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Der rote Faden - Folge 149: Marianne Leuzinger-Bohleber - Die Seelenversteherin

Von Marianne Leuzinger-Bohleber kommt aus der Schweiz und hat schon lange in Frankfurt Wurzeln geschlagen. Die Psychoanalytikerin leitet seit dreizehn Jahren das weltberühmte Sigmund-Freud-Institut im Frankfurter Westend – als geschäftsführende Direktorin. Ihr widmen wir Folge 149 unserer Serie „Der rote Faden“, in der wir jede Woche Menschen vorstellen, die Besonderes für Frankfurt leisten.
Marianne Leuzinger-Bohleber spinnt den roten Faden um ihre Hände. Sie leitet das Sigmund-Freud-Institut. Foto: Salome Roessler Marianne Leuzinger-Bohleber spinnt den roten Faden um ihre Hände. Sie leitet das Sigmund-Freud-Institut.

Das Schneefeld strahlt. Beinahe 3000 Meter hoch ragt der Glärnisch am Nordrand der Glarner Alpen in den Himmel. Unterhalb seines Gipfels leuchtet ein Firnfeld. Die imposante Gebirgslandschaft in der Deutschschweiz hängt gerahmt an der Wand. Marianne Leuzinger-Bohleber deutet auf eine weiße Fläche auf dem Kalkmassiv: „Das ist das Vrenelisgärtli.“

Und dann beginnt sie zu erzählen. „Es isch emal en übermüetigi Jumpfere gsii, de hät Vrine gheisse. De hät gmeint, si chäm zoberscht uffem mittlere Glärnisch e Garte mache . . .“ Stopp! Mitten im Satz unterbricht sich die Frau mit dem intensiven Blick, lacht auf. Der Dialekt klingt bei ihr zwar immer durch, aber als sie die Sage vom Vrenelisgärtli in reinem Schweizerdeutsch wiedergeben will, „ist das wohl gar nicht zu verstehen“.

Also noch einmal. „Es war einmal eine übermütige Jungfrau namens Vreni, die auf dem mittleren Glärnisch einen Garten anlegen wollte.“ Sie habe sich nicht darum geschert, dass die Leute sie davor warnten, Gott herauszufordern. „Mit einem Kupferkessel über dem Kopf, der es vor Nässe schützen sollte, stieg das Mädchen hinauf. Aber oben schneite es so stark, dass der schwere Schnee im Kessel das Vreneli zu Boden drückte und begrub.“

Der Rote Faden - 
Frankfurter im Porträt,
Societäts-Verlag 2015,
208 Seiten, Bildband,
€ 19,80 (D) / € 20,40 (A) / sFr 28,50 (CH), 
ISBN: 978-3-95542-147-2 Bild-Zoom
Der Rote Faden - Frankfurter im Porträt, Societäts-Verlag 2015, 208 Seiten, Bildband, € 19,80 (D) / € 20,40 (A) / sFr 28,50 (CH), ISBN: 978-3-95542-147-2
Die Sage verrate viel über ihre Heimat und sie selbst. „Der Kanton Glarus ist eine wunderschöne Gegend, in der ich als Wildwuchs groß geworden bin. Wir waren vier Kinder in einem christlich-religiös geprägten Elternhaus, in dessen Garten sich oft das halbe Dorf versammelte“, erzählt die 68-Jährige. „Aber es war auch sehr eng. Die Geschichte vom Vreneli lehrt dort den Kindern, dass es sozial gefährlich ist, wenn du als Frau zu hoch hinaus willst.“

Marianne Leuzinger-Bohleber wagte es trotzdem, sie war einfach zu intelligent für eine kleine Welt. Viel zu neugierig und begabt für ein Dasein, in dem sich weibliches Fortkommen verbat. „Es hieß immer: Du heiratest doch sowieso.“ Das hat sie zwar tatsächlich, sogar zweimal. Ihr zweiter Mann Werner Bohleber ist ebenfalls Lehranalytiker wie sie, Herausgeber der Zeitschrift „Psyche“ und namhafter Rechtsextremismus-Experte.

