekdote stammt aus den Erinnerungen des Mundartdichters Friedrich Stoltze. Andere Fakten und Geschichten hat Schaaf aus Briefwechseln, alten Zeitungen und Fachbüchern. „Für jede neue Rolle, die ich konzipiere, kommt etwa ein halber Regalmeter Literatur dazu“, sagt Schaaf lachend.

Premiere ist am Freitag

Die Premiere von „Lisbeth aus Alt-Frankfurt“ ist zu erleben am Freitag, 20. November, um 19 Uhr im Kaminkeller der Kelterei Possmann an der Eschborner Landstraße 156–162. Auch am 18.

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Rein rechnerisch müssten sich so schon mehr als 15 Meter Literatur über Frankfurt, Hessen und die Menschen des Landes zusammengesammelt haben, ist die „Lisbeth“ doch schon die 30. Rolle, die Schaaf in ihr Repertoire aufgenommen hat. Zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert haben ihre Figuren sämtlich gelebt, sind wie ihre beiden Possmann-Charaktere oft fiktiv, gerne aber auch auf realen Personen aufgebaut: Bettine Brentano, Marianne Willemer oder der junge Goethe etwa. In der Geschichte kennt sich Katharina Schaaf bestens aus, hat sie doch Latein, Englisch und Geschichte auf Lehramt an der Goethe-Universität studiert, wo sie noch heute einen Lehrauftrag hat. Es folgte ein Schauspielstudium an einer privaten Schauspielschule in London. Seit 2005 arbeitet sie als Stadtführerin in Frankfurt, seit 2008 zusätzlich als freiberufliche Schauspielerin.

Dass sie sich bei ihren historischen Rollen immer wieder in Rödelheim wiederfindet, hat einen entscheidenden Grund: Hier ist Katharina Schaaf zu Hause und ihre Familie stammt aus dem Stadtteil, der lange Zeit als das Tor zum Taunus galt. „Etliche Geschichten, die ich bei meinen Führungen erzähle, sind über meine Familie überliefert“, erklärt Schaaf. Immer wieder passiert es ihr auch, dass sie Besucher nach ihren Veranstaltungen ansprechen und sie auf weitere Details hinweisen. Der Stoff für Neues geht ihr damit nicht so schnell aus.

Als „Lisbeth“ erzählt Schaaf viel vom Alltag, wie die Menschen im alten Frankfurt feierten, wie sie Wasser holten und wo sie einkauften. Sie erzählt vom Markt, als sei sie selbst dabei gewesen, erklärt, wo die einzelnen Stände platziert waren und welche prominenten Stadtbewohner man an welchen Orten traf. Auch wie die hessische Mundart entstand und vom Französischen beeinflusst wurde, erklärt sie und sammelt mit den Besuchern alte Sprichwörter und Kinderreime.

Zwischen hessisch und hochdeutsch wechselt sie im Gespräch mühelos hin und her. Dass ihre meisten Rollen jedoch in Mundart gehalten sind, hat für Schaaf einen einfachen Grund: „Man erhält viel einfacher einen Zugang zu den Menschen, die mit einem im Raum sind, die Stimmung wird auf diese Weise privater und herzlicher“. Das ist Schaaf wichtig, denn trocken und ewig weit weg sollen sich ihre Geschichten für keinen ihrer Zuschauer anfühlen.

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