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Susanne Reichert stellt ihren ersten Roman vor: (M)eine ganz normale Familie

Sie ist auf jedem Fest im Frankfurter Süden zu sehen: Susanne Reichert, die rechte Hand von Ortsvorsteher Christian Becker. Nun hat die 45-Jährige einen Roman geschrieben. Dieser wird auf der Buchmesse vorgestellt.
Susanne Reichert kam in den vergangenen Monaten nicht  los von ihrem Laptop. Susanne Reichert kam in den vergangenen Monaten nicht los von ihrem Laptop.
Oberrad. 

Wer sich viel im Frankfurter Süden bewegt, auf Stadtteilfesten etwa in Oberrad, auf dem Mieterfest im Mainfeld in Niederrad oder dem Sachsenhäuser Brunnenfest vorbeischaut, der hat sie mit Sicherheit schon einmal gesehen: Susanne Reichert. Die 45-Jährige lebt selbst zwar mit ihrer Familie in Dortelweil, ist aber oft in Oberrad, Sachsenhausen oder Niederrad unterwegs – stets im Schatten von Ortsvorsteher Christian Becker (CDU). Sie ist Mitglied bei den Oberräder Christdemokraten und als Beckers Sprecherin auf all seinen Terminen dabei. Und das sind nicht wenige. „Ich bin seit etlichen Jahren mit Christian Becker befreundet“, erzählt sie. Kennengelernt haben sich die beiden am Georg-Büchner-Gymnasium, wo Becker Studienrat ist. Irgendwann wurde sie dann seine rechte Hand. „Das passt gut. Bevor ich meine drei Kinder bekommen habe, war ich Vorstandsassistentin“, erzählt die gebürtige Frankfurterin. „Die Assistenten-Funktion hat mir schon immer Spaß gemacht.“

Doch jetzt tritt Susanne Reichert aus dem Schatten heraus. Auf der Frankfurter Buchmesse, die heute beginnt, wird die dreifache Mutter ihren ersten Familienroman „Himmlisch gechillt“ vorstellen. Ab Dezember ist das Werk dann auch im Buchhandel erhältlich. „Jetzt will ich in die erste Reihe“, sagt die Autorin, die gerade Oberrad sehr mag. „Das ist ein kleines Dorf mitten in der Stadt, wo sich die Leute untereinander kennen. Das ist eine richtige eingeschworene Gemeinschaft. Das gefällt mir.“

Schon in ihrer Zeit als Teenager hat Susanne Reichert gerne geschrieben – doch die Inhalte ihres Tagebuches blieben damals der Öffentlichkeit verwehrt. Richtig ins Rollen kam ihre Leidenschaft für das Schreiben vor gut zehn Jahren, nach der Geburt ihres Sohnes Patrick – es war eine schwierige Zeit für sie, wie Susanne Reichert offen zugibt: „Patrick musste direkt nach der Geburt die ersten Monate im Krankenhaus bleiben.“ Sie fing an Kolumnen zu schreiben. „Damals hatte das Schreiben für mich eine befreiende Wirkung“, erinnert sich Reichert. „Es nahm mir die Schwere der Situation, weil ich die Texte auch eher humorvoll verfasst hatte.“ Die Kolumne erschien in einer kostenlosen Zeitung in Dortelweil, die aber nach gut einem Jahr aus Kostengründen wieder eingestellt wurde.

Dreifache Mutter

Somit wurden Reicherts erste, vielversprechende „Gehversuche“ mit dem Schreiben jäh beendet, aber als ihre Freundin Silke Mahatzky im Mai 2013 den Buchladen „Lesezeit“ in Bad Vilbel eröffnete, wurde die Leidenschaft neu entfacht. Sie schreibt Buchrezensionen und eine Kolumne für den monatlichen Newsletter. So kam sie auch immer wieder in Kontakt mit dem Frankfurter Buchautor und Verleger Medi Müller. „Dabei haben wir auch mehrfach über unsere pubertierenden Kinder geflachst. Müller hat ja auch zwei Kinder im Teenager-Alter. Und so entstand die Idee von ihm, dass ich mal einen Familienroman schreiben sollte“, erinnert sich Reichert, die selbst drei Kinder im Alter von 14, 12 und 8 Jahren hat. Sie machte sich im Frühjahr ans Werk und zog sich eine Woche mit dem Laptop auf die Nordsee-Insel Wangerooge zurück. Auf dem Nordsee-Trip ging es mit der Buchveröffentlichung in Sieben-Meilen-Stiefeln vorwärts, aber auch nach der Rückkehr zum Familienalltag blieb die 45-Jährige dran – und wurde im Sommer mit dem Schreiben des Romans fertig.

Familienroman

Hauptdarsteller in „Himmlisch gechillt“ ist die pubertierende Tochter Sophie in einer fünfköpfigen Familie. Sie muss sich mit den eigenen hormonellen Stimmungsschwankungen, ihren spießigen Eltern und den nervigen Geschwistern herumschlagen, mit dem ganzen ätzenden Schulkram, dem ersten Liebeskummer und der täglichen Klamottenfrage. Mutter Marlene hingegen schlägt sich, neben dem gewohnten Chaos in einer fünfköpfigen Familie, mit dem turbulenten Job und dem veränderten Wesen ihrer Tochter herum.

„Ich habe keine Autobiografie verfasst, aber Sophie ist von meiner Tochter geprägt. Viele Geschichten, die sie mir erzählt hat, sind mit eingeflossen, aber natürlich etwas überspitzt“, sagt Reichert. „Auch das Empfinden von Mutter Marlene in dem Roman passt zu meinen eigenen Gefühlen“, sagt Reichert, die natürlich auch noch viele Ideen für weitere Bücher hat, Fortsetzungen sozusagen. „Ich kann mir gut vorstellen weiterzumachen“, sagt die Powerfrau. „Ich habe ja auch noch zwei andere Kinder, die mir spannende Geschichten liefern.“ Und so hat sie immer ein Notizbuch und einen Stift dabei, um mögliche Gedanken aufzuschreiben – egal ob sie gerade in der Ortsbeiratssitzung im Frankfurter Süden sitzt oder auf einem Stadtteilfest mit vielen der ihr mittlerweile bekannten Gesichtern steht.

 

Am Dienstag, 29. November, liest Susanne Reichert im Restaurant „Grüne Soße und mehr“ am Buchrainplatz. Uwe Alexi stellt seine Thriller vor. Los geht es um 20 Uhr. Weitere Infos gibt es unter www.susannes-wortzauber.de.

 

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