Karriere hat das sanfte und begabte Mädchen von einst, das auch als Frau mitunter „noch eine exzessive Tagträumerin“ ist, aber dennoch gemacht. Und was für eine.

Die Psychoanalytikerin leitet seit 13 Jahren das weltberühmte Sigmund-Freud-Institut im Frankfurter Westend. Als geschäftsführende Direktorin steht sie wie auch der zweite Direktor Rolf Haubl in der Nachfolge von Größen wie Alexander Mitscherlich, „der eine charismatische Persönlichkeit war“.

Ob die seelischen Folgen von Flucht, Terror und Krieg, ob Depressionen, Traumata, die Gefahren von religiösem Fundamentalismus für haltlose Jugendliche oder die Frühprävention bei Kindern: Bei diesen und anderen Themen gilt die Professorin als internationale Kapazität. „Unsere Arbeit ist hochaktuell und notwendiger denn je“, befindet sie. „Bis zu 700 Menschen im Jahr kommen in unsere Versorgungsambulanz, weil sie der Komplexität unserer Zeit nicht mehr gewachsen und psychisch erkrankt sind. Wir haben viel mehr Anfragen, als wir bewältigen können.“

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Der rote Faden Das rote Band der Sympathie

Der Societäts-Verlag hat eine Porträtreihe aus der Frankfurter Neuen Presse aufgenommen: „Der rote Faden“ vereint 40 Frankfurter, die Großes geleistet haben.

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Die berühmte Couch

Sie blickt auf die helle Liege mit den beerenfarbenen Kissen in ihrem Büro. „Die berühmte Couch ist immer noch methodisch eine geniale Erfindung für Patienten, die ein falsches Selbst entwickelt haben und es allen recht machen wollen. Wenn sie hier liegen und ich hinter ihnen sitze, so dass sie mir nicht in die Augen schauen, dann passen sie sich nicht automatisch an die sozialen Erwartungen an, die sie in meinem Gesicht zu sehen glauben. Auf der Couch können sie wahrhaftiger in ihre eigene Seele schauen. Darum geht es doch in einer Psychotherapie: Sich sorgsam der eigenen, gequälten Seele anzunähern, um ihr Leiden zu verstehen und zu mildern.“

Marianne Leuzinger-Bohleber und die rund 60 Mitarbeiter des Instituts forschen und publizieren nicht nur, sondern viele von ihnen arbeiten auch noch praktisch – eng vernetzt mit Kliniken und mit den vier anderen, unabhängigen Instituten im blauen Klinker-Bau, der als Frankfurter Zentrum für Psychoanalyse am Sigmund-Freud-Institut firmiert. „Behandlung ist nicht von Forschung zu trennen, wie schon Freud gesagt hat.“ Wo psychische Nöte von Menschen im Mittelpunkt stehen, wo sich alles um Macht und Ohnmacht des Unbewussten dreht, „da braucht es die intensive, professionelle Beziehung zwischen Menschen, um Neues, Individuelles zu entdecken und gleichzeitig zu helfen. Die psychoanalytische Betreuung gehört also ebenso unbedingt zu unseren Aufgaben wie die Grundlagenforschung“.

Zudem will die Direktorin selbst stets im Kontakt mit dem Kern psychoanalytischer Forschung bleiben, nämlich den Menschen, die an sich und der gesellschaftlichen Realität leiden, in der sie leben: „Ich brauche das.“ Obwohl ihr Terminkalender randvoll ist mit Kongressen, Verwaltungsaufgaben, Projektbetreuung und anderen organisatorischen Pflichten, „bemühe ich mich darum, mindestens ein Viertel meiner Tätigkeit den Patienten zu widmen, ob hier oder im besonders geschützten Raum meiner Privatpraxis“. Sie seufzt. „Aber die Zeit dafür muss ich mir hart erkämpfen.“

