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Museum für Moderne Kunst: MMK braucht Geld für Kunst

Von Das Museum für Moderne Kunst besitzt keinen Euro, um Kunst zu kaufen. Das dürfe so nicht bleiben, fordert die scheidende Direktorin Susanne Gaensheimer.
Szene aus der Installation „Schauspieler II“ von Isa Genzken. Dank der Spenden von Stiftungen und Mäzenen konnte das MMK sie erwerben. Foto: Photographer: Axel Schneider, Frankfurt am Main Szene aus der Installation „Schauspieler II“ von Isa Genzken. Dank der Spenden von Stiftungen und Mäzenen konnte das MMK sie erwerben.
Frankfurt. 

Gerade haben Susanne Gaensheimer und ihr Team das Unmögliche möglich gemacht: Das Museum für Moderne Kunst (MMK) kauft die Installation „Schauspieler II, 8,121,12“ von der Bildhauerin Isa Genzken. Damit geht ein bedeutendes Werk der Gegenwartskunst in die Sammlung des städtischen Museums über – obwohl dieses keinen einzigen Cent für Kunstankäufe im Etat hat. Öffentliche Stiftungen und private Mäzene übernehmen die Kosten. „Aber man kann einfach nicht immer sagen, bitte schenkt mir alles“, sagte Gaensheimer gestern in der Sitzung des Kulturausschusses des Stadtparlaments. Dorthin war sie mit ihrem Noch-Stellvertreter und zumindest vorübergehenden Nachfolger Peter Gorschlüter gekommen, um ein Resümee ihrer Arbeit zu ziehen – und den Politikern aufzuzeigen, dass auch sie in der Pflicht stehen, das MMK als international hoch geschätztes und gut besuchtes Haus zu erhalten. Ab September wird die gebürtige Münchnerin die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen leiten; der Abschied falle ihr schwer.

So sehr Gaensheimer die Förderung durch private Unterstützer zu schätzen weiß, so kritisch betrachtet sie die Folgen: „Es ist gut und richtig, dass sich so viele für das MMK engagieren. Aber es wird unklar, ob das Museum tatsächlich allein im Dienst der Stadt handelt. Auch die Frage, wem die Werke der Sammlung gehören, ist nicht immer eindeutig beantwortet.“

Komplett abhängig

Der Direktorin geht die Abhängigkeit zu weit. Bei rund 5 Millionen Euro liegen die jährlichen Ausgaben des Museums, etwa 2,7 Millionen zahlt davon die Stadt. Den Rest tragen private Spender. In die Ankäufe von Werken fließen im Jahr 400 000 bis 900 000 Euro, davon kommen maximal ein paar 1000 Euro von der Stadt. „Aber für ein Museum der Gegenwartskunst ist es die wesentliche Aufgabe zu sammeln. Ohne Ankaufsetat existieren wir eigentlich gar nicht“, appellierte Gaensheimer an die Stadtparlamentarier. „Selbst wenn wir einen symbolischen Etat hätten, würde das unsere Position verändern.“

Das MMK ist nicht das einzige Museum ohne Geld für Kunstwerke. Mitte der 1990er Jahre hatte die damals notorisch klamme Stadt den Haushaltsposten „Ankaufsetats“ beinahe komplett gestrichen. Seit 2010 sei nicht einmal mehr das Wort im städtischen Haushalt zu finden, hat Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) festgestellt. Seit fast 20 Jahren müssen sich die Museen an private Geldgeber wenden, die als Einzelpersonen oder in Fördervereinen auch großzügig spenden.

Über Neubau nachdenken

Immerhin hat das MMK eine „außerordentlich bedeutsame Sammlung“ aufgebaut, betonte Gaensheimer. Sie sei mittlerweile so groß, dass die Stadt darüber nachdenken sollte, wie sie dem Museum mehr Platz verschaffen könne. Die unter Gaensheimer entstandene Dependance MMK 2, die ganz aus privaten Mitteln finanziert wird, ist eine vorübergehende Lösung: Für 15 Jahre darf sie mietfrei im Taunusturm bleiben, die laufenden Kosten sind für zehn Jahre gesichert. „Über einen Neubau oder eine Erweiterung nachzudenken, wird die Aufgabe für die Zukunft sein.“

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