Auch dass das traditionsreiche Institut in diesem Sommer nach Interimsjahren am Beethovenplatz zurück in das aufwendig umgebaute, denkmalgeschützte Stammdomizil an der Myliusstraße ziehen konnte und überhaupt eine Zukunft hat, war ein Kraftakt. 1959 gegründet und seit 20 Jahren eine vom Land Hessen getragene Stiftung des öffentlichen Rechts, hatte es noch vor einer Dekade ums Überleben zu kämpfen. „Ministerpräsident Koch wollte es 2003 schließen und kürzte fast die Hälfte der Mittel, „viele Stellen wurden gestrichen, und wir waren kurz vor dem Aus“. Ausgerechnet der damalige Wissenschaftsminister und Koch-Freund Udo Corts, „der uns eigentlich abwickeln sollte, hat uns beeindruckend bei der Rettung geholfen“.

Dank internationaler Proteste, vieler Unterstützer, erheblicher Spenden, des unermüdlichen Bemühens um Forschungsaufträge und andere Drittmittel gelang in gemeinsamer Anstrengung mit dem Mitdirektor und den Mitarbeitern der Neustart an erweiterter alter Stätte. Das restaurierte Gebäude präsentiert sich lichtdurchflutet, mit Farbgrafiken an den Wänden und anderen Arbeiten so namhafter Künstler wie Michael Riedel und Sol LeWitt. Ein Pilgerort auch für Architektur- und Kunstfreunde. Dass sie hier Poster der Werke zugunsten des Sigmund-Freud-Instituts verkaufen, gehört zum notwendigen Geschäftssinn. „Wir brauchen ja nach wie vor Geld.“

Die schlanke Frau mit den blonden Locken hat gelernt, bei der Sache zu bleiben, sie kann verhandeln und überzeugen. Als Professorin ist sie souverän in der freien Rede, in ihrer Rolle als Analytikerin muss sie eine aufmerksame Zuhörerin sein – im Gespräch über sich selbst ist sie es ebenso. Sie wirkt sehr präsent, antwortet klug, kurzweilig und nimmt sich viel Zeit, obwohl sie die eigentlich gar nicht hat. Entspannt schlägt sie die Beine in den schwarzen Leggings übereinander, faltet die Hände im Schoß, denkt über Frankfurt nach, wo sie seit einem Vierteljahrhundert lebt. „Es ist eine sehr offene Stadt der Intellektualität und auch eine der Psychoanalyse, fast so wie New York“, sagt sie. Und wie in so vielen Großstädten herrsche ein hohes, mitunter fast zu hohes Tempo.

„Unseren Sohn und unsere Tochter wollten wir nicht im Zentrum großziehen, sondern gingen nach Praunheim mit der vielen Natur rundum“, sagt sie. „Dort konnten wir sie laufenlassen, unser Junge hat mal einen Hecht aus einem Nidda-Altarm gefischt.“ Sicher sei der nahe Taunus nicht mit den Alpen zu vergleichen, „aber auch hier kann man schön spazieren“.

Zurück zu den drängenden Aufgaben ihres Instituts. Psychoanalyse entwickle sich beständig weiter. Während in den 1960er und 1970er Jahren überwiegend Lehrer, Sozialarbeiter und „Menschen aus anderen helfenden Berufen psychotherapeutische Behandlung brauchten, kommen sie heute oft auch aus der Wirtschaft, ob Führungskräfte oder Arbeitslose“. Das sei auch kein Wunder, „denn wir leben in einer Gesellschaft der Beschleunigung, in der die Anerkennung maßgeblich über den Beruf kommt und viele private Haltestrukturen verloren gehen“.

Volkskrankheit Depression

Marianne Leuzinger-Bohleber zitiert eine Studie der Weltgesundheitsorganisation, wonach Depression die zweithäufigste Volkskrankheit nach Herz- und Kreislaufleiden sei. „Sie waren schon bei den Griechen bekannt, haben aber zugenommen und sind längst in allen Bevölkerungsschichten anzutreffen.“ In schweren Fällen, da sei sich die Forschung einig, „ist Depression eine seelische Notlösung“. Betroffene stellten sich tot, das erschöpfte, völlig überforderte und oft auch schuldgeplagte Selbst halte den Druck nicht mehr aus, „sich als Individuum ständig selbst neu erfinden zu müssen“. Es sei nicht nur eine Krankheit der Folgen von Traumatisierungen, sondern auch eine der gesellschaftlichen Beschleunigung und Entwurzelung, der Isolation und Vereinsamung. „Gerade für Jugendliche, zumal mit Migrationshintergrund, ist der Prozess der Identitätsfindung heutzutage besonders mühsam.“ Sie habe schon früh davor gewarnt, diese Teenager sich selbst zu überlassen.

Depressionen und Traumata behandeln sie schon seit der Gründung des Instituts, „als die Opfer des Zweiten Weltkriegs und des NS-Regimes so dringend Hilfe brauchten“. Die Direktorin und das Team fühlen sich diesem Anspruch verpflichtet, setzen sich vehement für Migranten und Flüchtlinge ein. „Was Menschen bei Terror und Krieg in ihren Herkunftsländern oder auch auf der Flucht erlitten haben, ist eine ganz schwere Hypothek. Wenn ihnen niemand dabei hilft, das zu verarbeiten, führt das zwangsläufig mindestens zur depressiven Erschöpfung. Und betroffene Eltern geben die Krankheit oft auch an Kinder weiter, so dass eine wirksame Therapie der ganzen Familie hilft.“

Im Grunde sei eine eigene psychotherapeutische Flüchtlingsambulanz vonnöten. „Natürlich helfen wir schon lange im Netzwerk mit anderen. Viele Kollegen gehen in Unterkünfte, kümmern sich um unbegleitete Jugendliche, bilden Ehrenamtliche und Lehrer fort. Wir setzen uns mit unserer Erfahrung ein, so schnell wir nur können, aber natürlich müsste es noch mehr sein.“ Sie senkt die Stimme. „Da sind wirklich sehr schlimme Geschichten zu hören.“

Seit zwölf Jahren gehören auch Projekte für verhaltensauffällige Heranwachsende zum zentralen Arbeitsgebiet. Ob die Frankfurter Präventionsstudie oder Förderprojekte zur Integration von Kindern aus Randgruppen: „Gemeinsam mit dem Anna-Freud-Institut, dem AFI, kooperieren wir dabei unter anderem eng mit dem Städtischen Schulamt.“

Bis heute können sich Frankfurter Kindertagesstätten in sozialen Brennpunkten um Förderung bewerben. „Die Erzieherinnen und Erzieher bekommen für jeweils zwei Jahre eine Supervision von erfahrenen Analytikern des AFI und praktische Unterstützung an Ort und Stelle von jungen Kollegen, es ist unglaublich, was sie in den Kitas gesellschaftlich leisten. Und mich freut ganz besonders, dass fast alle Erzieher-Teams die Supervision nach Abschluss der früheren, großen Studie fortsetzen wollen.“ Denn „Professionalisierung im Feld“ helfe nachweisbar dabei, Gewalt zu verhindern. „Im Grunde haben alle Kinder aggressiv-destruktive Impulse, und wir müssen sie mühsam dazu erziehen, diesen nicht nachzugeben und darauf zu verzichten. Das ist eine große Kulturleistung.“

Marianne Leuzinger-Bohleber ist stolz auf die von ihr verantworteten Studien und Projekte, zu deren Inhalten auch der Dialog mit den Neurowissenschaften und die Folgen von pränataler Diagnostik für Paare gehören. „Wir gehören überdies zum IDeA-Exzellenzzentrum, das die kindliche Entwicklung erforscht. Wir weisen also in vielerlei Hinsicht nach, dass es unsere Arbeit mit den Herausforderungen unserer Zeit aufnimmt und etwas bringt.“

Auch das sei eine wichtige Lektion aus der großen Instituts-Krise. „Wir müssen unsere Arbeit weiterhin transparent machen und uns dem Dialog stellen.“ Sie blickt aus dem Fenster. „So glänzend die großen Namen der Wissenschaftler sind, die hier früher gewirkt haben, dürfen wir uns doch keinesfalls auf ihrem Ruhm ausruhen.“ Das habe nichts damit zu tun, „wie wichtig Erinnerung ist, denn nur sie führt zum wahren Selbst. Ohne den Dialog mit der eigenen Geschichte gibt es keine seelische Gesundheit – und ohne kollektives Gedächtnis keine friedliche gesellschaftliche Zukunft“. Denn: „Vergangenes wirkt sich immer auf Gegenwart und Zukunft aus.“ Nur mit diesem Bewusstsein könne Deutschland die Flüchtlingskrise bewältigen, „mit Hass und verlogener Geschichtsklitterung aber nicht“.

Der boomende Psychomarkt sei gefährlich, „weil sich ganz viele Scharlatane auf ihm tummeln“, rügt die Wissenschaftlerin. „Deshalb sind wir auch eine so wichtige Anlaufstelle für Patienten, um zu schauen, ob und wie ihnen tatsächlich wirkungsvoll und nach dem heutigen Wissensstand professionell geholfen werden kann. Ob Einzel-, Gruppen-, Kurzzeittherapie, Krisenintervention oder die ganz lange Analyse“, sie deutet auf die Couch – „es geht immer um Qualität und darum, dass die Leute das beste Therapieangebot bei den richtigen Experten bekommen.“ Auch wenn die niedergelassenen Therapeuten freie Plätze im Institut meldeten, „sind wir leider immer noch unterversorgt und die Wartezeiten für Therapieplätze viel zu lang“.

Ausgleich notwendig

Zum Ausgleich für ihre strapaziöse Arbeit geht Marianne Leuzinger-Bohleber nicht nur gerne in die Oper, ins Theater, wandert und fährt leidenschaftlich Ski, sondern verreist auch weit, wann immer sie es kann. „Ob Buenos Aires, China, Russland, die Mongolei, Australien oder der Grand Canyon, eigentlich lockt mich die ganze Welt, und das immer wieder.“ Schon als Mädchen, in der idyllischen Schweiz, „war ich nicht nur die Erste aus dem Dorf, die das Gymnasium besuchte, sondern auch die Erste von da hinten, die mit sechzehn für ein Jahr zum Austausch in die USA ging“.

Amerika erlebte sie als Befreiung, und als sie zurückkam, erfuhr sie viel Sozialneid von Gleichaltrigen und beschloss, Ärztin zu werden. „Mein Vater war dagegen und sagte einmal mehr: ,Du heiratest doch sowieso, werde Lehrerin.’ Aber im Oberseminar in Schaffhausen war es mir so langweilig, dass ich parallel noch das zweite Abitur mit einem anderen Schwerpunkt ablegte, das mich dazu befähigte, doch Medizin zu studieren.“ Überhaupt habe sie damals viel gemacht, von der Nachtwache im Krankenhaus übers Oboen-Spiel bis hin zum Chorgesang. „Ich hatte damals einen schönen Sopran.“

Als sie in Zürich neben Medizin auch klinische Psychologie und deutsche Literatur studierte, beteiligte sie sich an den Studentenprotesten und engagierte sich in einer linken Basisgruppe. „Es war die 68er Zeit und wir haben vieles unkritisch idealisiert so wie Mao“, urteilt sie rückblickend, sichtlich beschämt. In den Untergrund so wie andere Studierende ging sie allerdings nicht. Aber nach Deutschland, „der Liebe wegen und trotz aller Schweizer Vorurteile“. Werner Bohleber lebte in Tübingen, „und als ich in Kassel eine Vertretungsprofessur annahm, hatte ich keine Ahnung davon, wie weit weg das war“. 1989 zog die Familie nach Frankfurt, von wo aus die vielbeschäftigte Mutter und Wissenschaftlerin beinahe drei Jahrzehnte lang regelmäßig nach Kassel pendelte, um an der Universität zu lehren. Im Juli hat sie dort ihre Abschiedsvorlesung gehalten.

In Frankfurt habe sie Wurzeln geschlagen, „hier habe ich meine Sozialkontakte“. Sie springt auf, der nächste Termin ist überfällig.

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